Change Edition

Die Pandemie als Teil einer zukünftigen Vergangenheit

„Geschichtsfrënn vun der Gemeng Hesper“ dokumentieren Corona im Gemeindeleben


„Diese Corona-Pandemie ist historisch einzigartig und wesentlicher Teil einer zukünftigen Vergangenheit“, betonte Präsident Roland Schumacher in der diesjährigen Generalversammlung der „Geschichtsfrënn vun der Gemeng Hesper“, die im Jahre 1994 als lokalhistorische Vereinigung ins Leben gerufen wurden und sich zum Ziel setzten, das geschichtliche Kulturgut der Gemeinde zu sammeln, zu archivieren und an interessierte Mitbürger weiterzuvermitteln.

Bereits jetzt ist die Corona-Zeit ein prägender historischer Einschnitt, den die Geschichtsfreunde durch Sammeln der Gegenwart für die Zukunft dokumentieren und mit materiellen und digitalen Objekten, Fotosammlungen, Zeitungsartikeln und gemeindespezifische Maßnahmen festhalten.

Kulturschöffin Diane Adehm (CSV) fand in ihrer Intervention anerkennende Worte für das Bemühen, die Coronakrise vom Blickwinkel einer späteren Geschichtsschreibung aus zu betrachten, „was ein erhebliches Potential zum Verständnis des augenblicklichen Geschehens berge“.

Zum ersten Mal fand die Jahreshauptversammlung der „Geschichtsfrënn“ im großen Saal Marie-Thérèse Gantenbein im Kulturzentrum CELO statt. So war es möglich, die Hygienevorschriften einzuhalten. In den Details und Verrechnungswerte der einzelnen Jahresberichte waren die Auswirkungen der Corona deutlich zu erkennen. Trotz Covid war die 204 Mitglieder zählende Vereinigung aktiv bei einer Reihe Anfragen von Privatleuten zu genealogischen Recherchen und Informationsgesuchen von Vereinen und der Gemeinde zu Persönlichkeiten, Gebäuden oder Flurnamen. Bedenken bezüglich eines rassistischen Begriffs zu dem Flurnamen „Moureschantz“ in Howald konnten mit der Erklärung von Feuchtgebiet oder „Mohr“ aus dem Weg geräumt werden.

Auch für dieses Jahr haben sich die Geschichtsfreunde trotz Pandemie-Bremse so einiges vorgenommen. So sollen in der Rubrik „Wussten Sie schon…“ im lokalen Buet weiterhin bedeutende und interessante Kapitel der Gemeindegeschichte in kurzen Worten einem breiten Publikum nähergebracht werden. Auch wird man an einem Willkommenspaket für neue Einwohner mitarbeiten. Das gesammelte Material zu einem Mordfall in Itzig im August 1888 will man aufarbeiten und zusätzliche Archivfotos zu einem Unfall von US-Soldaten mit dem Jangeli bei der Wolffsmühle am 22.10.1945 auftreiben.

Der aktuelle Vorstand setzt sich zurzeit zusammen aus Präsident/Sekretär Roland Schumacher, Vize-Präsident Georges Beck, Kassierer René Siebenaler, Archivar Monique Schummers, Webmaster Sven Fournelle sowie den Mitgliedern Jérome Britz, Laurent Blum, Roby Jomé, Laurent Lamesch, Gilbert Linster, Nathalie Marx, Christian Pettinger, Victor Rod, Gil Roden und Paul Wagener.