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Zivildienst für Sportler
Sportler müssen künftig wohl nicht mehr die Grundausbildung der Armee absolvieren.

Zivildienst für Sportler

Foto: Fernand Konnen
Sportler müssen künftig wohl nicht mehr die Grundausbildung der Armee absolvieren.
Sport 2 Min. 05.12.2018

Zivildienst für Sportler

David THINNES
David THINNES
Die neue Regierung will die Aufnahmekriterien für die Elitesportsektion anpassen. Auch mit der Thematik eSports soll sich beschäftigt werden.

Etwas mehr als fünf der insgesamt 246 Seiten des Koalitionsabkommens der neuen Regierung behandeln den Sport. Zwei Themen stechen hervor: die Einführung eines Zivildienstes für Spitzensportler und die Analyse über die Entwicklung des eSports. Außerdem soll ein Standort für ein nationales Sportmuseum gesucht werden.

Generell ist der Sportteil sehr vage gehalten, wie zum Beispiel in einem der wichtigsten Punkte – der Bekämpfung des Bewegungsmangels bei den Kindern. "Der Bewegungserziehung wird eine größere Bedeutung zukommen", heißt es im Koalitionspapier. 

Es wird noch einmal erwähnt, dass das Bewegungskonzept für Kinder im Alter zwischen null und zwölf Jahren – das im Mai 2018 vorgestellt wurde – umgesetzt wird. Es wird auch nicht präzisiert, dass das Konzept "Bewegte Schule" in den Grundschulen und den Betreuungsstrukturen ausgebaut wird.

Seit Anfang 1998 gibt es die Elitesportsektion der Armee. Die neue Regierung will die Aufnahmekriterien anpassen, vor allem für Sportler, die ein Universitätsstudium absolvieren. Diese Athleten können aktuell nicht in die Elitesektion aufgenommen werden.

Eine Neuerung wäre die Schaffung eines dreimonatigen Zivildienstes für die Sportler, die die Grundausbildung nicht absolvieren, aber trotzdem der Elitesportsektion beitreten wollen. Diese Möglichkeit wird laut Abkommen "analysiert". Die jetzige Grundausbildung für die Armee dauert 16 Wochen.

Untersucht wird auch eine Anpassung des Sporturlaubs. Außerdem sollen Club- und Verbandsdirigenten von einem sogenannten „compte épargne-temps“ profitieren können. Dieser Punkt wurde von den drei Regierungsparteien in den jeweiligen Wahlprogrammen behandelt. 

Ein Thema in diesen Papieren war auch der Anti-Doping-Kampf und die nationale Agentur. Hier hatten "déi gréng" mehr Personal und zusätzliche finanzielle Mittel für die ALAD (Agence Luxembourgeoise Antidopage) gefordert. Dieser Punkt steht jetzt auch so im Koalitionsabkommen.

Coque soll sich wieder auf primäre Mission konzentrieren

Dann gibt es aber auch einige Punkte, die in den Wahlprogrammen nicht erwähnt wurden. Interessant ist sicherlich der Teil zur Coque. Hier hatte es in den vergangenen Monaten immer wieder Diskussionen mit Verbänden über die Finanzierung von Großereignissen gegeben: "Die Coque wurde Opfer ihres Erfolgs. Eine Orientierung zu den primären Missionen im Interesse des Sports ist unumgänglich – abseits jeglicher kommerzieller Betrachtungen."

Der eSports kam bei den drei Regierungsparteien im Vorfeld nicht zur Sprache, dafür aber bei den Piraten. Sven Clement und Co. fordern die Anerkennung der Sportart. "Die ökonomischen und sozialen Auswirkungen werden untersucht. Dann wird ein juristischer Kader ausgearbeitet, der der Entwicklung und einer eventuellen Anerkennung des eSports gerecht wird."

Mitte November hatte Sportminister Romain Schneider, der von Dan Kersch abgelöst wird, eine parlamentarische Anfrage von Taina Bofferding (LSAP) beantwortet: "Ob eSports als Sport an sich im Sinne einer körperlichen Aktivität zu betrachten ist, ist die größte Frage. Die Regierung – in Übereinstimmung mit dem COSL – wehrt sich nicht dagegen, die Entwicklung des eSports im Detail zu beobachten."

Und die Regierung will einen geeigneten Standort für ein Sportmuseum suchen. Im Sportministerium wird das Erbe des Luxemburger Sports seit vielen Jahren gepflegt. Nun soll dann auch ein geeigneter Ort gefunden werden, um diese Sammlung auszustellen. 


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