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„Ech sinn ee groussen Hexemeeschter“

In Munshausen blieb man auch in diesem Jahr der alten Luxemburger Tradition des Traulichtbrennens treu. Seit Jahren schon pflegen die Varantwortlichen der Robbesscheier den alten Brauch, wo aus dicken Runkelrüben garstige Fratzen ausgeschnitten werden und, von innen mit einem Kerzenstummel beleuchtet, den Betrachter das Fürchten lehren.

Als „Trauliicht“ wurden die Irrlichter bezeichnet, welche über den Mooren, die man vor Jahrhunderten auch bei uns fand, aufleuchteten und den Wanderer in die Irre, mitten ins Moor führten und denen man also nicht trauen konnte.

In diesem Jahr hatte das „Domaine touristique“ eine ganze Woche lang Animationen und Aktivitäten rund ums „Trauliichtbrennen“ angeboten: Die Kinder durften selber backen, die Bienenschule besuchen, auf Esel reiten, mit der Kutsche fahren, im Wachsatelier Kerzen gießen und nicht zuletzt eine wohlschmeckende Kartoffelsuppe kochen und „Gromperekichelcher“ backen.

Höhepunkt des Traulichtbrennen war der Geisterumzug, wo die Kinder mit ihren selbst gebastelten Traulichtern und Geisterrasseln die Gespensterjäger begleiteten und viele Geschichten um das Traulicht und die Hexen und Geister erzählt bekamen.

Bei anbrechender Dunkelheit zogen die Kinder zusammen mit ihren Eltern und Geschwistern durch das Areal der „Robbesscheier“, wo an verschiedenen Orten den bösen Geistern der Garaus gemacht wurde. Vom Geisterjäger aufgefordert erklang lautstark das: „Ech sinn ee groussen Hexemeeschter“, und je weiter man in die Dunkelheit drang, desto stimmiger wurde die bekannte Melodie. Entlang der Wege flackerten die brennenden Baumstämme und gaben passend zur gruseligen Stimmung ein diffuses Licht ab.

Auf dem großen Zeltplatz hatten die Helfershelfer des Geisterjägers schon den Scheiterhaufen in Brand gesetzt und nach einem ordentlichen „Gerichtsverfahren“ wurde der böse Geist auf den Scheiterhaufen geworfen und verbrannte in stobenden Funken. Als Belohnung für die Hilfe bei dieser erfolgreichen Geisterjagd durften die Kinder sich ein Stangenbrötchen am verglimmenden Feuer backen. (J R-K)