Fünf Sozialwohnungen in der Siechenhofer Mühle im Pfaffenthal eingeweiht

Am Freitag sind die neuen Räumlichkeiten des „Service logement“ der Stadt Luxemburg und fünf Sozialwohnungen in der Siechenhofer Mühle in Pfaffenthal offiziell eingeweiht worden. Das Gebäude, dessen Spuren ins 13. Jahrhundert zurückreichen, wurde von Grund auf erneuert, wobei die Außenansicht der früheren Mühle bewahrt wurde.

Die Wohnungsproblematik gehört wohl mit zu den größeren Herausforderungen, die es derzeit für die Politik zu meistern gilt. Dies verdeutlichen nicht nur die hohen Immobilienpreise, sondern auch die Warteliste für Sozialwohnungen in der Hauptstadt. Trotz insgesamt 550 Sozialwohnungen, stehen immer noch 260 Familien auf der Warteliste, erklärte Anouck Speltz, Leiterin des „Service Logement“ der Stadt Luxemburg.

Auch deshalb zeigten sich sowohl Bürgermeister Xavier Bettel als auch Schöffin Viviane Loschetter über die gute Zusammenarbeit mit der Regierung in puncto Wohnungsbau erfreut. Dieser sei zu einer Priorität geworden, sowohl in der Hauptstadt als beim Staat, unterstrich Viviane Loschetter. Wohnungsbauminister Marco Schank kündigte seinerseits an, er werde in den kommenden Monaten wieder durch das Land ziehen, um den nach den Gemeindewahlen neugebildeten Schöffenräten zu begegnen. Auch zeigte er sich erfreut, dass sich viele Gemeindeverantwortlichen bereit erklärt hätten, offensiver in puncto Wohnungsbauproblematik zu agieren.

So auch in der Hauptstadt, wo es seit Januar fünf nagelneue Sozialwohnungen in der Siechenhofer Mühle gibt. Diese sollen ab März vermietet werden. Wohl gab es schon früher Sozialwohnungen in der früheren Mühle, doch war das Gebäude in solch einem schlechtem Zustand, dass 2007 entschieden wurde, es ganz zu renovieren.

Dach, Fußböden und Fenster wurden ersetzt, aber an der Fassade wurde nichts geändert, um den architektonischen Wert des Gebäudes zu bewahren. Zusätzlich wurden auch Maßnahmen getroffen, damit bei einer eventuellen Überschwemmung durch die Alzette die Bewohner im Trocknen bleiben. Sechs Büros für den „Service logement“ sind in dem Gebäude entstanden sowie zwei Wohnungen mit drei Zimmern, zwei mit einem Zimmer und eine behindertengerechte Wohnung. Das Architektenbüro Schmitz & Hoffmann hat die Renovierungsarbeiten geleitet, welche mit etwa 1 750 000 Euro zu Buche schlagen dürften.

Die Geschichte der Mühle reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück, erklärte ihrerseits Schöffin Simone Beissel. Bis 1918 wurde sie als Mühle benutzt. 1978 hatte die Stadt Luxemburg die Gelegenheit, das Gebäude bei einer Versteigerung zu erstehen.

Fernand Théato vom „Syndicat d’intérêts locaux Pfaffenthal-Siechenhof“, präzisierte, dass sie damals für einen Preis von 10 Millionen Luxemburger Franken erworben wurde. Auch unterstrich er, dass die Siechenhofer Mühle vielleicht manchen als „Eydter Mühle“ bekannter sei, weil die Familie Eydt über mehrere Generationen die Mühle betrieb. Jedenfalls sei heute noch auf einem Stein an der Fassade der Name Jean-Pierre Eydt zu lesen, zusammen mit dem Datum 1741. (Text: Nicolas Anen / Fotos: Marc Wilwert)