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Besuch aus Amerika im Patton Museum in Ettelbruck

Dieser Tage besuchten die Hinterbliebenen von John Peter Melsen, dessen in Niederfeulen geborener Vater im Jahre 1902 mit seinen Geschwistern nach Amerika ausgewandert war, das Patton Museum in Ettelbrück. Der Auswanderer Hubert .Melsen heiratete eine amerikanische Staatsangehörige polnischer Abstammung. Aus dieser Ehe ging der am 20. April 1924 in Madison/Wisconsin geborene Sohn John Peter hervor, der als amerikanischer Bürger im Jahre 1944 zur amerikanischen Armee einberufen wurde. Nach seiner Rekrutenzeit, die er in den USA absolvierte, wurde er im November 1944 nach Europa eingeschifft, um im Rahmen der Ardennenoffensive als Kanonier des 590. Feldartilleriebataillons eingesetzt zu werden. Dieses Bataillon war dem 423. Regiment der 106. US-Infanteriedivision (Golden Lions) angegliedert, die am 11. Dezember 1944 im Bereich der zur Schneeeifel gehörenden Ortschaft Schönberg/St.Vith Position bezog. Als am 16. Dezember 1944 Hitlers letzte Offensive eingeleitet wurde, lagen die beiden Regimenter 422 und 423 im Angriffsbereich der ersten deutschen Sturmdivision. Durch ein Missverständnis in der Kommunikation, zwischen Divisionskommandeur General Alan Jones und Korpskommandeur, General Troy Middleton wurden die Regimenter 422 und 423 mit ihren zugeordneten Artilleriebataillonen 589 und 590 frühzeitig aufgegeben und gezwungen, die Waffen niederzulegen. So gerieten am 19. Dezember 1944, etwa 7.000 amerikanische Soldaten, unter ihnen auch John Peter Melsen in deutsche Gefangenschaft. Ein langwieriger, mühseliger Weg, der vornehmlich zu Fuß, streckenweise mit der Bahn zurückgelegt wurde, brachte die erschöpften G.I.s nach Stalak (Stammlager für Kriegsgefangene) 4 B, in der Nähe von Halle an der Saale. Dort wurde er gemeinsam mit seinen Kameraden am 15. April 1945 von der 104. US-Infanteriedivision befreit. Da die Gefangenen durch mangelhafte Ernährung und Hygiene, während der Gefangenschaft, in schlechter körperlicher Verfassung waren, wurden die meisten vorerst im Militärhospital in Göttingen versorgt, bevor sie die Heimreise nach den Vereinigten Staaten antreten durften.