Change Edition

Kein Hausarrest für den Landwirt

Traktorfahrer Serge Pesch allein auf weiter Flur

Hollenfels: Bei einer zufälligen Begegnung eines Alleinspazierenden und einem mit Pflugarbeiten beschäftigten Landwirtes wurde vom hohen Traktor aus festgestellt, dass sich der Bauer trotz Corona und Co kein Hausarrest „Bleiw doheem“ leisten könne ohne dass die gesamte Versorgungssicherheit mit Nahrungsmitteln für Mensch und Tier zusammenbreche. Die vorgeschriebenen Maßnahmen schränken das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben in Luxemburg zwar stark ein, hätten aber in diesen Tagen keine direkte Auswirkung auf seine Arbeit, sagt Landwirt Serge Pesch aus Brouch bei Mersch mit einem Augenzwinkern.

Und auf Nachfrage meint er, es werde so gearbeitet, als sei keine Krise da, er drehe alleine auf dem Traktor seine Runden über die Felder und auch auf dem Hof arbeite er in der Regel allein oder höchstens mit seinen direkten Familienangehörigen. In kluger Voraussicht hat er bereits alle Betriebsmittel wie Saatgut oder Dünger bestellt und besorgt, die er bis zur Aussaat und zur Ernte braucht.

Trotzdem bereitet das grassierende Virus ihm einige Sorgen und neben der Unsicherheit, was die eigene Gesundheit und die seiner Familie angeht, befürchtet er, dass plötzlich an der einen oder anderen Stelle die Logistik in den nachgelagerten Verarbeitungsbetrieben sowie im Bereich der mechanischen Verschleißteile nicht mehr rund laufe.

Im Gespräch vom Traktor herab verweist er aber auch auf die Probleme von Spargel- und Erdbeeranbauern sowie Winzer hin, die in den kommenden Tagen und Wochen auf fehlende Arbeitskräfte und Erntehelfer angewiesen sind. Das Virus und die geschlossenen Grenzen könnten da so einiges durcheinanderbringen, meint der erfahrene Landwirt.