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Festival Cinéma du Sud 2020 - „Act now! Global verstoen, lokal agéieren“ Online!

Luxemburg. Vier Filme - 16 Organisationen - ein Ziel: Die elfte Auflage des Filmfestivals „Cinéma du Sud“ startet am 10. Juli in seine diesjährige Sommerausgabe. Unter dem Motto „Act now! Global verstoen, lokal agéieren“ laden die Organisatoren jeden Freitag vom 10. bis zum 31. Juli dazu ein, sich kritisch mit den Folgen der Globalisierung und Migration auseinanderzusetzen.

In den vergangenen Jahren haben sich die Veranstalter des „Cinéma du Sud“, einem Konsortium von 16 Organisationen und Netzwerken, immer wieder neu erfunden und an äußere Umstände angepasst. Aufgrund der COVID-19-Pandemie findet dementsprechend in Zusammenarbeit mit der Plattform „La Vingt-Cinquième Heure“ und „Caramba Cinémas“ (CineKursaal Rumelange und CineWaasserhaus Mondorf) die diesjährige Sommerausgabe des Filmfestivals erstmals als Online-Screening statt. Im Umkreis von 50 Kilometern können die Filme in Luxemburg bequem und sicher von Zuhause aus angeschaut werden. Im Anschluss an die einzelnen Filme gibt es zudem die Möglichkeit, sich im Chat oder per Videokonferenz mit anderen Zuschauern, den Organisatoren, Regisseuren und Aktivisten über Hintergründe der Filme, lokale Initiativen und eigenes Engagement auszutauschen. So ist das „Cinéma du Sud“ immer hochaktuell, spannend und nah am Zuschauer.


Wie kann man verantwortungsbewusst leben und handeln in einer Welt, in der alles miteinander vernetzt ist? Diese Frage stellen die Organisatoren auch 2020. Es geht darum, gemeinsam mit anderen Menschen entwicklungspolitische, ökologische und soziale Alternativen zu entdecken, um eine nachhaltigere Welt für alle zu schaffen. Dabei bleibt die Grundidee des Festivals die gleiche wie in den vergangenen Jahren: die Perspektive zu wechseln und über die Geschichten benachteiligter Menschen des globalen Südens zu berichten. Das Festival soll in diesem Sinn deutlich machen, welche Verantwortung wir alle an den oftmals negativen Folgen der Globalisierung tragen.


The journey of the others” (10. Juli, 19 und 21 Uhr) des Regisseurs Jaime Villarreal zeigt zum Auftakt des Festivals am Beispiel des Freedom Theaters im Flüchtlingscamp Jenin eindrucksvoll, was Träume in einer scheinbar ausweglosen Situation bewirken können, als sich eine neue palästinensische Intifada ankündigt. Eine Gruppe mutiger, junger Schauspieler probt und riskiert so ihr Leben, um sich ihren Traum zu erfüllen: Sie wollen ihr Theaterstück in New York aufführen. Zusammen vergessen die Jugendlichen die Leiden der Besetzung und zeigen so die Macht des kulturellen Widerstands. Zwischen den beiden Screenings findet eine Diskussion mit dem Regisseur sowie mit Darstellern des Filmes statt.


Shraysi Tandons preisgekrönter Dokumentarfilm “Invisible Hands” (17. Juli, 19 Uhr) entlarvt Kinderarbeit und Kinderhandel innerhalb der Lieferketten der weltweit größten Unternehmen. Gezeigt werden Kinder in sechs Ländern, die für Produkte schuften müssen, die wir täglich konsumieren. Dieser Film über moderne Sklaverei in Zeiten der Globalisierung geht der Frage nach, warum sich die wichtigsten Interessenvertreter weiterhin an dieser ungesetzlichen und tödlichen Praxis beteiligen. Nach dem Film findet eine Diskussion mit den Organisatoren über Kinderarbeit, Kinderhandel und Lieferketten statt.


Unterwegs von Afghanistan nach Europa, können die Zuschauer am 24. Juli um 19 Uhr die dreijährige Flucht des Regisseurs Hassan Fazili und seiner Familie vor den Taliban miterleben. Der Film „Midnight Traveler“ entstand allein durch Handyaufnahmen, welche den Zuschauern die Möglichkeit geben, die verschiedenen Etappen der Flucht und der Suche nach Sicherheit hautnah mitzuerleben. Trotz verstörender Bilder zeigt dieser Film eine Reise voller Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Nach dem Film gibt es die Möglichkeit, der Produzentin des Filmes, Emelie Mahdavian, Fragen zu stellen.


In “Minga – Stimmen des Widerstands” (31. Juli, 19 und 21:30 Uhr) klagen indigene Gemeinschaften von Patagonien bis in die Berge Mexikos die Zerstörung ihrer Territorien und ihres Lebens an. Wenn Minen, Ölbohrungen, Tourismusprojekte ihr Leben bedrohen oder Wälder abgeholzt werden, um Zuckerrohr und Soja anzubauen, riskieren diese Gemeinschaften ihr Leben, um den Raubbau aufzuhalten und inspirierende Lösungen zu schaffen. Die Filmemacher, Pauline Dutron und Damien Charles, gewährten den Menschen während der Dreharbeiten völlige Redefreiheit und haben so Zeugnisse eines gemeinsamen, entschlossenen Widerstandes geschaffen. Die peruanische Menschenrechtsanwältin Rocio Meza Suarez diskutiert im Anschluss an die erste Projektion aktuelle Fälle indigenen Widerstands mit den Zuschauern.

Wie in den Jahren zuvor geht es den Organisatoren in erster Linie darum, einem breiten Publikum das Thema „Gerechtere Entwicklung und Nachhaltigkeit“ näher zu bringen und die Zuschauer dazu anzuregen, über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen, um die globalen Folgen des eigenen lokalen Handelns besser einschätzen zu können. Soziale Gerechtigkeit und eine nachhaltige, ressourcenschonendere Lebensweise für alle Menschen - dass dies keine Utopie bleiben darf, zeigen die ausgewählten Filme durch den unermüdlichen Einsatz von Menschenrechtsverteidigern an vorderster Front: gegenüber Migration, Kinderarbeit, Bürgerkrieg, multinationalen Konzernen, unserem eigenen Konsumwahn und korrupten politischen Systemen.


Unter den am Filmfestival beteiligten Nichtregierungsoganisationen und Netzwerken, Action Solidarité Tiers Monde (ASTM), Aide à l’Enfance de l’Inde et du Népal (AEIN), Aide internationale de la Croix-Rouge luxembourgeoise, Les Amis du Tibet Luxembourg, ATTAC Luxembourg, Comité pour une Paix Juste au Proche Orient (CPJPO), Fondation Chrëschte mam Sahel, Fondation Follereau, Fondation Partage Luxembourg, Frères des Hommes, Iles de Paix, Kindernothilfe Luxembourg, Klima-Bündnis Lëtzebuerg, ONGD-FNEL, SOS Faim und SOS Villages d’Enfants Monde, finden sich zahlreiche, die bereits seit Beginn dieser Veranstaltungsreihe in 2010 mit dabei sind.


6 €/ Film, 20 € für alle Filme.


Weitere Infos zur Anmeldung, dem Streaming und das komplette Programm unter https://cinemadusud.wordpress.com/ sowie auf unserer Facebook-Seite https://www.facebook.com/cinemadusud/.