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Burgbrennen: Eine altrömische Tradition der Vertreibung von Winter und Geistern?

Der Winter und böse Geister werden vertrieben
So sagt es die Tradition!
Es ist aber dabei die Frage erlaubt:
BURGBRENNEN oder Müllverbrennung?

Traditionell findet in der Eifel, so auch in Büdesheim, am Sonntag nach Aschermittwoch - also der erste Sonntag in der Fastenzeit - das Burgbrennen (Burg-, Hütten-, Freuden-, oder Scheef-sunndich/-sonntag) statt. In vielen Orten werden Kreuze auf Hügeln, welche weithin sichtbar sind, von der Dorfjugend errichtet und angezündet.
Das Wort "Buerg" hat nichts mit einer Burg im heutigen Sinne zu tun. Es geht auf das lateinische Verb "comburo", also "verbrennen" zurück. So wird auch davon ausgegangen, dass die Tradition des Burgbrennens auf die Neujahrsfeste im antiken Rom zurückgeht, wo das Jahr am 1. März begann.

Das Burgbrennen ist eine Tradition in der Eifel und in Luxemburg (luxemburgisch Buergbrennen), bei der am ersten Sonntag nach Fastnacht (das ist der erste Fastensonntag) ein großes Feuer angezündet wird. Symbolisch wird damit der Winter verbrannt. Die Jugend im Dorf kümmert sich um die Organisation des Burgbrennens. Sie sammeln Holz, alte Tannenbäume - von Weihnachten - und bauen daraus die "Burg", ein hölzernes, mit Stroh und anderem brennbaren Material umwickeltes Kreuz, das auf einem Hügel aus Stroh, Holz etc. errichtet wird.

Ein Teil der Jugendlichen zieht am Tag von Haus zu Haus und sammeln Eier, während die anderen Jugendlichen mit viel Spaß "die Burg" auf dem Berg aufbauen und voller Spannung darauf warten, das Kreuz gegen 19:00 Uhr zu entzünden. Die brennende "Burg" ist dann weithin und natürlich auch im Ort sichtbar. Für die Jugendlichen ist dieser Brauch ein riesen Gaudi, für die Erwachsenen ein sinngebendes Zeichen.
Im Anschluss geht es dann ins örtliche Gasthaus oder in manchen Orten auch zu dem Paar, welches als letzte geheiratet haben, wo es dann leckere Rühreier gibt. Es ist ein schöner Brauch. Hoffentlich wird dieser Brauch nicht aussterben, wie andere Bräuche in der Eifel schon ausgestorben sind. Von ehemals 85 Bräuchen in der Westeifel, werden heute leider nur noch ca. 10 Bräuche gelebt.


Leider brennen heute noch viele Ortschaften eine sogenannte Burg, mit nur teilweise Naturholz, aber mit viel Spanplatten oder mit Farben trätierte Hölzer dazu, und das auch noch ohne Errichten eines Kreuzes auf dem Brenngut.

Dazu kommt noch ein erheblichen Einsatz von Traktoren und sonstigen Land- oder Baumaschinen (mit viel CO2-Ausstoss) dazu, um einen Haufen von brennbarem Müll aufzustapeln.


Es ist aber dabei die Frage erlaubt:

Das nenne ich keine Tradition und kein Burgbrennen, sondern illegale Müllverbrennung.
BURGBRENNEN oder Müllverbrennung?
Das 1.: Top - das 2.: Flop!