Changer d'édition

Eine besondere Rose als Botschafter der Erinnerung

Neue Rosenart auf den Namen „Tambower Jongen“ getauft

Münsbach: Diese Strauchrose repräsentiert den Respekt gegenüber den 1 004 von den Nazis zwangsrekrutierten Luxemburgern, die in den Jahren 1943 bis 1945 im russischen Lager 188 in Tambow unter unmenschlichen Bedingungen inhaftiert waren. In diesen Tagen, genau 75 Jahre nach Kriegsende und der Rückkehr der „Tambower Jongen“ nach Luxemburg, wurde in der Roseraie des Parkes von Schloss Munsbach die edle Rose mit leicht rosafarbenen Blüten auf den Namen „Tambower Jongen“ getauft.

Mit einem bewegenden Gedenken leiteten die Präsidentin der Lëtzebuerger Rousefrënn Mireille Steil und Paul Scholer, Präsident der „Amicale des Anciens de Tambow“ in die offizielle Tauffeier ein und sahen die Namensgebung dieser wunderbaren öfterblühenden Strauchrose von einmaliger gesellschaftlicher und politischer Bedeutung. Sie soll die Erinnerungskultur im Luxemburger Land nachhaltig unterstützen.

Mit einem Strahl reinen Wassers aus einer grünen Gießkanne wurde die Taufe vollzogen. Als Paten der Rose standen die Nachkommen Alexandra Giannini und Christophe Dohm. Amicale-Vize-Präsident Vic Steichen sprach von nur mehr 15 Tambower-Jongen, die zurzeit noch am Leben sind.

Hinter der Neuzüchtung der Strauchrose verbirgt sich eine Rosenschönheit des kanadischen Züchters George Mac Phail mit buschig verzweigtem Wuchs und gefüllten Blüten in einem leicht bis intensiven Reinrosa. Die Kronblätter sind ausgesprochen fest und die Blüten daher lange haltbar. In Zukunft wird man den Namen „Tambower Jongen“ in so manchen Rosenkatalogen vorfinden, erklärte der Vertreter der Rosenzüchterei.

Der Schüttringer Bürgermeister Jean-Paul Jost wollte in seiner Ansprache die Rose quer durch die Gemeinde angepflanzt sehen als dauerhaftes Zeichen einer lebendigen und starken Erinnerung an die Tambower Jongen.

Bei der Überreichung einer Erinnerungsplakette an Mireille Steil und Jean-Paul Jost verwies Präsident Paul Scholer auf Corona bedingt bescheidene Jubiläumsfeiern, eine Gedenkstunde am 5. November, dem offiziellen Nationalen Gedenktag für die Tambower, im Bahnhof Luxemburg, eine erweiterte Neuauflage der Festschrift aus dem Jahre 2015 sowie eine CFL-Lok, die ein Jahr lang ein weithin sichtbares Erinnerungsbanner an die „Tambower Jongen“ durch die Lande fahren wird.