Change Edition

„Gréng Schoul“ weicht einer neuen Schule

Seit dem 14. Mai werden an der früheren Annexe des LTE im Escher Viertel Wobrécken (auch als „Gréng Schoul“ bekannt) erste Vorbereitungsarbeiten für dessen Abriss getätigt.

Auf diesem großen Areal, das sich von der Rue de la Paix entlang des Boulevard Grande-Duchesse Charlotte bis in die Höhe der Henri-Dunant-Straße zieht, sollen neuer Wohnungsraum und eine neue Grundschule mit „Maison relais“ entstehen.

Neuer Schulraum wird in Esch/Alzette dringend benötigt, erklärte gestern Bürgermeisterin Lydia Mutsch auf einer Pressekonferenz. In den letzten zwei Jahren sei nämlich die Bevölkerung der Minette-Metropole von 30 000 auf 32 000 gestiegen.

Sie unterstrich auch, dass in den letzten Jahren kontinuierlich im Schulwesen investiert wurde. Im Zeitrahmen von 2003 bis 2013 hat die Stadt 77,6 Millionen Euro für den Neubau (z.B. Nonnewisen) oder Renovierung (z.B. Dellhéicht, Brillschule) von Schulgebäuden investiert. Gleichzeitig wurde auch das Netz der „Maison relais“ gespannt: „Im Jahre 2000 hatten wir nur eine oder zwei Krippen, heute zählen wir zwölf Maison relais“. Bei neun neuen Auffangstrukturen in acht Jahren bedeute dies, dass im Durchschnitt eine neue „Maison relais“ pro Jahr entstehe, rechnete die Bürgermeisterin vor. Mittlerweile besuchen 1 100 Escher Schüler eine „Maison relais“ (bei einer Gesamtzahl von 3 315 Schülern) „und es werden immer mehr“, so Lydia Mutsch. Deshalb wird neben der auf dem Gelände der „Gréng Schoul“ geplanten neuen Schule ebenfalls eine neue „Maison relais“ gebaut.

Neue Schule soll Dellhéicht und „Ecole Grand-rue“ entlasten

Während die neue Schule 250 Kinder empfangen soll, werden zwischen 100 und 120 von ihnen auch einen Platz in der „Maison relais“ finden. Eine Arbeitsgruppe hatte etwa ein Dutzend Areale ausgemacht, wo eine neue Schule gebaut werden könnte, erklärte Schöffe Jean Tonnar. Darunter die „Lentille Terre rouge“, der „Schlassgoart“ oder das Viertel Grenz. Schließlich wurde sich für Wobrécken entschieden, unter anderem weil das ganze Areal der früheren Annexe des „Lycée technique d'Esch“ bereits der Gemeinde gehört. Die Schule sei für die Kinder des Viertels bestimmt, so der Schöffe.

Dies würde die Dellhéicht-Schule entlasten. Der frei geworden Raum könnte wiederum Kindern aus der „Ecole Grand-rue“ zugutekommen und Letztere entlasten, erklärte Jean Tonnar, der noch betonte, dass die Zahl der Schüler in Escher Grundschulen in den letzten zehn Jahren um 500 gestiegen ist.

Ein Architektenwettbewerb soll darüber entscheiden, wie die zukünftige Schule aussehen soll. Dieser soll im Herbst gestartet werden und eine Entscheidung soll im Frühjahr 2014 getroffen werden, erklärte Schöffe Jean Huss weiter. Er zeigte sich zuversichtlich, dass 2014 über das Projekt im Gemeinderat abgestimmt werden könnte und bereits 2015 die Bauarbeiten beginnen könnten. Läuft alles nach Plan, dürfte die Schule Ende 2016, anfangs 2017 betriebsbereit sein, so ein optimistischer Jean Huss.

Der Schöffe unterstrich, dass die Schule aber nur einen Teil des gesamten Projektes darstelle. Auf dem Areal der „Gréng Schoul“ sollen nämlich auch etwa 50 bis 80 Wohnungen entstehen, davon zwischen 16 und 30 Einfamilienhäuser. Auch wenn die genauen Pläne noch zu definieren sind, soll auch noch genug Platz für Grünanlagen bleiben. Damit eine gewisse Harmonie entsteht und nicht jeder private Bauherr nach eigenem Willen bauen kann, soll noch im Herbst ein Teilbebauungsplan (PAP) vom Gemeinderat angenommen werden. Parallel zu dieser Prozedur sollen auch die aktuellen Einwohner des Viertels über die neuen Pläne informiert werden.

Doch mit dieser neuen Schule will man sich in Esch/Alzette nicht zufriedengeben. So erklärte Bürgermeisterin Lydia Mutsch, dass dem Gemeinderat im Juli ein mehrjähriger Plan über Schulen und „Maison relais“ vorgestellt wird. Dann soll auch über weitere mögliche Standorte für Schulen gesprochen werden. Und die Bürgermeisterin deutete in diesem Zusammenhang an, dass die nächste Schule sehr wohl im Viertel Grenz entstehen könnte.

VON NICOLAS ANEN (Foto: Tania Feller)