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Bildchenswoche 2018 in Vianden

BILDCHENSWOCHE 2018 in Vianden

‚Loss all dein Kanner ëm dech sen“


„PROFER LUMEN CAECIS, MALA NOSTRA PELLE“

„ Mach die Blinden sehend, allem Übel wehre!“ lautet die, an die Muttergottes gerichtete Botschaft auf dem Schieferstein über der Eingangstür der schlichten Bildchenskapelle. Ein zierliches Türmchen weist wie ein Fingerzeig zum Himmel.


Besser könnte man die mütterlichen Attribute Mariens: Fürsorge, Solidarität und Verständnis nicht ausdrücken. In allen Lebenslagen fühlen sich die Menschen bei ihr aufgehoben, sei es während Naturkatastrophen, bei Krankheiten oder in jeder anderen schwierigen Situation.


Die Legende übermittelt verschiedene Versionen über die Auffindung und Verehrung der Gottesmutter am Ort namens Läächen. Behalten wir zurück, dass 1848, also vor 170 Jahren, im Bonzelbärig zwischen Bivels und Vianden, hoch über dem heutigen Stausee, der Grundstein der heutigen Bildchenskapelle gelegt wurde.

Auf dem ursprünglichen Altar der Schlosskapelle thront seither das Gnadenbild, eine 35 cm grosse Marienstatue aus Lindenholz. Jahr für Jahr wallfahren Generationen und aber Generationen von Viandenern, individuell oder prozessionsweise, zum Gnadenbild, wo von Mai bis Oktober jeden Mittwoch eine Bildchensmesse‘ gefeiert wird.


Am Sonntag vor dem 15. August, dem Fest von Mariä Himmelfahrt, verlässt das Gnadenbild jedoch die Kapelle und wird von den ‚Fraen a Mammen Ste Yolande‘ in feierlicher Prozession zur Trinitarierkirche gebracht. Täglich haben die Gläubigen während der folgenden Bildchenswoche die Gelegenheit an den Messen und Rosenkranzgebeten, dem Inbegriff der Marienverehrung, vor dem Gnadenbild teilzunehmen. Viele von ihnen möchten sich bedanken, andere ihre Trauer zum Ausdruck bringen oder für persönliche Anliegen beten, sei es für die Familie, die Kinder, die Enkelkinder. Als ‚Heil der Kranken‘ spendet die Muttergottes vom Bildchen besonderen Trost allen Kranken und Bedrückten, besonders anlässlich der Messfeier für Kranke und Betagte..


Nach dem feierlichen Pontifikalamt, am Sonntag, dem 19. August, welches unter dem Vorsitz von Erzbischof Jean-Claude Hollerich zelebriert wird, bildet am Nachmittag die ‚Roukiprëssessiunn‘ den Abschluss der Oktave.


Musikalisch umrahmt von der, ebenfalls 1848 gegründeten Stadmusik, der Chorale Trinitaire, in Anwesenheit vom Klerus, den Messdienern sowie zahlreichen Gläubigen der Pfarrei Parc Our St. Nicolas, setzt sich um 14h15 die Schlussprozession in Bewegung. Dem ‚Himmel‘ unter dem die Geistlichen abwechselnd das Allerheiligste tragen, folgt traditionsgemäss, die Statue des Hl Rochus, getragen von den Männern der Pfarrei sowie das Gnadenbild, geschultert von der lokalen Sektion der ‚Fraen a Mammen Ste Yolande‘, unter deren Obhut die Bildchenskapelle wöchentlich gereinigt und floral dekoriert wird.

Die ersten Segen werden beim Justizkreuz sowie beim Kruzifix oberhalb der Jugendherberge erteilt, beide Denkmäler mit viel Liebe von den anliegenden portugiesischen und luxemburgischen Einwohnern floral geschmückt. Entlang der Lourdes-Grotte begibt sich die Prozession zur ‚Fatima‘ Gedenkstätte, wo erneut der Segen erteilt wird.. An der Muttergottesstatue auf dem ‚Hiddelbour‘, dem Napoleonsgäertchen, dem Kletterpark und dem Herrgottsgäertchen entlang, geht es bei der ‚Immaculata‘ an der Wasserstelle abwärts entlang den Bildstöcken der ‚Sieben Schmerzen Mariens‘ zur Bildchenkapelle mit Erteilung des Segens vor der Kapelle.

Erwähnenswert bleibt die Dekoration sowohl der Bildchenkapelle wie des ‚Pavillons‘ beim Fatima-Denkmal durch die ‚Veiner Krëppebauer‘.


Ihren Ausklang findet die Bildchensoktave mit einer feierlichen Andacht in der Trinitarierkirche, wo Erzbischof Jean-Claude Hollerich, welcher sich seit seiner Kindheit jährlich, sofern nur möglich, an der Roukiprëssessiunn seines Heimatstädtchens beteiligt, den sakramentalen Schlusssegen erteilt.


Anschliessend laden Kirchenrat und Pastoralrat zum Empfang im Kreuzgang ein. Gaby