Krebserkennung

Neuer Biomarker entdeckt

Forscher der Universität Luxemburg haben einen neuen Biomarker für Dickdarmkrebs gefunden, der die Therapie und die Überlebenschancen von Patienten verbessern könnte.
Forscher der Universität Luxemburg haben einen neuen Biomarker für Dickdarmkrebs gefunden, der die Therapie und die Überlebenschancen von Patienten verbessern könnte.
Foto: Universität Luxemburg

(C./LW) - Bei Darmkrebs ist er besonders wichtig, die Krankheit frühzeitig zu erkennen, da etwa eine Chemotherapie nicht bei allen Patienten in einem späten Stadium anschlägt. Daher ist die Identifizierung von Patienten mit einem Risiko für ein Wiederauftreten der Krankheit von großem Nutzen für Ärzte. Allerdings sind bisher nur wenige prognostische Marker für Darmkrebs bekannt, so dass zu viele Patienten immer noch unter den Nebenwirkungen der Therapie leiden, ohne davon zu profitieren.

In der von der Fondation Cancer und dem Fonds National de la Recherche (FNR) unterstützten Studie hat ein interdisziplinäres Team aus Experimental- und Computerwissenschaftlern des Bereichs „Molekulare Krankheitsmechanismen“ (MDM) der Forschungseinheit für Biowissenschaften der Universität Luxemburg vor kurzem einen neuen Biomarker für Darmkrebs entdeckt. Insbesondere in frühen Stadien könnten solche Marker es ermöglichen, Patienten in Gruppen mit „hohem“ und „geringem“ Risiko einzuordnen.

„Die Stärke dieser Studie liegt in der interdisziplinären Herangehensweise unter Einbeziehung der Bioinformatik und modernster experimenteller Techniken“, erläutert MDM-Studienleiterin Dr. Elisabeth Letellier. Mit Hilfe einer zuvor aufgestellten Metaanalyse öffentlich verfügbarer Genexpressionsdaten identifizierte das Forscherteam die Proteinfamilie „Myosin“ und insbesondere das Protein „MYO5B“ als potentiellen prognostischen Marker für Darmkrebs. Mitglieder dieser Familie spielen eine wichtige Rolle bei der zellulären Transportsteuerung und der Polarisierung von Zellen.

Das Team aus Experimental- und Computerwissenschaftlern des Bereichs „Molekulare Krankheitsmechanismen“ (MDM) der Forschungseinheit für Biowissenschaften der Universität Luxemburg
Das Team aus Experimental- und Computerwissenschaftlern des Bereichs „Molekulare Krankheitsmechanismen“ (MDM) der Forschungseinheit für Biowissenschaften der Universität Luxemburg
Foto: Universität Luxemburg

Die Metaanalyse sowie eine unabhängige Kohortenstudie mit Patienten zeigten, dass die Konzentration von „MYO5B“ mit fortschreitender Krankheit abnimmt. Darmkrebspatienten mit niedriger „MYO5B“-Expression hatten signifikant geringere Chancen auf ein krankheits- und metastasenfreies Überleben. Insgesamt identifizieren die von der Gruppe Molecular Disease Mechanisms (MDM) erhobenen Daten „MYO5B“ als einen effizienten prognostischen Biomarker bei Darmkrebs, insbesondere in frühen Stadien (Stadium I und II), was der Einteilung von Patienten mit Stadium II der Krankheit für eine unterstützende Chemotherapie zugutekommen könnte.

Biomarker sind messbare biologische Indikatoren für eine bestimmte Krankheit und zeigen etwa Veränderungen bei der Anzahl bestimmter Proteine, die in Verbindung mit bestimmten Krankheiten auftreten. Solche Biomarker helfen Ärzten, ein Krankheitsbild zu diagnostizieren, das Krankheitsstadium zu identifizieren und das Risiko eines Patienten für ein Wiederauftreten der Krankheit zu ermitteln. Das erleichtert es dem Arzt, das am besten geeigneten Therapiekonzept auszuwählen.