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Der Drache aus Steinfort ist tot - Jetzt mit Video

(L.E.) - Schätzungsweise 1 000 Schaulustige hatten sich am vergangenen Sonntag zum traditionellen „Buergbrennen“ in Beggen eingefunden. Zuvor hatten die Pfadfinder der Gruppe „Lëtzebuerger Guiden a Scouten – Groupe Saint Christophe Beggen“, unter Leitung von Laurent Hennes, in wochenlanger Vorbereitungsarbeit für eine der wohl originellsten „Buergen“ des diesjährigen „Buergsonnden“ gesorgt.

Zu sehen waren drei Türme unterschiedlicher Höhe, die dicht aneinander gebaut waren. Aus dem vorderen Turm blickte der Kopf von Drache „Fressi“. „Fressi“ war im Jahre 2010 das Maskottchen des Wander-Hike beim nationalen Pfadfinderlager „Adventum“ in Steinfort. Damals war es Aufgabe der rund 650 teilnehmenden „AvEx“, das sind Pfadfinder im Alter von elf bis 14 Jahren, in einer zwei Tage-langen Wanderung, Zutaten für einen Zaubertrank zu finden, um den verhexten Drachen wieder zu besänftigen.

„Fressi“ war der Hausdrache von König Romain von Adventum. Die „Ritter ouni Steng“, hatten im Auftrag des Königs für das Wohlergehen des guten Drachen „Fressi“ Sorge zu tragen. Eines Tages, zu Beginn des nationalen Pfadfinderlagers, wurde dieser jedoch verhext und so mutierte er zum bösen Drachen. Zunächst versuchten die Ritter mit Hilfe des Abenteurers „Jang de Verkuelten“ Fressi zur Vernunft zu bringen. Dessen brachiale „Deng Mamm ass eng Beel“ - Methode scheiterte jedoch kläglich. So baten die Ritter die Hexe Trofegnets einen Zaubertrank herzustellen, der Fressi heilen könnte. Mit Hilfe von rund 650 Pfadfindern, die am nationalen Lager Adventum teilnahmen, gelang es schließlich in besagter „Hike-Wanderung“ alle Zutaten für den heilenden Trank zusammenzustellen.

Fressi brach später noch einmal aus, konnte dann aber zur Freude der Pfadfinder, in der Abschlussvorstellung des Adventum-Lager an seinen Besitzer, König Romain, zurückgegeben werden.

Am vergangenen Sonntag nun, ging Fressi den Weg eines jeden sterblichen Drachen, und wurde beim Beggener „Buergbrennen“ verbrannt. Zuvor speihte er aber zur Freude der zahlreichen Zuschauer, die den Weg nach Beggen gefunden hatten, noch ein letztes mal Feuer.

Die Beggener Pfadfinder sind dafür bekannt, dass sie sich jedes Jahr eine neue Konstruktion für ihre „Buerg“ ausdenken. So erklärt sich wohl auch der rege Besucherandrang, der jedes Jahr in den „Krommlängten“ in Beggen zu verzeichnen ist.


Die Geschichte um "Fressi" zum Nachlesen:
http://lgs.lu/sites/default/files/MMX-trablat%209%2030-07.pdf


Fotos: Luc Ewen
Video: Francis Verquin