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Bericht der Generalversammlung der ZEFI asbl am 14.März 2018


Am 14. März 2018 hielt der Verein ZEFI asbl ( Zesummen fir Inklusioun – Ensemble pour l’Inclusion asbl ) seine Generalversammlung im Restaurant Moris in Walferdingen ab.

Der Verein ZEFI asbl setzt sich ein für die Förderung der Inklusion von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit spezifischen Bedürfnissen in der öffentlichen Schule und im Berufsleben.

2017 hat der Nationale Behindertenrat (CSPH - Conseil Supérieur des Personnes Handicapées) mehrere Vereine, darunter auch die ZEFI asbl, eingeladen, um eine Stellungnahme zu zwei Gesetzesentwürfen, darunter die seit langem erwartete

Reform des Sonderschulwesens (Ediff), auszuarbeiten.

Als der Gesetzesentwurf Nr. 7181 über die Schaffung von Kompetenzzentren im Bereich der spezialisierten Psycho-Pädagogik im Hinblick auf die schulische Inklusion“ endlich vorlag, stellten die Vereine fest, dass bestimmte Massnahmen in diesem Projekt nicht angesprochen wurden.

Auf Anfrage beim Bildungsministerium wurde der Gesetzesentwurf Nr. 7104 den Vereinen Anfang Mai 2017 übermittelt. Doch dann wurde der Gesetzesentwurf Nr. 7104 bereits am 31.05.2017 von der Abgeordnetenkammer gestimmt, ohne die Stellungnahme der Arbeitsgruppe des Nationalen Behindertenrates abzuwarten.

ZEFI asbl verurteilt aufs schärfste, dass im Gesetzesentwurf Nr. 7104 zwischen Schülern mit besonderen Bedürfnissen" und Schülern mit spezifischen Bedürfnissen " unterschieden wird, die unterschiedlich betreut werden sollen. Der Gesetzentwurf

Nr. 7104 ist auch verantwortlich für die Schaffung der ESEB - Unterstützungsteams, die spezialisierten I - EBS-Lehrer und die Änderungen der Bestimmungen über die Inklusionsausschüsse (CI – Commissions d’Inclusion).

Die Stellungnahme des CSPH Document 7181/02 ist auf der Website http://www.chd.lu der Abgeordnetenkammer abrufbar.

ZEFI asbl bedauert, dass der Bildungsminister Claude Meisch zwar viel von Inklusion spricht und die Einstellung von 150 spezialisierten Lehrern verspricht, der Gesetzesentwurf Nr. 7181/02 jedoch immer noch Sonderklassen vorsieht, ohne dass konkrete Übergangsregelungen zur Förderung der Inklusion geplant sind. Der Verwaltungsaufwand hat erheblich zugenommen, während der Personalmangel weiterbesteht und den betroffenen Kindern schadet.

Es gibt Klassen, in denen die Inklusion dank des sehr motivierten Lehr- und Unterstützungspersonals gut funktioniert, doch hängt eine erfolgreiche Inklusion immer noch vom guten Willen der einzelnen Personen ab.

ZEFI asbl bedauert, dass die Inklusionsausschüsse immer noch mehr Exklusion als Inklusion praktizieren, wobei sie ihre Entscheidungen häufig mit einem Mangel an Unterstützungspersonal in den Klassen begründen. Die Eltern, die in der Regel die Entwicklung ihres Kindes am besten beurteilen können, werden nur selten ernst genommen.

Im letzten Jahr hat der Verein « Zesummen fir Inklusioun – Ensemble pour l’Inclusion asbl » zahlreiche Eltern bei ihren Schritten im Hinblick auf die schulische Inklusion ihres Kindes unterstützt und sogar Eltern zu Sitzungen mit der CI/CIS begleitet. Immer noch wird die Orientierung ihres Kindes in eine Sonderschulstruktur den Eltern unter Druck aufgezwungen.

Oft wissen die Eltern nicht, dass sie unter Berufung auf die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen gegen die Entscheidungen der CI Einspruch erheben können.

2017 trat ein neues Problem auf : viele Eltern beklagten sich bei ZEFI, dass ihre Kinder von Betreuungsstätten (maisons Relais) abgelehnt oder sogar der Tagesstätte verwiesen wurden.

Ausserdem hat ZEFI asbl eine weitere Tendenz festgestellt : immer mehr Eltern versuchen, ihre Kinder aus einer Klasse der IEAP oder der Édiff herauszunehmen, was sich allerdings als sehr schwierig erweist. Es muss also unbedingt darauf hingewiesen werden, dass es viel einfacher ist, von Anfang an darauf zu achten, dass das Kind nicht gezwungen wird, eine Klasse der Éducation différenciée zu besuchen !

Der Verwaltungsrat des Vereins « Zesummen fir Inklusioun – Ensemble pour l’Inclusion asbl » setzt sich 2018 zusammen aus: Frau Martine Kirsch, Präsidentin, Herrn Luc Reisdorf, Vize-Präsident, Frau Susy Scheffen, Sekretärin und Herrn Joël Delvaux, Kassenwart. Die übrigen Mitglieder des Verwaltungsrats sind Elenes Melissa, Marxen Florence, Neves do Rosario Eduarda Maria, Nilles Ketty, Thilgen Estelle, Witry Alexa und Witry Romain.

Während der Sensibilisierungswochen der Stadt Luxemburg veranstaltet ZEFI am 5. Mai 2018 zwei Workshops über Alltag und Autonomie von autistischen Kindern und am 8. Mai 2018 eine Konferenz über die schulische Inklusion autistischer Kinder mit dem auf Autismus-Spektrum-Störungen spezialisierten Erziehungs- und Pädagogikberater Luciano Lazzarotto, der auch bei der ZEFI-Generalversammlung am 14.3.2018 anwesend war.

Weitere Informationen auf der Website des Vereins www.zefi.lu.