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Mehr als 100 Jähriges Postgebäude in Weiswampach hat ausgedient.

Vor mehr als 100 Jahren kam auf dem Gebiet des Postkutschenwesens der Ortschaft Weiswampach ganz sicher eine gewisse Bedeutung zu. Immerhin zählte die Ortschaft zwischen 600 und 700 Einwohner. Auch besass sie seit 1848 eine Postperzeption, die aber nach Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke Luxembourg-Ulflingen im Jahre 1866 nach Ulflingen verlegt wurde.(Oktober 1866)
Die Strasse Luxemburg - St.Vith war durch Kgl. - Grossherzoglichen Beschluss Wihelms III. vom 10. Dezember 1849 zur Poststrasse erklärt worden. Eine schnellere Verbindung für das Befördern der Postsachen zwischen Luxemburg und Aachen stand seit 1845 im Gespräch, nachdem schon vorher ein Fussbotendienst zwischen Diekirch und Weiswampach bestand.Der genannte Kgl. - Grossherzogliche Beschluss bestimmte Weiswampach als eine der Ruhe- und Auswechselstellen für Postkutschenpferde, Relais genannt, deren es nur 9 im ganzen Lande gab. Neben Mersch , Diekirch und Hosingen war Weiswampach der 4. und letzte Relais bevor die Postkutsche nach St.Vith weiterfuhr. Die Reise von Luxemburg nach St.Vith dauerte 13 Stunden . In Weiswampach war ein Aufenthalt von 15 Minuten vorgesehen. Diese Postkutschenverbindung bestand bis 1866, allerdings ab 1857 nur mehr von Diekirch aus.
Es bestanden aber auch Postkutschendienste mit rein lokalelm Charakter und dies vor allem seit es die Zugverbindung Luxemburg - Ulflingen gab. Ab 1848 gab es schon zwischen Clerf und Weiswampach einen offiziellen Fussbotendienst zum Befördern von Briefpost. Einen Postkutschendienst zwischen Weiswampach und Clerf gab es von 1889 bis 1900.
Des weiteren bestand in den Jahren 1900-1906 zwischen Weiswampach und Hosingen eine Postkutschenverbindung mit Anschluss in Heinerscheid an die Linie Lieler - Clerf.
Vom 1. Januar 1892 wurde die Ortschaft Binsfeld mit in den Fahrplan einbezogen. Es wurden zwei verschiedene Strecken gefahren. Die erste Fahrt ging morgens über Holler - Binsfeld nach Ulflingen, Hier wurden sogar die fertigen Produkte der Molkereien aus Weiswampach und Holler mittransportiert.Die Rückfahrt geschah über Wilwerdingen -Wemperhardt nach Weiswampach. Die zweite Fahrt erfolgte am Nachmittag und zwar über Wemperhardt - Wilwerdingen - Drinklingen nach Ulflingen und über Binsfeld -Holler nach Weiswampach zurück. Es gab einen Sommerfahrplan (ab 1. Mai) und einen Winterfahrplan (ab 1. Oktober). Zeitweilig ging die erste Fahrt schon morgens um 4.30 Uhr in Weiswampach ab um gegen 5.55 Uhr in Ulflingen einzutreffen.
Wie schon erwähnt , gab es die Postkutschenverbindung Weiswampach - Ulflingen bis Ende 1913. Zwischen 1911- 1913 wurde an den Samstagen die Rückfahrt am Vormittag bis Leithum verlängert. Auch blieb diese Postkutschenverbindung zwischen Weiswampach und Beiler- Leithum bis 1913 bestehen.
Auf der Strecke Weiswampach - Ulflingen war die Postkutsche 1914 durch ein "Postauto" ersetzt worden. Wegen Treibstoffmangels wurde der Busdienst vom 25. August 1915 an auf eine tägliche Fahrt beschränkt. Man befand sich ja mitten im Ersten Weltkrieg. Auch liegen aus dieser Zeit keine weiteren Angaben vor . Sicher ist aber dass Ende1917 wieder eine öffentliche Ausschreibung für einen Brief-, Personen- und Gütertransportdienst für 3 Jahre auf der Strecke Ulflingen - Weiswampach stattfand.Das Lastenheft schrieb sogar eine 6-sitzige Kutsche mit 2 Pferden vor.
1920 ging also in der Gemeinde Weiswampach die Aera der Postkutsche zu Ende und an ihre Stelle kam das bequemere, aber sicher weniger romantische "Postauto".
Der heutige Postshop - Weiswampach befindet sich in der "Gruuss-Strooss 64, Maison Keup .