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Ein Bierlaster am Haken

Gebaut im Jahr 1966 wurde der Mercedes-Benz L 911 zwei Jahre später gebraucht in Deutschland vom Getränkehändler Wolter aus Wiltz gekauft. 1980 ist er dann neulackiert worden und tat bis 1992 seinen Dienst als Bierlaster (Pritsche mit Aufbau für eine Planeabdeckung), bei einem Kilometerstand von 934.399 wurde er ausgemustert und in die Halle geschoben. Nach knapp dreißig Jahren des Dahinschlummerns wurde der Kurzhauber Anfang dieses Jahres zum Verkauf angeboten und die Musée brassicole des deux Luxembourg a.s.b.l. entschloss sich nach reiflicher Überlegung zum Erwerb. Die Vereinigung hat ihren Sitz in Diekirch in der ehemaligen Kutschenfabrik Wagner, wo sich bis in die zweite Hälfte der 1980ger-Jahre eine Mercedes-Benz-Vertretung befand. (Das Projekt der a.s.b.l. ist es eine Museumswelt zur Bierkultur der „zwei Luxemburg“ einzurichten.) Schon vor der Verlegung des geschichtsträchtigen Lasters in ein Zwischenlager war es gelungen den Sechszylinder-Viertakt-Dieselmotor zum Leben zu erwecken. Und auch am Tag des Schleppens in ein anderes Depot gelang es mittels einer externen Batterie schnell den Motor zu starten. Für die Fahrt aus dem Zwischenlager in Büderscheid in eine neue (provisorische) Unterkunft wurde der L 911 allerdings an den Haken genommen. Für die Zugmaschine, ein Fastrac mit 150 PS, war es ein Leichtes den Laster (mit laufendem Motor) den Heiderscheider-Grund hochzuziehen. Allerdings musste kurz vor Feulen ein Zwischenstopp eingelegt werden, da beißender Rauch von der Hinterachse hochstieg. Es stellte sich heraus, dass die Bremsen fest waren, doch dann löste sich das Problem von selbst. Vorerst ist nun der Bierlaster bis zu seiner Renovation in naher Zukunft in einer Scheune in Ettelbrück abgestellt.

(hecrom)