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„Ut unum sint – Dass sie eins seien“

Goldenes Priesterjubiläum des Erzbischofs von Luxemburg

Vor 50 Jahren, am 29. Juni 1960, wurde Diakon Fernand Franck in Münster zum Priester geweiht


„Ut unum sint – Dass sie eins seien“, dieses Wort Jesu (Joh 17, 11) ist nicht nur der Titel einer Enzyklika von Papst Johannes Paul II. aus dem Jahre 1995, es ist auch der Wahlspruch des Oberhauptes der katholischen Kirche in Luxemburg, Mgr. Fernand Franck, der damit zu Beginn seines Episkopates 1991 den Wunsch nach der Einheit aller Christen bekräftigte. Heute Dienstag feiert der Vorsteher der Lokalkirche sein goldenes Priesterjubiläum.

Das Sakrament der Priesterweihe empfing Diakon Fernand Franck heute auf den Tag genau vor 50 Jahren, am 29. Juni 1960, in Münster (Westfalen). Ab 1959 hatte er dort während einem Jahr an der Universität studiert. Begonnen hatte Fernand Franck seine Studien 1954 am luxemburgischen Priesterseminar.

Geboren wurde der spätere siebte Bischof von Luxemburg am 6. Mai 1934 in Esch/Alzette als einziges Kind der Eheleute Jean Franck, Chef der Hüttenpolizei bei der Arbed, und Catherine Kaster. Nach der Primärschule und dem Sekundarunterricht im „Lycée de garçons“ (1946-1952) in Esch/Alzette absolvierte der junge Fernand Franck von 1952 bis 1953 ein Praktikum bei Arbed Esch als „Ajusteur“ in der Bauabteilung und im Zentralmagazin. Von 1953 bis zum Eintritt in das Priesterseminar folgte ein Jahr Wehrdienst in Bitburg, Capellen und Luxemburg.

Seine Primiz feierte der Neupriester Fernand Franck 1960 in der Marienkirche Esch/Lallingen. Stationen der seelsorgerischen Tätigkeit des jungen Geistlichen waren: Kaplan der Pfarrei St-Joseph in Differdingen-Foussbann (1960-1971) und Pfarrer der Pfarrei Ste-Cunégonde in Clausen (1971-1977). Des Weiteren war Fernand Franck von 1969 bis 1977 Direktor der „Lëtzebuerger Kanneraktioun“ (LKA), der Kinderzeitung „Zack“ und des nationalen Kindermissionswerkes. Von 1973 bis 1977 stand Franck zudem den nationalen Missionswerken als Direktor vor. Etwa zeitgleich war der engagierte Geistliche Mitglied des Generalrats in Rom, Exekutivpräsident des nationalen Missionsrats, Mitglied der IV. Luxemburger Diözesansynode sowie der diözesanen Liturgie-Kommission.

1977 nach Rom berufen
1977 wurde Abbé Fernand Franck zum Generalsekretär des Apostolischen Werkes der Glaubensverbreitung in den Vatikan berufen. Noch im selben Jahr wurde er zum Ehrenprälaten des Papstes ernannt und trug fortan den Titel „Monsignore“.

Von 1981 bis zu seiner Ernennung als Erzbischof von Luxemburg 1991 hatte Mgr. Franck folgende Posten inne: 1981: Kirchlicher Beirat der luxemburgischen Botschaft beim Hl. Stuhl; 1988: Sekretär des Päpstlichen Apostel Petrus-Werkes, Konsultator des Päpstlichen Rates „Cor Unum“, Konsultator des Päpstlichen Rates der sozialen Kommunikation, Mitglied der „Fondation Pie XII“.

Nach der Ernennung 1990 zum Ehrendomherr der Kathedrale von Luxemburg erfolgte am 21. Dezember desselben Jahres die Ernennung zum Erzbischof von Luxemburg. Am 31. Januar 1991 legte Mgr. Fernand Franck den Eid auf die Verfassung ab. Am 2. Februar erfolgte die Bischofsweihe durch Erzbischof Mgr. Jean Hengen in der Kathedrale von Luxemburg.

Im Laufe der vergangenen 50 Jahre wurden Mgr. Fernand Franck zahlreiche Auszeichnungen zuteil: Offizier im nationalen Verdienstorden und im Orden der Eichenkrone (1977); Ritter der Französischen Ehrenlegion (1977); Lion d'Echternach (1993); „D'Sëlwer Plack Dicks-Rodange-Lentz“ der „Actioun Lëtzebuergesch“; Großoffizier im nationalen Verdienstorden (1997).

Im Alter von zehn Jahren trat Fernand Franck als „Wëllefchen“ den „Scouten“ bei und war später Chef dieser Gruppe.

Mgr. Fernand Franck ist außerdem Gründungsmitglied der „Association luxembourgeoise de musico-thérapie“ und Mitglied der „American Luxembourg Society“.

Der allseits beliebte und joviale Jubilar spricht neben den gängigen Sprachen fließend Italienisch und liebt Fußball, klassische Musik und Country-Music.
(VON JEAN-PAUL SCHNEIDER - FOTOS: GUY WOLFF/LW ARCHIV)