Fünf Tote bei schwerem Erdbeben vor chilenischer Küste

Vier Jahre nach dem verheerenden Beben in Südchile wurde der Norden Chiles schwer erschüttert. Der Küstenstreifen wurde wegen eines Tsunami-Alarms evakuiert.

Viele Menschen mussten wegen der Tsunamigefahr evakuiert werden. Foto: Reuters

(dpa) - Nach dem schweren Erdbeben in Chile hat Präsidentin Michelle Bachelet drei Regionen im Norden des Landes zum Katastrophengebiet erklärt. Das Militär solle den Betroffenen dort helfen, aber auch Plünderungen vermeiden, sagte sie in der Nacht zum Mittwoch in einer Fernsehansprache. „Es sind die notwendigen Maßnahmen getroffen worden, um die Bürger zu schützen“, erklärte sie.

Das Beben am Dienstagabend hatte eine Stärke von 8,2. Wegen einer Tsunami-Warnung wurde die Bevölkerung an der nordchilenischen Küste aufgefordert, sich in höher gelegenen Gebiete in Sicherheit zu bringen. Das Epizentrum habe sich zwischen Arica und Iquique in 38,9 Kilometer Tiefe gelegen, teilte die chilenische Erdbebenwarte CSN mit.

In Iquique brachen zwei Brände aus, wie der Rundfunksender Bio Bio berichtete. Die Landstrasse von Iquique nach Colchane, an der bolivianischen Grenze, sei beschädigt worden. Und in Arica sei Geröll von dem 130 Meter hohen Küstenhügel Morro de Arica gerutscht. In der Stadt kam es auch zu Stromunterbrechungen. In Iquique seien rund 300 Frauen aus dem lokalen Gefängnis geflüchtet, berichtete Emol nach Angaben des Innenministers Rodrigo Peñalillo.

Tsunamiwarnung

Die Evakuierung der Küstenstreifen in nordchilenischen Städten wie Arica und Antofagasta sei in der ersten Stunde nach dem Beben problemlos gewesen, berichtete der Rundfunksender Cooperativa nach Angaben lokaler Behörden. Auch im Süden Perus fanden Evakuierungen statt. Die Tsunami-Welle werde eine Höhe von mindestens zwei Meter erreichen, erklärte dem Sender ein Sprecher des Pazifik-Warnzentrums in Hawaii.

Die Flughäfen von Arica und Iquique wurden geschlossen. Flüge, die von Santiago in die Städte im Norden bereits gestartet waren, kehrten zur chilenischen Hauptstadt zurück. In Antofagasta und Arica wurde der Schulunterricht für Mittwoch abgesagt. In Iquique gab es einige Plünderungsversuche, erklärte der Gouverneur Gonzalo Prieto.

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