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Große Rettungsübung auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums

Abends um 19.30 Uhr steuert ein stark angetrunkener Fahrer sein Gefährt mit überhöhter Geschwindigkeit. In Höhe des Parkplatzes des Einkaufszentrums Cactus Redingen verliert er die Kontrolle über sein Fahrzeug und stößt dabei mit einem entgegenkommenden Reisebus frontal zusammen.

Der Wagen des Unfallverursachers, Reisebus sowie zwei Fußgänger sind in den Unfall verwickelt. Das Auto des Unfallverursachers ist mit vier Fahrgästen besetzt, und im Reisebus sind insgesamt 32 Fahrgäste vorhanden. Insgesamt sind zwei Tote und 16 zum Teil lebensgefährlich verletzte Personen zu beklagen, 20 Personen sind nur leicht verletzt.

Hierbei handelt es sich zwar nur um eine großangelegte Übung, doch das Unfallszenario war sehr realistisch. Da diese Situation nicht von einem einzigen Einsatzzentrum zu bewältigen ist, werden gleichzeitig die Einheiten aus Redingen und Bondorf sowie die Feuerwehr Redingen alarmiert. Die eingesetzten Rettungskräfte sollen in dieser, bedingt durch die hohe Zahl an Verletzten, nicht alltäglichen Situation Ruhe bewahren und die anfallenden Rettungsarbeiten diszipliniert und keinesfalls hektisch durchführen, um eine patientenorientierte technische Rettung zu gewährleisten. Zenterchef Fernand de Lima übernimmt die Einsatzleitung, da sein Einsatzzentrum als erstes an der Unfallstelle ankam. Beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Einheiten aus unterschiedlichen Zentren bietet sich ebenfalls die Möglichkeit, die Arbeitsweisen der benachbarten Rettungskräfte kennenzulernen und die Zusammenarbeit mit diesen zu vertiefen.

Zu bemerken ist, dass bei dieser Übung ganz bewusst das Auslösen des „Plan nombreuses victimes“ geplant wurde. Das Ziel dieser Übung bestand in erster Linie darin, die zwei Einsatzzentren und die Feuerwehr Redingen zu koordinieren, um somit eine möglichst schonende und patientenorientierte technische Rettung zu ermöglichen. Sofort wurde nach Erkundung und Triage ein „Poste médical avancé“ (PMA) mittels pneumatischen Zelts und einer aufwändigen Logistik unter der Leitung von Urbain Kintzlé, Zenterchef in Bondorf, eingerichtet.

Der Verantwortungsbereich Transport umfasste die Einrichtung eines Fahrzeughalteplatzes, die Entsendung der erforderlichen Einsatzfahrzeuge zu den einzelnen Einsatzabschnitten sowie die Bereitstellung von Rettungswagen zum Abtransport der Verletzten. Die Verletzten wurden unter Leitung von Fernand de Lima in Zusammenarbeitmit Urbain Kintzlé (Zenterchef Bondorf), Marc Portzem (Zenterchef Hosingen) und Jean-Philippe Lourenço (Zenterchef Diekirch) aus ihrer misslichen Lage gerettet und zum Behandlungsplatz geführt. Hier erfolgte eine Sichtung und Einteilung in eine von vier Dringlichkeitskategorien. Nach Abschluss der Erstversorgung im PMA erfolgte der Abtransport ins Krankenhaus.

Nach Abschluss dieser Großübung fand ein kleines Debriefing statt, in Verbindung mit einem Snack und Getränken. Die Dankesrede von Fernand de Lima galt den freiwilligen Mithelfern aus den Einsatzzentren Echternach und Diekirch sowie den freiwilligen Feuerwehren Böwingen, Tüntingen und Luxemburg-Stadt, die in hoher Anzahl die Verletzen simulierten.

Ein großer Dank galt auch der Firma Cactus und der Firma Unsen, die es ermöglichten, ein zusätzliches Zelt und einen Reisebus zu benutzen, um diese Übung zu ermöglichen. Das größte Lob bekamen aber die Einsatzkräfte für ihre Disziplin und die exemplarische Zusammenarbeit.

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