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30-jähriges Priesterjubiläum von Kardinal Jean-Claude Hollerich

Vor 30 Jahren, am Sonnag nach Ostern, stand Vianden ganz im Zeichen der Primiz des Neupriesters, Jean-Claude Hollerich, ein Fest, das viele Menschen in der Stadt bewegte


Nachdem, der in Vianden aufgewachsene Jean-Claude Hollerich am 21. April 1990 in der Kirche St Julien in Brüssel durch die Handauflegung von Mgr. Yves Ramousse, Bischof der kambodschanischen Kirche zum Priester geweiht wurde, feierte er am Sonntag nach Ostern, (22.4.1990) Primiz in seiner Heimatstadt Vianden, der er sich nach wie vor sehr verbunden fühlt.


Vor der Sankt Nikolauskirche segnete Dechant René Feltes das Messgewand, das dem Neupriester von seiner Groβmutter und seiner Mutter angelegt wird.

Angeführt von den Messdienern, den Eltern, Familienmitgliedern, geistlichen Mitbrüdern, Freunden des Neupriesters, der Musikgesellschaft, der Feuerwehr sowie begleitet von vielen Gläubigen aus seiner Heimatgemeinde, wird der sympathische, junge Geistliche ins Kulturzentrum Larei geführt. Die Trinitarierkirche war zu dem Zeitpunkt wegen gröβerer Renovierungsarbeiten geschlossen.

Im, bis zum letzten Platz gefüllten Festsaal wird ein besonders lebendiger und musikalisch hochwertiger Festgottesdienst zelebriert, der nicht so schnell vergessen wird. Für den gelungenen musikalischen Rahmen sorgte der Trinitarierchor unter der Leitung von Roby Sauer, begleitet am Harmonium von Marco Bettendorff. Sehr zur Freude des Jungspriesters trug der Chor das japanische Lied ‚Atarashi Kohitsuji‘ vor. In der Tat, Zentrum des religiösen und geistigen Wirkens von Jean-Claude Hollerich war die japanische Hauptstadt Tokio, wo er 2002 sein Ordensgelübde in der St.Ignatius-Kirche ablegte.


„Wir freuen uns mit Jean-Claude seine erste Eucharistiefeier feiern zu können. Er fühlt sich mit Vianden verwachsen. Darauf dürfen die Viandener stolz sein“, betonte der frühere Dechant Michel Behm eingangs seiner Predigt bei der Primizfeier.


Mit der Primiz wurde der Anfang eines langen und fruchtbaren Wirkens als Priester gefeiert. Es war das Ziel eines langen Weges, aber gleichzeitig der Start zu einem noch viel längeren Weg.


Am 30. Oktober 2011, nur zwei Wochen nach seiner Bischofsweihe, wird dem Luxemburger Kirchenoberhaupt ein weiterer feierlicher Empfang in der Stadt seiner Kindheit und Jugend bereitet.

„Sëdd wëllkomm wi e Frënd“ singt der Viandener Trinitarierchor denn auch mit Recht, als Dechant René Feltes und die Bürgermeisterin den Erzbischof auf dem prallgefüllten Platz vor dem Stadthaus begrüßen.

Mit Freude und Stolz habe man reagiert, als man erfuhr, dass ein ‚Veiner Jung‘ zum neuen Erzbischof geweiht werden sollte, so der Präsident der lokalen Kirchenfabrik, Metty Weyrich.


Die Bedeutung seiner Viandener Wurzeln auch selber sprachlich unterstreichend, ruft Erzbischof Jean-Claude Hollerich die lokale Glaubensgemeinschaft dabei auf, fest zusammenzustehen

„Ech wëll net, dass Veinen just en Touristenattraktiunn ass, mä en Plaz wu d’Leit glëcklich kënne sen a sech virua firenän engagieren“ so der Erzbischof.


Es sollte jedoch nicht bei diesem Aufstieg des prominentesten Viandeners bleiben. Dass Erzbischof Jean-Claude Hollerich am 1. September 2019 mehr als überraschend zum Kardinal durch Papst Franziskus ernannt wurde, ist ein Novum in der 150-jährigen Geschichte des Bistums Luxemburgs.

„Eine einzigartige Anerkennung für die katholische Kirche von Luxemburg“, wie Großherzog Henri anlässlich der Feier im Vatikan erklärte.


ANNUNTIATE


Als Kardinal behält Erzbischof Jean-Claude Hollerich die Motive seines Bischofswappen, außer dass dieser von einem roten Kardinalshut gekrönt ist, von dem an jeder Seite 15 rote Quasten abgehen.

Sein Wahlspruch ‚Annuntiate‘ – ‚Verkündigt‘ bleibt derselbe und unterstreicht die besondere Bedeutung des Dialogs

„Lasst uns gemeinsam wirken für eine bessere Welt“, wie der neue Oberhirte der Katholischen Kirche in Luxembrug, mit viel Charisma die Deutung dieses, seines Wahlspruchs erläuterte.

Das rechte Feld ist der Wappen der Stadt Vianden, ein silberner Balken im roten Feld, das linke Feld die Fahne Japans, ein silberner Balken im roten Feld mit einer roten Kugel, das untere Feld, ein goldener Löwe im blauen Feld = das Wappen der Stadt Differdingen, das obere Feld, eine goldene flammende Sonne mit den schwarzen Buchstaben IHS in blauem Feld, über dem H ein schwarzes Kreuz und unter dem H in schwarz, die drei Nägel des Gekreuzigten, der Wappen des Jesuitenordens.


Sollte der bislang prominenteste Viandener nach dem Ende der Corona-Krise seine ‚Joyeuse Entrée‘ als Kardinal in seiner Heimatstadt halten, wird sich für den Trinitarierchor die Gelegenheit ein weiteres Mal bieten, das japanische Lied ‚Atarashi Kohitsuji‘ einzustudieren.


Dass dieser Weg, angefangen bei der Primiz am 22.4.1990, Jean-Claude Hollerich zum Bischofsamt und seit kurzem zur Erhebung in den Kardinalsstand führen würde, hätte er wahrscheinlich in seinen kühnsten Träumen nicht erwartet.

Papst sind wir zwar noch nicht, aber diesem doch ein gutes Stück näher.


Die Viandener rufen gemeinsam:


AD MULTOS ANNOS, Jean-Claude!

Gaby Heger