(dpa) - Starke Erdbeben haben am Wochenende den Raum Tokio erschüttert, verliefen jedoch relativ glimpflich. Mindestens zehn Menschen wurden verletzt, als am Samstagabend (Ortszeit) ein Beben der Stärke 8,1 Häuser ins Schwanken brachte. Tote oder größere Schäden gab es jedoch nicht.
Das Erdbebenzentrum lag in einer sehr großen Tiefe von rund 590 Kilometern bei der Insel Ogasawara im Pazifik, rund 1.000 Kilometer von der Millionen-Hauptstadt entfernt. In der Nacht zum Sonntag wurde die Region von einem weiteren Beben der Stärke 6,3 heimgesucht. In beiden Fällen bestand laut Behörden keine Tsunami-Gefahr.
In jüngster Zeit ist Tokio wiederholt von Erdbeben heimgesucht worden. Manche befürchten, dass dies Vorläufer für ein seit langem erwartetes Mega-Beben sein könnten. Am vergangenen Freitag war im Südwesten des fernöstlichen Inselreiches zudem ein Vulkan ausgebrochen. Auch dabei hatte es keine Todesopfer gegeben.
Das Beben vom Samstag war in weiten Teilen des Inselreiches zu spüren. Tausende Fahrstühle in der Hauptstadt blieben stecken. Besucher eines Museums im 52. Stock eines Wolkenkratzers mussten rund zwei Stunden ausharren, bis ein Notfahrstuhl sie hinunterbrachte.
Auch der Flug- und Zugverkehr in Tokio wurde beeinträchtigt. Hochgeschwindigkeitszüge kamen wegen eines Stromausfalls zum Stehen, konnten aber kurz danach wieder weiterfahren. In der Tokioter Nachbarstadt Kawasaki brach sich Medien zufolge ein 56-Jähriger beim Sturz von der Treppe die Rippen.
Die Meteorologische Behörde Japans hatte die Stärke des Bebens zunächst mit 8,5 angegeben. Die US-Erdbebenwarte USGS sprach dagegen von 7,8, ebenso die Experten vom Potsdamer Geoforschungszentrum.
Im März 2011 verwüstete ein Erdbeben der Stärke 9,0 und ein anschließender gewaltiger Tsunami den Nordosten von Japan. Etwa 18.500 Menschen kamen ums Leben. Im Atomkraftwerk Fukushima kam es zu Kernschmelzen. Japan ist eines der am stärksten von Beben gefährdeten Länder der Welt.



















