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Auf den Spuren von P. Bettendorff

30 Teilnehmer eines internationalen Symposiums unter dem Thema „Missionierung, Akkulturation und Globalgeschichte“ der Universität Luxemburg, unter der Leitung von Prof. Jean-Paul Lehners, besuchten Lintgen, die Heimat des Jesuiten Jean Philipp Bettendorff (1625-1698), einer der ersten Missionare der Amazonasregion, dessen Wirken im Sinne der Akkulturation auch Auswirkung auf die Globalgeschichte hatte.

In Lintgen besichtigte man zunächst das Geburtshaus von P. Bettendorff, das sogenannte Heuardt-Haus, das heute älteste Haus im Ort.

Anschließend gab die Gemeinde Lintgen einen Empfang für die Teilnehmer des Symposiums. Der erste – akademische – Teil des Empfangs fand in der Pfarrkirche statt, deren Grundstück einst von der Familie des großen Sohnes des Ortes gestiftet worden war.

Bürgermeister Henri Wurth stellte das bisherige Engagement der Gemeinde zum Andenken an ihren großen Sohn dar. So organisierte die Gemeinde im Jubiläumsjahr eine große Ausstellung über P. Bettendorff und gab einen Katalog heraus. Im Jahre 2009 wurde eine Straße nach P. Bettendorff benannt und schließlich plant man, im Jahre 2011 mit einer Delegation zur 350-Jahr-Feier der Stadt Santarém am Amazonas zu fliegen, die von P. Bettendorff gegründet worden ist.

Anschließend stellte Prof. Madalena P.J. Oudinot Larcher von der Polytechnischen Hochschule Tovar in Portugal das Lebenswerk von P. J.P. Bettendorff vor. Dabei ließ sie ihn mit Hilfe seiner voluminösen Chronik, die er im Jahre 1697/98 verfasst hatte, selbst zu Wort kommen. Sie berichtete von seinem pastoralen Engagement zugunsten der indigenen Bevölkerung, vor allem der Kinder unter ihnen. Aber auch sein Interesse an Flora und Fauna der Amazonasregion, der die Welt zum ersten Mal die Kenntnis der Guaraná-Pflanze verdankt, kamen zum Ausdruck. Zuletzt berichtete Maddalena Larcher von dem künstlerischen Werk des Luxemburger Jesuiten, dem die Region mehrere monumentale Kirchen und Altarbilder verdankt. (bob)