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75 Hektar Naturwaldreservat bei Herborn

Der Osten hat nun offiziell ein weiteres Naturwaldreservat. Nachdem der öffentliche Wald „Grouf“ in der Gemeinde Schengen und „Saueruecht“ (Gemeinde Befort) bereits zu Naturwaldreservaten erklärt worden sind, ist fortan auch der „Hierberbësch“ ein Schutzgebiet.

Es handelt sich bei diesem Naturwaldreservat um eine Fläche von rund 75 Hektar nahe der Ortschaft Herborn. Es dominieren hier die Eichen und die Buchen. Der Bestand von Fichten und Kiefern ist vergleichsweise gering.

In diesem Wald wurde bislang gearbeitet und der menschliche Einfluss war somit existent. Nun ist die forstliche Nutzung komplett eingestellt worden. Mit einer Ausnahme: Kranke Bäume, beziehungsweise morsche Bäume, die durch irgendeinen Grund für Wanderer eine Gefahr darstellen, dürfen gefällt werden. Vor zwei Jahren hatte sich der Gemeinderat Mompach für das Naturwaldreservat entschieden, im September stimmte das nationale Parlament diesem Vorhaben ebenfalls zu.

Marco Schank, delegierter Minister für Umwelt, Jean-Jacques Erasmy, Direktor der Natur- und Forstverwaltung, der Präsident der Stiftung „Hëllef fir d'Natur“, Frantz Charles Muller sowie Vertreter aus dem Forstbereich und den umliegenden Gemeinden waren der Einladung der Gemeinde Mompach am Montag gefolgt, das Naturwald-reservat feierlich einzuweihen. Bürgermeisterin Irma Krippes-Dahm sagte während ihrer Begrüßungsansprache, dass der Wald früher eine wichtige Einnahmequelle der Gemeinde darstelle. Dies habe sich im Laufe der Zeit geändert. Sie freute sich jedoch über den neuen Status des „Hierberbësch“, da der Wald im Allgemeinen eine wichtige Funktion ausübe.

Erasmy betonte, dass der „Hierberbësch“ die verschiedenen Kriterien eines Naturwald-reservats erfülle. Die Fläche von 75 Hektar sei groß genug. Im Wald wachsen vor allem Bäume, die in unserer Region zu Hause sind, und der „Hierberbësch“ sei das zweit-größte Waldmassiv des Großherzogtums. Ein Naturwaldreservat habe einen öko- nomischen, ökologischen und einen gesellschaftlichen Stellenwert. „Wir geben hier der Natur ihre Rechte zurück“, erklärte Erasmy. „Aber es wird hier kein Urwald entstehen. Es wird regelmäßig geprüft, wie sich der Naturwald weiterentwickeln wird.“

Minister Schank betonte das Ziel der Regierung, fünf Prozent des öffentlichen Waldes im Großherzogtum zum Naturwaldreservat zu deklarieren. Mittlerweile käme man diesem Ziel Schritt für Schritt näher. „Ich bin froh, dass die Gemeinde Mompach ihren Beitrag geleistet hat“, sagte er. „Es ist bekanntlich nicht einfach, den Gemeinderat und die Einwohner von einem solchen Vorhaben zu überzeugen.“

Direktor Erasmy sagte auf Anfrage, dass die fünf Prozent des öffentlichen Waldes (40 000 Hektar) 2 000 Hektar bedeute. Zurzeit seien 1 600 Hektar bereits als Naturwald-reservat deklariert worden, beziehungsweise können in absehbarer Zeit so ausgewiesen werden. Im Osten käme des Weiteren noch die „Manternacher Fiels“, die sich in den Gemeinden Manternach und Mertert befindet, „Reif“ in der Gemeinde Wellenstein und „Schnellert“ in der Gemeinde Berdorf in Frage. Momentan befinden sich die Verantwortlichen noch in den Gesprächen.

Das Naturwaldreservat „Hierberbësch“ kann auf einem knapp acht Kilometer langen Rundweg erkundet werden. Start und Ziel ist auf dem Platz zwischen der Kirche und der „Hierber Scheier“ in Herborn. (jvdh)