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Zweites Halbfinale in Marseille: Das Duell der Giganten
Sport 3 Min. 07.07.2016 Aus unserem online-Archiv

Zweites Halbfinale in Marseille: Das Duell der Giganten

Deutschland setzt erneut auf die starken Reflexe von Manuel Neuer.

Zweites Halbfinale in Marseille: Das Duell der Giganten

Deutschland setzt erneut auf die starken Reflexe von Manuel Neuer.
Foto: Reuters
Sport 3 Min. 07.07.2016 Aus unserem online-Archiv

Zweites Halbfinale in Marseille: Das Duell der Giganten

Joe TURMES
Joe TURMES
Am Donnerstagabend wird zwischen Frankreich und Deutschland der zweite Finalteilnehmer der EM ermittelt. Der Heimvorteil, die Personalsituation, die Torhüter: Es gibt einige Faktoren, die spielentscheidend sein könnten.

(dpa) - Es wird heiß hergehen in Marseille. 30 Grad sind noch am Abend angesagt. Die Atmosphäre ist im Stade Vélodrome bei Spielen der "Équipe Tricolore" stets aufgeladen. Der deutsche Kapitän Bastian Schweinsteiger wird zur Schlüsselfigur gegen Frankreich. Wer folgt Portugal ins Finale?

Große Hitze, großer Gegner - großes Spiel? Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft kämpft am Abend (21 Uhr) in Marseille gegen Gastgeber Frankreich um den Einzug ins EM-Finale. Der Gegner von Portugal mit Weltfußballer Cristiano Ronaldo am Sonntag in Paris wird gesucht. Und der deutsche Nationaltrainer Joachim Löw erwartet fünf Tage nach dem Kraftakt gegen Italien eine extrem schwierige und bei angesagten Temperaturen um die 30 Grad auch hitzige Aufgabe.

„Wir spielen nicht nur gegen eine Mannschaft, sondern wir spielen gegen ein ganzes Land“, sagte Löw pathetisch: „Frankreich hat mit dem Sieg gegen Island sehr viel Selbstbewusstsein getankt. Die Euphorie und die Kraft ist übergesprungen auf die Mannschaft und die ganze Nation.“ Gerade im Stade Vélodrome erfährt die "Équipe Tricolore" in Länderspielen eine besonders intensive Unterstützung ihrer Fans.

Ausgangslage

Die deutschen Weltmeister gehen trotz erheblicher Personalsorgen entschlossen ins Halbfinale. „Fürchten tun wir uns definitiv nicht“, verkündete Toni Kroos. „Ich glaube, wir werden der härteste Gegner sein, den Frankreich in diesem Turnier bislang hatte“, erklärte auch Löw sehr selbstbewusst am Mittwochabend in Marseille. Das Halbfinale soll nicht zur Endstation werden. „Wir werden alles daran setzen, dass wir das Finale erreichen“, versprach Löw. Der 56-Jährige erwartet ein „ähnliches Spiel“ wie 2014 bei der WM in Brasilien, als Deutschland im Viertelfinale nach einem frühen Tor von Mats Hummels in Rio de Janeiro mit 1:0 gewinnen konnte. Frankreich seinerseits will die Euphorie nach dem 5:2-Erfolg gegen Island im Viertelfinale nutzen. Die Mannschaft von Trainer Didier Deschamps hat keinen wichtigen Ausfall zu beklagen.

Stärke von Frankreich

Das Prunkstück der französischen Mannschaft ist die Offensive. „Frankreich kann sehr flexibel und druckvoll agieren“, schilderte Löw: „Und Frankreich hat die beste Chancenverwertung.“ Antoine Griezmann (vier Tore), Dimitri Payet (drei) und Olivier Giroud (drei) sind brandgefährlich. „Ich denke mal, dass die Franzosen mit aller Wucht und Physis nach vorne spielen werden. Die Offensive war bislang ihre Stärke“, spekulierte Löw. Dagegen müsse mit Geschlossenheit verteidigt werden. Keine Räume dürften dem Gegner gelassen werden. „Sonst wird es für uns schwierig“, mahnte der Bundestrainer.

Deutsche Schlüsselfigur

Bei Bastian Schweinsteiger verzichtete Löw auf einen Aufstellungspoker. Der Bundestrainer gab frühzeitig Grünes Licht beim Kapitän. Die Knieblessur sei „so gut wie auskuriert“, berichtete Löw nach der Ankunft der deutschen Mannschaft in Marseille. Der 31 Jahre als Routinier wird für den verletzten Sami Khedira ins Mittelfeld an die Seite von Toni Kroos rücken. „Bastian ist für unsere Mannschaft schon sehr wichtig. Gerade in einem Spiel in so einem Hexenkessel ist seine Erfahrung immens viel wert. Er wird auf jeden Fall beginnen“, sagte Löw, der neben Khedira auch Mario Gomez (Muskelfaserriss) und Hummels (Gelb-Sperre) ersetzen muss. „Das ist nicht so einfach. Von daher ist es wichtig, das so ein erfahrener Spieler wie der Bastian beginnt“, erläuterte Löw: „Wenn seine Kräfte nicht reichen sollten, haben wir noch viele Möglichkeiten zu wechseln.“

Rückhalt

Aus dem Spiel heraus ist Manuel Neuer bei der EM noch nicht bezwungen worden. Das einzige Gegentor im Viertelfinale gegen Italien fiel durch einen Handelfmeter. Jetzt kommt der Zehn-Tore-Sturm mit Griezmann, Giroud und Payet auf den Welttorhüter und die deutsche Defensive um Abwehrchef Jérôme Boateng zu. Neuers Mahnung an seine Vorderleute lautet: „Wir müssen gut stehen und dürfen unsere Ordnung nicht verlieren.“ Ob Löw wieder die Dreierkette wählt oder zur Vier-Mann-Abwehrreihe zurückkehrt, ist offen. „Wir werden die richtige Formation wählen“, versicherte Torhüter Neuer. Bei den Franzosen verkörpert auch T0rhüter Hugo Lloris Spitzenklasse.

Heimvorteil

Der Gastgeber setzt auch auf seine Fans. Die Mehrzahl der über 60 000 Zuschauer im Stade Vélodrome wird Griezmann und Co. anfeuern. „Wir werden die Unterstützung der Zuschauer brauchen. Es wird schwierige Momente geben“, sagte Trainer Didier Deschamps. Das Publikum soll das Team Richtung Endspiel tragen. „Ich hoffe, dass die Fans uns helfen, das letzte Quäntchen rauszuholen“, sagte Torwart Lloris: „Wir müssen über unsere Grenzen hinauswachsen.“



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