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FÉDÉRATION DES ENRÔLES DE FORCE, VICTIMES DU NAZSIME


Gedenkreise zu den Moorlagern im Emsland geplant

Zwangsrekrutiertenföderation hielt Generalversammlung im Bahnhof Hollerich ab.


Eine Gedenkzeremonie vor dem 1996 eingeweihten „Mémorial de la Déportation“ in Hollerich, das an die vielen Tausend Luxemburger Kriegsopfer erinnert, deren Umsiedlung per Zug sich hier von September 1942 bis August 1944 abspielte, bildete den Auftakt zur 57. statutarischen Generalversammlung der „Fédération des Enrôlés de Force Victimes du Nazisme“.

Zu Beginn der eigentlichen Jahrestagung, die im früheren Bahnhofsgebäude von Hollerich -offizieller Sitz der 24 Sektionen zählenden Zwangsrekrutiertenföderation- abgehalten wurde, bat Präsident Erny Lamborelle um eine Minute stillen Gedenkens für die in der Berichtsperiode verstorbenen Zwangsrekrutierten, allen voran Chanoine André Heiderscheid und Raymond Thommes.

Rückblickend auf die Vorkommnisse nach dem letzten Nationalkongress bezeichnete Erny Lamborelle im Rechenschaftsbericht seine Demission im „Comité pour la mémoire de la Deuxième Guerre mondiale“ als ein Zeichen des Protestes gegen das Gebaren und gegen die falschen Behauptungen an die Adresse der Zwangsrekrutierten. Es sei überaus bedauerlich, dass 75 Jahre nach Kriegsende wegen der Böswilligkeit und Unwissenheit gewisser Kreise überhaupt noch Klarstellungen über den historischen Sachverhalt der Zwangsrekrutierung nötig seien, hiess es weiter. Unterstrichen wurde in diesem Zusammenhang einmal mehr, dass die Föderation nur jene Angehörige der Geburtsjahrgänge 1920-1926/27 vertritt, die vom Naziokkupanten zwangsrekrutiert wurden und keinesfalls solche, die sich damals freiwillig meldeten.

Generalsekretär Jim Schuler legte einen ausführlichen Tätigkeitsbericht vor und erwähnte dabei als Hauptereignisse die nationale Gedenkfeier vom 31. August 2017 in Wiltz zum 75. Jahrestag der Dekretierung der Zwangsrekrutierung, des Generalstreiks und des Beginns der Umsiedlungen sowie die Auszeichnung von vier Zwangsrekrutierten im nationalen Verdienstorden anlässlich der offiziellen Feier der „Journée de Commémoration nationale“ in der Hauptstadt und die Gedenkfeier in Düdelingen für die 91 „Lëtzebuerger Jongen“, die in der Nacht zum 31. Januar 1945 im Strafgefangenenlager Sonnenburg (heute Slonsk in Polen) bei einem Massaker von Nazi-Schergen umgebracht wurden.

Aus dem Bericht von Kassierer Vic Weber wurde ersichtlich, dass finanzielle Unterstützung benötigt wird, um den Erinnerungsaufgaben an die Kriegsopfer weiterhin nachkommen zu können. Auf Vorschlag der Kassenrevisoren wurde dem Finanzverwalter einstimmig Entlastung für die einwandfreie Buchführung erteilt.

Herausragender Punkt im Programm von 2018 ist die Organisation einer Gedenkreise vom 20. bis zum 23. September zu den berüchtigten Moorlagern, einer Gruppe von 15 Konzentrations-, Straf- und Kriegsgefangenenlagern im Landkreis Emsland (Niedersachsen) mit Papenburg als Zentralsitz. Hier mussten viele Luxemburger Zwangsrekrutierte, die späterhin in Sonnenburg meuchelmörderisch exekutiert wurden, als verurteilte „Fahnenflüchtige“ und „Wehrkraftzersetzer“ unmenschliche Zuchthausstrafen über sich ergehen lassen.

Intressenten an dieser Gedenkreise zu den Moorlagern können sich bei Sekretär Jim Schuler melden, und zwar über Handy (691-530-340) oder vorzugsweise Mail (gschuler@pt.lu).

Marc Trossen stellte als verantwortlicher Autor-Kompilator die demnächst erscheinenden zwei neuen Bände aus der ebenso umfassenden wie lehrreichen Reihe „Verluere Joëren“ vor, in denen 7.300 Resistenzler, Arbeitsmänner oder Zwangsrekrutierte angeführt werden und 61 Zeitzeugen berichten.

Vizepräsident Joseph Lorent gab abschliessend Aufschluss über die Arbeiten des durch Gesetz vom 21. Juni 2016 geschaffenen „Comité pour la mémoire de la Deuxième Guerre mondiale“, in dem Resistenzler, Zwangsrekrutierte und Juden zusammen die Erinnerung an alle Opfer des Zweiten Weltkrieges hochhalten sollen. (C.)