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"Wussten um diese eine Chance"
Sport 1 3 Min. 11.10.2016 Aus unserem online-Archiv
Nach dem 1:1 in Weißrussland

"Wussten um diese eine Chance"

Vom Rücken von Mikhail Gordeichuk (11) noch abgefälscht, springt der von Aurélien Joachim getretene Freistoß unhaltbar ins gegnerische Netz. 
Nach dem 1:1 in Weißrussland

"Wussten um diese eine Chance"

Vom Rücken von Mikhail Gordeichuk (11) noch abgefälscht, springt der von Aurélien Joachim getretene Freistoß unhaltbar ins gegnerische Netz. 
Foto: Reuters
Sport 1 3 Min. 11.10.2016 Aus unserem online-Archiv
Nach dem 1:1 in Weißrussland

"Wussten um diese eine Chance"

Laurent SCHÜSSLER
Laurent SCHÜSSLER
Im Luxemburger Lager zeigten sich Trainer und Mannschaft nach dem 1:1 in Weißrussland verständlicherweise mehr als zufrieden. Man war aber auch selbstkritisch genug, um gewisse Schwächen anzusprechen.

Von LW-Redakteur Laurent Schüssler (Borisov)

Wie eng Erfolg und Misserfolg im Fußball beieinander liegen, konnte man in den beiden letzten Spielen der Luxemburger Nationalmannschaft sehen. Gegen Schweden verpasste Florian Bohnert am Freitag in der Nachspielzeit um eine Fußbreite den möglichen Ausgleich, am Montagabend fälschte der Rücken eines weißrussischen Spielers den Schuss von Aurélien Joachim zum 1:1 entscheidend ab.

Anweisungen von Nationaltrainer Luc Holtz an Chris Philipps, der nach der Auswechselung von Christopher Martins in die Innenverteidigung rückte.
Anweisungen von Nationaltrainer Luc Holtz an Chris Philipps, der nach der Auswechselung von Christopher Martins in die Innenverteidigung rückte.
Foto: AFP

"Man hat uns ab und an in der Vergangenheit vorgeworfen, gut zu spielen, aber keine Resultate zu erzielen", so Nationaltrainer Luc Holtz in der Pressekonferenz nach dem 1:1 in Borisov gegen Weißrussland. "Diesen Makel haben wir jetzt abgelegt. Wir hatten sicherlich nicht unseren besten Tag, aber ich denke, der Punktgewinn ist nach den drei bisherigen Spielen in der WM-Qualifikation verdient. In Bulgarien hätten wir das Unentschieden verdient gehabt, haben es aber nicht geschafft. Gegen Weißrussland waren wir unterlegen, haben aber trotzdem unser Punktekonto eröffnen können. Fest steht, dass wir unsere Qualifikationsgruppe nicht mit null Punkten beenden werden. Wir haben diesen Punkt mit unserem Herzen gewonnen. Es war Glück dabei, aber nicht nur. Der unbedingte Wille war ausschlaggebend. Trotz der vielen Ausfälle bleibt ein beachtliches Resultat zurück. Ich weiß, dass diese jungen Spieler mit Herzblut dabei sind. Sonst würde ich sie nicht selektionieren. Taktisch standen wir nicht immer perfekt. Dessen sind sich auch die Spieler bewusst. Wir sind in einer Entwicklungsphase, daher ist dieses Resultat als Belohnung für ihr tägliches Engagement sehr wichtig."

Der Freistoßtreffer von Aurélien Joachim im Video

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"Glückwunsch an die Mannschaft"

Der unermüdlich ackernde Laurent Jans wollte nach dem Schlusspfiff nicht einen einzelnen Spieler herausheben. "Der Punktgewinn ist das Resultat eines Kollektivs. Daher geht mein Glückwunsch an die gesamte Mannschaft. Solche Spiele kann man nur über den Kampf gewinnen. Nach dem Gegentreffer habe ich meinen Mitspielern gesagt, dass wir noch diese eine Chance zum Ausgleich erhalten würden. Und so ist es ja dann auch eingetreten. Dave (Turpel) hat den Freistoß herausgeholt und Auré (Joachim) ihn hereingemacht. Wir wurden für unsere Bemühungen belohnt, selbst wenn wir in spielerischer Hinsicht viel mehr können."

Der in der zweiten Halbzeit eingewechselte David Turpel war beeindruckt von der Leistung des Gegners: "Weissrussland hat uns das Leben richtig schwer gemacht. Aber unser Plan ging auf. Wir standen kompakt. Es stimmt, dass wir offensiv nicht viel aufzuweisen hatten. In der Situation, die zum Freistoß führte, kam der Ball genau auf mich zu. Mein Gegenspieler warf sich regelrecht in mich rein. Der Schiedsrichter pfiff, Auré traf zum Ausgleich. Spielerisch war es zwar keine Glanzleistung, aber wir haben unser Ziel, den Punktgewinn, erreicht."

Das 1:1 gegen Weißrussland war das zehnte Tor von Aurélien Joachim im Dress der Nationalmannschaft.
Das 1:1 gegen Weißrussland war das zehnte Tor von Aurélien Joachim im Dress der Nationalmannschaft.
Foto: AFP

Aurélien Joachim bemühte nach Spielende eine alte Fußballerweisheit: "Es ist ja bekannt, dass der Fußball den bestraft, der  seine Torchancen nicht nutzt. Das war der Fall für Weißrussland. Im Verlauf der Begegnung hatten die Gastgeber viele Möglichkeiten, das Spiel definitiv zu entscheiden. Das taten sie aber nicht. So aber glaubten wir bis zum Schluss an unsere Möglichkeiten. Purer Zufall ist das 1:1 aber nicht, denn wir haben uns dieses Resultat aufgrund der Leistungen in der rezenten Vergangenheit verdient." Schmunzelnd gesteht er dann ein, dass er bei seinem Verein in Lierse seit einigen Wochen vermehrt Freistöße trainiert. "Das hat sich schnell ausbezahlt", lacht der Goalgetter."

Daniel da Mota war bereits vor neun Jahren in Gomel mit von der Partie, als Luxemburg ebenfalls in der Schlussphase der Begegnung zuschlug: Damals reichte es zu drei Punkten, am Montag immerhin noch zu einem. Nach einem erneut "verrückten" Spiel: "Ich denke, Weißrussland liegt uns einfach", gibt er augenzwinkernd zu Bericht. "Aber im Ernst. Unser Gegner hat uns vor große Probleme gestellt. Aber wir standen in der Regel defensiv sehr sicher.  Wir haben sehr talentierte junge Spieler in unseren Reihen, die noch zu mancher Großleistung fähig sein werden. Die gesamte Mannnschaft ist zu beglückwünschen. Denn auch nach dem 0:1 wollten wir unbedingt diesen einen Punkt. Unser Wille wurde belohnt."


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Stehend vlnr.: Anthony Moris (Torwart Luxemburg #1), Kevin Malget (Luxemburg #4), Maurice Deville (Luxemburg #21) , Christopher Martins (Luxemburg #8), Aurelien Joachim (Luxemburg #22)
Hockend vlnr: Vincent Thill (Luxemburg #10), Florian Bohnert (Luxemburg #5), Dirk Carlson (Luxemburg - 13), Laurent Jans (Luxemburg #18), Chris Philipps (Luxemburg #6), Mario Mutsch (Luxemburg #17)

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