Change Edition

Häftlinge sind Menschen wie du und ich!

Nur noch wenige Gefängnisse in aller Welt sehen so aus, wie diese auf unserem Bild abgebildete Haftanstalt in den USA. Die inzwischen nur noch Zeuge vergangener Zeiten ist.


Wie auch immer, das Gefängnis ist weder in Luxemburg.noch in unseren Nachbarländern Belgien, Frankreich und Deutschland ein Hotel mit Vollpension.


Eigentlich sind im Gefängnis nicht nur Sträflinge, sondern insbesondere auch die Aufseher. Und wenn sich in einem Gefängnis die Aufseher nicht mehr wohl fühlen, dann wehe den Insassen, denn dann geht es diesen noch schlechter. So ist es nun einmal für Menschen, die sich an der untersten Sprosse einer Leiter befinden.


In der Regionalzeitung "Midi Libre" habe ich am heutigen Dienstag 29.Mai 2018 einen hoch interessanten Bericht über die Lage in den Gefängnissen der "Occitanie" (Name der neugebildeten Region im Süden Frankreichs) gefunden.Dieser Artikel hat in großer Objektivität der französische Journalist Francois Barrère (f.barrere@midilibre.com) geschrieben.


Nun, in den Strafanstalten von Perpignan, Nîmes und Carcassonne gibt es 2.600 Plätze für 4.000 Sträflinge. Unter diesen sind circa 80 Minderjährige. Daraus kann man nur schlussfolgern, dass da Menschen wie Heringe in der Tonne untegebracht sind.


In ganz Frankreich sind 869 Minderjährige in Strafanstalten für Erwachsene untergebracht.


In Perpignan hat das Gefängnis Raum für 200 Personen. Doch in Wirklichkeit sind dort 377 Sträflinge untergebracht!


Staatspräsident Emmanuel Macron versprach das Schaffen von 15.000 neuen Posten für Gefängnisaufseher. Doch inzwischen war das Fallbein der Rattionalisierung in Aktion und jetzt wird man sich mit 7.000 neuen Aufsehern zufrieden geben müssen.


Das ist wirklich nicht gut für Frankreich. Denn wenn in einem Gefängnis die Resozialisierung nur noch mangelhaft, wenn überhaupt, funktioniert, dann wehe den Menschen in Stadt und Land, die in Furcht leben müssen, dass ehemalige Sträflinge ihnen mit dem Knüppel auf den Kopf hauen werden. So erhalten die Bürger notgedrungen den Eindruck als sei ihr Wohnort nicht mehr sicher!


Nicht nur in Frankreich brodelt es in den Strafanstalten.

Vielmehr auch im Luxemburger Gefängnis.

Ja, man kann von Meutereien sprechen. Und die Aufseher sind so schlecht ausgerüstet, dass sie kaum in der Lage sind, sich gegen die in Wut geratenen Sträflinge zu wehren.


Jetzt soll Abhilfe kommen: Einerseits sollen die Aufseher Knüppel und Pfefferspray bekommen, um sich zu Wehr zu setzen und andererseits sollen die Aufständigen die ganze Härte des Disziplinarreglementes zu spüren bekommen.


Mit Pfefferspray könnte man vielleicht auf Jagd nach Mücken im Gefängnis gehen, und Sträflinge bestrafen, die bereits einmal durch ein ordentliches Gericht bestraft wurden, das scheint mir nicht das geeignete Mittel zu sein, um Ordnung und Frieden in einem Gefängnis zu erreichen.


In jedem Fall gehören Strafgefangene für Straftaten im Gefängnis vor ein ordentliches Gericht.


Ansonsten ist das Gebot der Stunde: Das Leben im Gefängnis sowohl für Aufseher und

Sträflinge angenehmer gestalten, Aufstände zu unterbinden bevor sie ausbrechen und für kleine Vergehen großzügig Gnade walten zu lassen.


In einem Gefängnis, wo so viele Menschen in einem doch sehr engen Raum zusammen leben müssen, müssen Ministerium, Juistiz, Staatsanwaltschaft und Strafvollzug alles Mögliche tun, damit die Würde der Aufseher und der Sträflinge vollauf respektiert wird.


Doch Respekt für den Menschen im Gefängnis?