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Geschichtsfrënn Nidderaanwen - Vorstellung des Geschichtsbandes Niederanven VI

In Gegenwart der Gemeindevertreter und der Vereinsvertreter stellten am vergangenen 6. Dezember die Gemeinde Niederanven und die „Geschichtsfrënn vun der Gemeng Nidderaanwen“ den Band VI über die Geschichte der Gemeinde vor.
Innerhalb der 22-jährigen Vereinsgeschichte, ist dieser Geschichtsband bereits die sechste Veröffentlichung der Geschichtsfreunde. Dieses und die 5 vorausgehenden, von der Gemeinde finanzierten und von den Geschichtsfrënn zusammengestellten Bücher, tragen alle dazu bei, die Gemeinde, ihre Ent-stehungsgeschichte, ihre Entwicklung, ihre Bevölkerung, ihre Landschaftsvielfalt, ihr Vereinsleben und ihre Infrastrukturen besser kennen zu lernen. Für die nachfolgenden Generationen wird damit ein wertvoller und fruchtbarer Beitrag geleistet.
Wie der Präsident der „Geschichtsfrënn“ Claude Frieseisen in seinem Vorwort schreibt, wurde in den letzten Jahren in Luxemburg viel von Raumplanung, sei es auf Landes-, Regional- oder Gemeindeebene, geredet. Dies habe die Geschichtsfrënn dazu bewogen dieses Thema aufzugreifen und einen kurzen Exkurs in die Raumnutzung der Gemeinde Niederanven zu wagen und zwar unter Berücksichtigung der sozialen, wirtschaftlichen und landschaftlichen Entwicklungen. In seinem Artikel „Lebensraum Gemeinde Niederanven“ hat Claude Frieseisen versucht eine mit der Zeit immer professioneller werdende Raumordnungsplanung der politischen Verantwortlichen hervor zu streichen indem er die von der Gemeinde in Auftrag gegebenen Studien aufgegriffen hat. Frau Dr. Michaela Mazurkiewicz-Wonn hat zu diesem Themenbereich die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde, die damit verbundenen sozialen Begleitumstände und die Flächennutzung in den verschiedenen Teilen der Gemeinde beschrieben. Dieser Artikel zeigt auf eine magistrale Art und Weise die abwechslungsreiche Geschichte der Gemeinde Niederanven. Die Gegebenheiten der jeweiligen Zeitabschnitte haben in einem stetigen Fortgang dazu beigetragen, dass die Gemeinde Niederanven sich zu dem entwickelt hat was sie heute ist und weit von dem entfernt ist was sie früher war, ohne jedoch die Grundfundamente (Verkehrsknotenpunkt, landschaftlich ausgeprägte Gemeinde usw.) aufgegeben zu haben.
Raumplanung beinhaltet auch immer das Thema der auf dem Gebiet der Gemeinde ansässigen Infrastrukturen. Paul Zeimet hat sich in einem sehr recherchierten Artikel dem Thema der öffentlichen Wasserversorgung angenommen und beschreibt die von Ende des XIX. bis Anfang des XX. Jahrhunderts diesbezüglich unternommenen Initiativen der Gemeinde Niederanven.
In Sachen Gesundheit hat das leider viel zu früh verstorbene Mitglied der Geschichtsfrënn, Paul Moes, einen Artikel über die sanitäre und schulische Lage der Gemeinde Niederanven und Umgebung während der Zeit von 1815–1914 geliefert. Hungersnot, Alkoholismus, Fehlen einer anständigen Wasserversorgung und einer entsprechenden Abwasserentsorgung, fehlende Hygiene und Epidemien waren die Plagen jener Zeit, welche nicht zuletzt auch einen Einfluss auf die Bevölkerungsentwicklung dieser Gemeinde hatten.
Auch der Standort der Kirchen und die der Kirchenfabrik eigenen Immobilien sind Bestandteil der kommunalen Raumplanung. Mitte des XIX. Jahrhunderts wurde beschlossen eine neue Kirche in Hostert zu bauen, kein leichtes Unterfangen da man sich über den Standort überhaupt nicht einig war. Über die bewegte Geschichte der heutigen Kirche in Hostert berichtet der Artikel von Frau Marie-Jeanne Weber.
Eine interessante Darstellung des kostbaren Gutes „Zeit“ und der Freizeitgestaltung mit seiner zeitlichen Entwicklung hat Patrick Schaefer in seinem Artikel gegeben. Die Auflistung der verschiedenen kommunalen Freizeitinfrastrukturen und das aktive lokale Vereinsleben geben einen guten Überblick über das heutige lokale Freizeitangebot.
Aus dem Artikel von Fernand Muller und Jos Wagner über die Flurnamen, diesmal mit Schwerpunkt auf Senningen und Senningerberg geht hervor, dass die Eigentümer und Bauern dem Ort ihrer Liegenschaften zur besseren Orientierung einen Namen gaben, welcher mit der Zeit sprachgebräuchliche Abweichungen kannte. In dem Bestreben der Geschichtsfrënn, die Deutung sämtlicher sich auf dem Gemeindeterritorium befindlichen Flurnamen zu liefern, wurde diese schon zur Tradition gewordene Artikelreihe, auch in diesem Band fortgesetzt.
Abgerundet wird dieser Band durch das Gedicht „Meereenchen“, einem Kinderlied aus dem Jahre 1965 dessen Text die Gesangswelt dem früheren Lehrer Jean-Pierre Kirchen zu verdanken hat. Die Musik zu diesem bestbekannten Kinderlied stammt von Jean-Pierre Kemmer.
Die Umschlagseite dieses von der Imprimerie Saint-Paul gedruckten Buches zeigt das einzigartige Bild des „Pinnelshaus“ in Hostert des Luxemburger Malers Roger Gerson. Vereinssekretär Ed Weber war für Layout und Zusammenstellung und Anne und Philippe Bayer-Schumacher, John Schumacher und Gust Lampach für die Korrekturen dieses gelungenen Werkes, das im Übrigen durch interessantes historisches Kartenmaterial aus der Sammlung von François Ewen bereichert wird, verantwortlich.

Erhältlich ist der Band Niederanven VI bei der Gemeindeverwaltung oder durch Überweisung von 25 € auf das Konto der Gemeinde Niederanven CCPL LU21 1111 0069 6275 0000 mit dem Vermerk „Niederanven VI“.