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Beltanefeier bei der Confrérie St. Martin

Die Etymologie des Wortes Beltane ist nicht geklärt, es könnte von bel („helles Feuer“) hergeleitet sein. Eine Verbindung mit den Gottheiten Beli Mawr und Belenus, oder mit Bile, dem Vater Mileds, wird angenommen. An diesem Tag wurden bis ins vorige Jahrhundert alle Herdfeuer gelöscht und dann mit Hilfe eines Feuersteines wieder neu entzündet (schottisch-gälisch tein eigin, „Notfeuer“). Das soll an die Landung der Túatha Dé Danann in Irland und das Verbrennen ihrer Schiffe erinnern. Ebenso sollen Partholon und später die Milesier am 1. Mai gelandet sein. Im Glossar Sanas Cormaic („Cormacs Flüstern“) des Bischofs Cormac wird berichtet, dass zu Beltane das Vieh unter der Aufsicht von Druiden zwischen zwei Feuern durchgetrieben wurde, um damit Krankheiten zu verhindern.
Da die Ritterschaft St. Martin auch einen waschechten keltischen Druiden in ihren Reihen hat, so ist es nur selbstverständlich, dass bei der Ritterschaft zumindest die Hauptfeste, wie Beltane und Samhain jedes Jahr gefeiert werden. Hierzu haben die Recken der Ritterschaft sich am vergangenen Wochenende in einer Jagdbude nahe Hoscheid getroffen, und das Fest gebührend zu feiern. Anders als angenommen wird Beltane nicht in der Nacht zum 1sten Mai, sondern in der ersten Vollmondnacht des Monats Mai gefeiert. Nachdem sich alle erst einmal bei Speis und Trank ordentlich gestärkt hatten, konnte der Druide mit dem Ritual beginnen. Als erstes wurde der Ritualplatz vom Druiden mit Räucherwerk gereinigt. Anschliessend ging unser Druide auf die Bedeutung des Festes ein, und er sprach einige Worte der Besinnung. Einige Recken liess der Druide Holzscheiten anfassen, wobei die negative Energie des vergangenen Jahres in die Hölzer fliessen sollte. Nachdem dies getan war, wurden die Hölzer im Beltanefeuer verbrannt, und somit wurde auch die negative Energie vernichtet. Zum Abschluss ging man dann dazu über, die Königin des Winters, Gebieterin des Todes - welche von einer Strohpuppe symbolisch verkörpert wurde – und die das Land an Samhain in den Tod sandte, zu verbrennen. Denn nur durch Tod kann frisches Leben neu beginnen. So ist das Geschenk von Cailleach an das Land: Tod, Dunkelheit und Chaos. Wenn man den Winter überleben wollte, so musste sich ein Mitglied der Ritterschaft opfern, um der Ritterschaft das Überleben zu sichern. Einer musste sich um Cailleach kümmern, ihr dienen und sie ehren bis der Winter vergangen war. Zu diesem Zweck wurde ein Beutel mit Brotstücken herumgereicht. Derjenige der das verkohlte Brotstück hervorholte, muss sich bis zu Beltane um die Cailleach-Puppe kümmern. Jetzt war nun die Zeit gekommen, wo die Göttin dem Feuer übergeben wurde. Im Schein des Feuers wurde dann neue Saat von dem Druiden an die Natur geschenkt, damit das neue Leben erwachen kann, und es wurde eine Räucherung mit Weihrauch und anderem Räucherwerk vollzogen, zum Gedenken an die Verstorbenen. Zum Schluss fand dann eine Humpenkreisung statt, bei dem sich die Ritter und auch die profanen Besucher vorstellten – die Ritter natürlich mit ihrem ritterlichen Wahlspruch (auch Wappenspruch genannt: Persönlicher, sinniger Spruch von Recken, Burg- oder Freifrauen bei der ritterlichen Vorstellung. Knappen und Schildknappen führen den Wahlspruch der Ritterschaft). Nachdem die Humpenkreisung abgeschlossen war, kehrten alle wieder in die behagliche Jagdhütte ein, wo man beim warmen Ofen, noch das ein oder andere Glas Rebensaft leerte.