Luxemburger Künstler Emil Antony unterstützt Projekt der Fondation Ste-Zithe in Malawi

Der für seine außergewöhnlichen Tiergemälde bekannte Luxemburger Künstler und ehemalige Chef eines Kamin- und Ofenbauer-Betriebs Emil Antony führt derzeit für die Fondation Ste-Zithe ein Projekt in Malawi durch. Bei einem Krankenhaus, das die Zitha-Schwestern vor 52 Jahren dort eröffnet hatten, wird in einer überdeckten Halle für die Patienten gekocht – am offenen Feuer, wodurch es bei Frauen und Kindern zu Atemwegserkrankungen und Verbrennungen kommt. Emil Antony setzt sein Know-How ein, um die Situation zu ändern, und sammelt Spenden für das Projekt der Fondation Ste-Zithe.

Das 150 Betten bietende Saint Gabriel's Hospital in Namitete, einem Dorf etwa 80 Kilometer von der Hauptstadt Lilongwe entfernt, ist eines der modernsten in Malawi und versorgt die Patienten kostenlos. Wie in Malawi üblich, sorgen Familienangehörige für die Verpflegung der Kranken. Gekocht wird traditionell auf einem Feuer am Boden in einer eigens hierfür gebauten Halle.

Schwere Lungenprobleme
und Augenentzündungen
Diese hat zwar Fensteröffnungen, doch es fehlt an einem geeigneten Rauchabzug, sodass das Gebäude völlig verqualmt ist – mit gesundheitlichen Folgen für die Frauen und Kinder: „Sie haben oft schwere Lungenprobleme und Augenentzündungen. Wenn sie fünf Stunden in der Halle sitzen, entspricht das dem Rauchen von rund 1 000 Zigaretten“, so Emil Antony. „Hierzulande würde die Feuerwehr nur mit Atemschutz hineingehen.“

Als der gelernte Kamin- und Ofenbauer von diesem Problem hörte, erklärte er sich gleich bereit, auf eigene Kosten nach Malawi zu fliegen und sich die Situation anzusehen. Im November setzte er dies in die Tat um. Vor Ort informierte ihn eine Ärztin, dass im Durchschnitt jeden Monat zwei bis drei Kleinkinder mit schwersten Verbrühungen behandelt werden müssen, da sie während des Kochens aus dem Tragetuch der Mutter fallen oder einen Topf mit kochendem Wasser umwerfen.

Für Emil Antony stand deshalb fest, dass nicht nur ein Rauchabzug erforderlich ist, sondern auch sichere Kochstellen. So entwarf er Pläne für eine zusammengerechnet 60 Meter lange Ofenanlage mit 146 Kochstellen. Für Emil Antony war es wichtig, die Traditionen der Einheimischen zu respektieren. So fand er heraus, dass der Kochtopf an der Feuerstelle – der „Mafuba“ – immer auf drei Steine gestellt wird. Wie wichtig in Malawi die Traditionen sind, zeigte sich daran, dass sowohl gusseiserne Herde als auch solarbetriebene Kochflächen nicht akzeptiert wurden. „Ich änderte meine ganzen Pläne, da ich mir bewusst wurde, dass ich etwas planen musste, was den Gewohnheiten der Menschen gerecht wird“. Der gesamte Ofen wird deshalb aus Lehm erbaut – selbst die kleinen Türen vor den Feuerstellen werden aus gebranntem Ton sein. Und in jede der 146 Kochstellen integriert Emil Antony die drei Steine, die den Frauen wichtig sind.

„Ich musste mich um 150 Jahre zurückversetzen und mir vorstellen, wie ich damals einen riesigen Herd entworfen hätte. Wenn ich fertig bin, habe ich den größten zusammenhängenden, mit Holz befeuerten Herd der Welt gebaut“, so Emil Antony.

Wegen der Größe der Anlage und der klimatischen Bedingungen – Hitze, Feuchtigkeit und atmosphärischer Druck – bedurfte es der ganzen, während vieler Jahre in den USA sowie in Luxemburgs Nachbarländern gesammelten Erfahrung von Emil Antony, um eine optimal funktionierende Anlage zu entwerfen. Da diese aus Ziegeln und Schamott besteht, wird ein Katalysator-Effekt erzielt: „Aus dem Kamin entweichen somit viel weniger giftige Rauchgase.“

Mit Material und Arbeitern
aus Malawi
Eine zweite Herausforderung war die Beschaffung des benötigten Materials. Die Idee, einen Container mit feuerfesten Steinen, Rohren und den weiteren Materialien nach Malawi zu verschiffen, wurde rasch fallen gelassen. „Ich dachte, warum hier teures Material kaufen, wenn es eventuell auch in Malawi verfügbar ist.“ Auch gute Handwerker wurden benötigt. Mit Hans-Jürgen Goetzke, Generaldirektor der Zitha-Gruppe, fuhr Emil Antony in die Hauptstadt Lilongwe. Dort trafen sie sich mit einem Bauingenieur, der über das nötige Know-How verfügte und erklärte, dass es etwa 100 Kilometer entfernt eine Porzellanfabrik gebe, die bereits Ziegelsteine für das Krankenhaus hergestellt hatte und auch die Ziegel für den Bau des Ofens produzieren könne. Bei einem indischen Schlosser fanden Emil Antony und Hans-Jürgen Goetzke auch den nötigen Stahl zur Herstellung der benötigten Abzugsrohre. „Alles ist somit in Malawi erhältlich.“ Die Umsetzung wird voraussichtlich Ende März 2012 beginnen, die Fertigstellung ist für Ende 2012 vorgesehen. Für den Bau der Kochstellen rechnet Emil Antony mit Kosten von 25 000 bis 30 000 Euro. Das Geld dafür will Emil Antony durch Spenden sammeln.

Emil Antony hilft den Zitha-Schwestern auch, ein anderes Problem zu lösen: Viele Arbeiter werden nicht mit Geld bezahlt, sondern mit Kleidern. Da in den vergangenen Monaten aber vor Ort keine Kleider verfügbar waren, half Emil Antony bei der Sammlung gebrauchter Kleider. „Wir lagern alles bei uns in der Firma und die Fondation Sainte-Zithe kümmert sich um den Weitertransport. Eine Dame brachte mir sogar zwölf Kisten mit Kleidern ihres verstorbenen Mannes.“ Viele weitere Kleider werden aber noch benötigt, denn das Krankenhaus ist einer der größten Arbeitgeber der Region.
(Text: Raphaël Zwank / Fotos: Emil Antony (7), Raphaël Zwank (1))


Unterstützung für das Krankenhaus in Malawi

Neben der qualmfreien Patientenküche planen die Zitha-Schwestern im Saint Gabriel's Krankenhaus in Malawi auch eine neue Röntgenanlage, den Aufbau einer Chirurgie, den Bau einer Palliativstation und einer Schwesternschule, die Sanierung und Erweiterung der Poliklinik und die Ausstattung mit Solarenergie. Wer die Schwestern dabei unterstützen möchte, kann dies tun durch Überweisung auf das Konto der Fondation Ste-Zithe bei der Sparkasse (BCEELULL): IBAN LU47 0019 1300 1330 3000, mit dem Stichwort „Saint Gabriel's Hospital“. Das Projekt kann auch unterstützt werden durch den Kauf eines auf Künstlerleinwand als „Fotoprint“ nachgedruckten Gemäldes von Emile Antony mit Holzrahmen (der Preis für ein Fotoprint von etwa 110 auf 80 Zentimetern liegt bei etwa 250 Euro, von denen die Hälfte in das Projekt fließt). Eine Gelegenheit bietet sich dafür bei der Ausstellung „Sense of Africa“ am Sitz des Europäischen Rechnungshofs, die am 9. Januar eröffnet wird. Die Bilder können auch im Internet ausgesucht und bestellt werden:

www.emil-antony.com