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Ettelbrécker Guiden entdecken das fünfte Element

Vom 29.Juli bis zum 8.August 2012 fand ein Pfadfinderlager der „Ettelbrécker Guiden“ in Neuhäuschen statt. Das Besondere dieses zehntägigen Aufenthalts liegt darin, dass es das erste Gruppencamp seit 1985 ist. Üblicherweise organisieren die verschiedenen Altersgruppen „Wëllefcher“, „Avex“, „CaraPio“ und „RaRo“ getrennte Camps, aber diesmal zelteten alle zusammen. Somit trafen Neunjährige, also die jüngsten Teilnehmerinnen, auf 23-jährige Guiden .


Bereits im November begannen die Vorbereitungen und somit brachten 40 Chef-Guiden ihre Ideen zusammen, um die Aktivitäten und Ateliers möglichst abwechslungsreich zu gestalten. Das diesjährige Thema hieß: fünf Elemente, also bekannterweise Feuer, Wasser, Erde und Luft. Wofür steht dann aber das fünfte Zusatzelement? Die Antwort lautet: „die Guiden“. Auf der früheren Trennung zwischen Scouten und Guiden basierend, gilt diese Bezeichnung hier den Pfadfinderinnen.

Während der etlichen Versammlungen die im Vorfeld stattfanden, arbeiteten die Kinder selbst ihre Logos aus, indem sie einige Bilder anfertigten und nachher die besten Motive und Formen zusammengefügt wurden. Diese themenangepassten Symbole trugen viele auch als Buttons an ihren Halstüchern.

Mit 55 Teilnehmern aus den unterschiedlichen Alterskategorien war der Zulauf dieses Jahr groß.

„Einer für alle, alle für einen“

Dank der Anleitungen der Chefs, sowie durch genügend Geschick und Zusammenarbeit, benötigten Kinder, Jugendliche und ihre Betreuer für die Küchen-, Tisch- und Bankkonstruktionen nur einen Tag. Auch das Hauptziel eines solchen Treffens entspricht dem Leitmotiv: „Einer für alle, alle für einen“. Im selbst geschriebenen Camplied werden neben dem Zusammenhalt die Werte Freude und Spaß hervorgehoben.

Der Tagesablauf war klar strukturiert: meistens gegen halb 8 aufzustehen und abwechselnd diverse Aufgaben wie Feuer entfachen, kochen, spülen und Holz hacken zu erledigen. Auf dem Speiseplan standen unter anderem Spagetti, Tortilla, Chilli con Carne, Fleischknödel mit Reis, Gulaschsuppe sowie Pakalu. Letztere ist eine Pfadfindertradition, bei der Hackfleisch, Kartoffeln und weitere Zutaten, fest mit Alufolie umwickelt, auf heißer Kohle aufgewärmt werden.

Neben dem Elementaren wurden die unterschiedlichsten Projekte gestartet: eine Eröffnungsfeier, themenorientierte Experimente, Ateliers bei denen zum Beispiel mit Papiermaché gebastelt oder Fotos mit einer Kamera Obscura geschossen wurden, ein Nachtsrallye, ein Eventtag mit den Eltern, ein Kino- und Schwimmbadbesuch und sogar ein zweitägiger Hike an der Mosel, der einige Spuren hinterlassen hat. Damit sind zahlreiche Blasen an den Füßen und teilweise heftiger Muskelkater gemeint. Schließlich erstreckte sich dieser Orientierungsmarsch über 24 Kilometer, die außerplanmäßige Umwege von ungefähr zwei Kilometern, die jedoch nicht ausblieben, nicht mitgerechnet.

Diese Aufzählung lässt sich noch auf mehrere, im Laufe des Jahres veranstalteten, Events, wie zum Beispiel Wochenendaufenthalte, Theaterabende und ein Ostereierverkauf ausdehnen. Damit ein solches weitgefächertes Unterhaltungsprogramm auch erfolgreich verlaufen kann, sind neben Kooperation auch noch andere Voraussetzungen gefordert. Laut Frau Rausch, einer Betreuerin, sollte man flexibel, offen, gutgelaunt und naturbegeistert sein. Bei Interesse können ab September samstags in Warken weitere Informationen eingeholt werden. (Pfadfinderheim rue der Bürden)


Text: Carole Kill
Fotos: Carole Kill, Luc Ewen
Videos: Luc Ewen