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Medizinischer Cannabis

Medizinischer Cannabis

Am vergangenen Montag organisierte LuxDoc, die Vereinigung der jungen luxemburgischen Wissenschaftler, einen seiner traditionellen Science-Café. Bei dieser unkonventionellen Art von Veranstaltung stellt ein Wissenschaftler oder Spezialist seine Forschung und seine Arbeiten vor. Nicht vor seinen akademischen Kollegen sondern „normalen“ aber interessierten Bürgern und auch nicht im Hörsaal sondern in einem Café, Coppers in Esch-Belval. Der Rahmen ermöglicht einen regen und offenen Austausch zwischen Gesellschaft und Wissenschaft.

Thema des Abends war medizinischer Cannabis. Dr Serge Schneider, Toxikologe am Laboratoire National de Santé, erklärte einem breiten Publikum, ungefähr 55 Zuhörer, vom Arbeiter über den Staatsanwalt bis zum Studenten, den Unterschied zwischen Cannabis, Hanf, Marihuana und Haschisch, zwischen Pflanze, Inhaltsstoffen und Drogen. Nach einem geschichtlichen Rückblick erläuterte er die politischen und juristischen Hindernisse für eine medizinische Anwendung der Pflanze, die bis Ende des 19ten Jahrhunderts rege Verwendung fand, aber als Hanffaser eine Gefahr für die aufkommende Kunstfaserindustrie darstellte und gegen die regelrechte Schmutzkampagnen mit bekanntem Erfolg geführt wurden.

Dr Schneider erklärte die Wirkungsweise des endogenes Cannabinoid-System (CB1 und CB2 Rezeptoren) das die Hämostase des Körpers regelt. Zahlreiche Cannabinoide, die im Hanf enthalten sind, vermögen hier wirkungsvoll einzugreifen. Anhand zahlreicher Beispiele konnte der Toxikologe die Möglichkeit einer Behandlung oder Linderung von verschiedenen Krankheiten vorzeigen, die diese Pflanze und ihre Inhaltsstoffe hochinteressant machen.

Nach unzähligen Fragen lud LuxDoc zum traditionellen Umtrunk ein. Gesponsert wurde der Abend vom luxemburgischen Fonds National de Recherche. Auch in den nächsten Monaten werden wieder ähnliche sympathische Abende organisiert werden. Mehr Infos auf www.LuxDoc.org