Change Edition

Das bewegte Leben des Kantons Vianden


von Georges EICHER, www.luxroots.com, Juni 2020

Karte von Furfur - Eigenes Werk,

inspired by Karten Luxemburgs, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=82616224


Nebenstehend die Karte des Herzogtum Luxemburg vor 1659 mit den späteren 3 Teilungen:

1659: Pyrenäenfrieden, der südliche Teil wird an Frankreich abgetreten.

1815: Wiener Kongress, der östliche Teil an Preussen (später Deutschland).

1839: der westliche Teil an Belgien

Nach der Annexion unseres Landes durch Frankreich im Jahre 1794 bildete das ehemalige Herzogtum Luxemburg als Département des Forêts (Wälder-Departement) einen Teil der Französischen Republik und später des Französischen Kaiserreichs.

Das Wälder-Departement war in 4 Arrondissements (Luxemburg, Diekirch, Bitburg und Neufchâteau), in 27 Kantone und 383 Gemeinden eingeteilt. Mehr dazu unter wikipedia: https://fr.wikipedia.org/wiki/Forêts_(département)

Einer dieser 27 Kantone war Vianden mit folgenden Gemeinden:

- Auf dem östlichen Teil, der ab 1815 durch Beschluss des Wiener Kongresses an Preussen (später Deutschland) abgetrennt wurde: die ehemaligen Gemeinden Geichlingen, Körperich, Kruchten, Nusbaum, Roth, und Wallendorf, (die heute allesamt zu der Verbandsgemeinde Südeifel gehören).

- Im Westen, die damaligen Gemeinden: Consthum, Fouhren, Hosingen, Hoscheid, Landscheid, und Stolzemburg.

Wie schon oben erwähnt, wurden die Gemeinden des östlichen Teils 1815 an Preussen abgetreten einschließlich des Dorfes Keppeshausen, das bis dahin zu der Gemeinde Stolzemburg gehörte.

Im Jahre 1823/24 fanden größere Gemeindefusionen im ganzen Lande statt, so auch im Kanton Vianden:

- Die Gemeinde Landscheid wird an die Gemeinde Hoscheid angegliedert.

- Die Gemeinde Brandenburg (Kanton Diekirch) sowie das Dorf Tandel (Gemeinde Diekirch) wechseln zur Gemeinde Fouhren.

- Das Dorf Bastendorf von der Gemeinde Diekirch geht zur Gemeinde Bettendorf.

In den Jahren 1826 bis 1828 kommen weitere Veränderungen:

- 1826: Die Gemeinde Pütscheid entsteht mit folgenden Dörfern: Landscheid, Gralingen, Nachtmanderscheid, Merscheid und Weiler (aus der früheren Gemeinde Landscheid) sowie der Dörfer der aufgelösten Gemeinde Stolzemburg (Stolzemburg, Pütscheid und Bivels).

- 1828: Die Gemeinde Bastendorf (im Kanton Diekirch) entsteht mit den Dörfern Bastendorf, Brandenburg, Landscheid und Tandel.

Gemäß des königlichen Erlasses vom 12.Oktober 1841 wird der Kanton Vianden abgeschafft und die Gemeinden werden auf die Kantone Diekirch und Klerf aufgeteilt und zwar:

- die Gemeinden Fouhren, Hoscheid und Vianden an den Kanton Diekirch und

- die Gemeinden Consthum, Hosingen und Pütscheid zu dem Kanton Klerf.

Nach längeren politischen Diskussionen wird der Kanton Vianden per Gesetz vom 4.April 1851 wiederhergestellt mit den Gemeinden Vianden, Pütscheid (mit Bivels, Gralingen, Merscheid, Nachtmanderscheid, Stolzemburg und Weiler) sowie Fouhren (mit Bettel, Longsdorf und Walsdorf).

Durch die Fusion von Fouhren mit Bastendorf (früher Kanton Diekirch) ab dem 1.1.2006 kann die neue Gemeinde Tandel (mit den weiteren Dörfern Bastendorf, Brandenburg, Landscheid und Tandel) zum Kanton Vianden gerechnet werden.


Die Mitarbeiter der luxroots.com-Vereinigung haben inzwischen die Details aller Geburts-, Heirats- und Sterbeakten 1798-1923 dieses Kantons in ihre Datenbank erfasst und zwar: 16.125 Geburten, 3.388 Heiraten sowie 11.108 Sterbeakten.

Auch sind schon alle Tauf- und Heiratsakten der Kirchenbücher erfasst.

- die Pfarrei Vianden mit 3.243 Taufakten 1679-1797 und 546 Heiratsakten 1691-1797

- die Pfarrei Fouhren mit den Dörfern Bivels, Fouhren, Bettel, Walsdorf, Longsdorf und Poscheid – 775 Taufakten 1740-1797 und 177 Heiratsakten 1750-1797

- die Pfarrei Stolzemburg mit den Dörfern Stolzemburg, Pütscheid und Keppeshausen - 876 Taufakten 1680-1797 sowie 108 Heiratsakten 1741-1797

- die Pfarrei Brandenburg mit den Dörfern Brandenburg, Hoscheid, Merscheid, Landscheid, Weiler, Schlindermanderscheid, Gralingen, Nachtmanderscheid, sowie Teile der Schlinder - 2.119 Taufakten 1675-1797 und 326 Heiratsakten 1675-1797

- die anderen heute zum Territorium des Kantons Vianden gehörenden Dörfer wie Bastendorf, Tandel, Kippenhof und auch Teile der Schlinder waren in der Pfarrei Diekirch.


Den Famliennamen VIANDEN finden wir nicht in den über 2, 2 Millionen bearbeiteten Dokumenten 1600-1923, aber man kann davon ausgehen, dass der Familienname FEINEN mit Varianten wie FEINNEN, FEYNEN, VEINEN von dem Ortschaftsnamen Vianden abgeleitet ist.

In unserer Datenbank kommen andere Orte des Kantons als Familienamen vor: BETTEL(133), BOETTEL(13), BÖTTEL, FUHREN(11), LONGSDORF(1), TANDEL mit Varianten (208), BRANDENBURG mit sehr vielen Varianten (rund 1.000), BASTENDORF ebenfalls mit vielen Varianten (rund 700), WALSDORF mit Varianten (rund 400)


Die Familien HELL, SALNER und TSCHALLENER kamen im 18. Jahrhundert aus dem Tirol und ließen sich in Vianden nieder.


Eine bekannte Persönlichkeit des Kantons ist sicherlich der 1912 geborene Vic ABENS, Bürgermeister der Stadt Vianden 1946-1981, Mitglied des Parlamentes 1946-1981, Mitglied des Europaparlamentes 1979-1989.



Quellen:

Au fil de l‘histoire II (1971) – Albert CALMES

wikipedia.org

luxroots.com asbl aus den Angaben der Zivilstandsregister und Kirchenbücher