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Bericht über die WM in Serbien.

Ungarn siegte überlegen.

Am ersten Wochenende im Juni organisierte der serbische Sportfischerverband die 31. Weltmeisterschaft für Vereinsmannschaften in Golubac. Golubac ist ein kleines, verschlafenes Städtchen am linken Ufer der Donau. Der Fluss bildet hier eine natürliche Grenze zwischen Rumänien und Serbien, und erreicht an dieser Stelle seine größte Breite mit über sechs Kilometern.

Die Donau ist sehr fischreich, doch zu dieser Jahreszeit werden hier nur Grundeln (Apollonia melanostomus ) sehr selten eine Karausche, ein Karpfen oder ein Wels gefangen. Es ist eine Fischerei auf Schnelligkeit, in den unteren Sektoren mit 8m Ruten, mit Montagen von 6m mit Flattermännern bis zu 15 gar 20 Gramm und Haken der Größe 14, 16 und 18. Die oberen Sektoren, weniger tief mit 2m und mit einer Bevölkerung von kleineren Fischen, erforderten Schwim-mer der Größe 1,2,3,4 Gramm mit 18 und 20er Haken.

Gefüttert wurde hauptsächlich Erde mit sehr wenig Futter, zusätzlich Maden, Würmer und Zuckmücken. Die Haken wurden gespickt mit Wurmstückchen, Maden und wo es schwierig zuging mit großen Zuckmücken.

Die beiden Durchgänge verlangten von den Wettkämpfern alles ab. Um über 400 Fische in den unteren Sektoren an Land zu ziehen verlangt es eine körperlich und solide Ausdauer, sowie volle Konzentration während vier Stunden. Die schwüle Hitze im ersten Durchgang und der heftige Wind mit hohem Wellengang am zweiten Wettkampftag erschwerten das Angeln sichtlich.

Der Organisator hatte die Wettkampfstrecke hervorragend hergerichtet. Für jeden Wettkämpfer gab es eine solide Plattform am Wasser wo er sein Material abstellen konnte, in den oberen Sektoren sogar ein Treppchen die Steinschüt-tung hinunter ans Wasser. Zustände von denen man hier zu Lande nur träumen kann.

Das Luxemburger Team angereist mit den Anglern Henri Clement, Jean Gonring, Claude Jacoby, Fernand Schmitt, Jérôme Schmitt und John Stelmes unter Leitung ihres Trainers Michel Burais war gewillt sich in der ersten Hälfte der 25 erschienenen Mannschaften zu klassieren.

Der erste Durchgang brachte den Kirchberger sichtlich Genugtuung. Fernand Schmitt konnte sich im Sektor B mit 5120 g klar durchsetzen, Jérôme schaffte im schwierigen D Sektor Platz 4 mit 1760 G. Claude Jacoby fand nach anfänglichen Schwierigkeiten seine Fischerei und endete auf dem 11ten Rang. Jean Gonring brachte mit 650 g im sehr schwierigen C Sektor zu wenig Gewicht auf die Waage, es reichte nur zu Platz 19. Henri Clement hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt. Eine Fischerei die ihm nicht behagt, gebrochene Rutenteile und einen Platz am Sektorenende ließen ihn hoffnungslos ans Ende der Wertung rutschen.

Mit 60,5 Punkten hatte man doch ein äußerst günstiges Resultat erarbeitet und einen 10. Platz unter 25 teilnehmenden Nationen erreicht. Man hoffte auf ein Weiterbestehen im zweiten Durchgang.

Sagen wir es vorne weg, das sollte unseren Anglern nicht gelingen.

Im A Sektor hatte Jérôme Schmitt einen soliden Beginn, doch nach der Hälfte des Wettkampfs kannte er einen sehr langen Durchhänger, nahm dann im letzten Viertel wieder auf und schaffte noch Rang 11 mit 3870 g. Im B Sektor schaffte Jean Gonring, für sich gesehen ein sehr ordentliches Resultat mit Rang 12 und gefangenen 2890 g. Ein kleiner Wels half ihm dabei aber kräftig. Claude Jacoby war der Pechvogel des Tages. Ein riesiges Loch im Setzkescher, hervor gerufen doch das Scheuern des Netzes an den Steinen, brachte ihn um einen Teil seines Fanges. Er musste mit 670 g und mit dem 19 Platz vorlieb nehmen. John Stelmes tat ein regelmäßiges Fischen und reihte sich mit 1120 g auf Platz 11 ein. Im E Sektor hatte Fernand Schmitt einen tollen Beginn, doch nach einer guten Stunde verlor er komplett den Faden und rutschte sehr weit zurück. Mit einem bemerkenswerten Finish konnte er sich aber wieder in die erste Hälfte der Wertung hervor arbeiten. 1360 g für 146 Fische ergaben Platz 11.

In der Tageswertung rutschte die Mannschafte auf Platz 15 zurück. Mit einem Punkt weniger wäre man 11. gewesen.

Doch alles Schönreden hilft nichts, die Gesamtwertung erbrachte einen 13. Rang. Trotzdem war man mit der Leistung zufrieden und will in der Zukunft auf dieses Resultat aufbauen.

Diese WM wurde ganz klar von der ungarischen Mannschaft dominiert. Sie konnte ihr Resultat vom Vortag behaupten und gewinnen erstmals eine Vereinsweltmeisterschaft. Die Serben kämpften sich von Platz 6 auf den zweiten Platz vor, dies durch zwei Sektorensiege im zweiten Durchgang. Für die Engländer mit Alan Scotthorne blieb nur noch Bronze. Die Franzosen kamen am Samstag gar nicht zurecht, sie lagen noch hinter Luxemburg. Doch sie wussten sich zu steigern und erreichten Platz 8. Wohl doch ein enttäuschendes Resultat für sie, waren sie doch die Titelverteidiger.

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