Change Edition

Spinne fängt Corona

Wie Kinder das gefährliche Monster verjagen

Überrascht kann man schon sein, wie kreativ Kinder sind, wenn es darum geht, Lösungen gegen Angst und Unsicherheit zu finden. Es ist schulfrei, aber nicht wegen der Ferien, sondern wegen Corona, einem für Kinder undefinierten Monster, das den Erwachsenen großen Schrecken einjagt und deshalb auch die Kleinen ängstlich und unsicher werden lässt.

Nun aber kennen die meisten unserer Kids zahlreiche Märchen, in denen trollige Wesen den Fortgang des Lebens bedrohen oder jedenfalls Befindlichkeit und Ordnung durcheinanderbringen. Diesen Angstmachern gegenüber stehen in den Geschichten meistens Tiere mit Zauberkräften und ganz speziellen Fähigkeiten, welche die Ungeheuer verbannen und die Erzählung zu einem guten Ende führen.

Generell stehen Spinnen auf der Beliebtheitsskala der Tiere nicht ganz oben, aber viele bewundern ihre hohe Kunst des Netzbaus. In diesen Zeiten aber kann man sich erinnern, dass die achtbeinigen Insekten-Jäger lästige Kleintiere und stechende Mücken einfangen.

In einem Straßenbild mit starker Spinne im Vordergrund und kleinem Virus neben dem Netz zeigt eine knapp siebenjährige Malerin in der Tüntinger rue de Luxembourg einen von ihr gewünschten Entwicklungsweg aus der derzeitigen Corona-Krise und der damit verbundenen Angst. Ihre auf den Asphalt mit Kreide gemalten Gedanken strahlen wie im Märchen Zuversicht aus und bezeugen Vertrauen fürs Leben. Bis dato aber weiß man nicht, ob die Spinne alle lebensbedrohenden Viren fangen und fressen und am Ende der Fantasievorstellung vielleicht doch eine richtige Prinzessin werden wird.