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Djokovic darf einreisen
Sport 2 Min. 10.01.2022
Visa-Posse in Australien

Djokovic darf einreisen

Djokovic-Fans versammeln sich vor dem Gerichtsgebäude in Melbourne.
Visa-Posse in Australien

Djokovic darf einreisen

Djokovic-Fans versammeln sich vor dem Gerichtsgebäude in Melbourne.
Foto: AFP
Sport 2 Min. 10.01.2022
Visa-Posse in Australien

Djokovic darf einreisen

Ein Gericht in Melbourne nahm den Einspruch des Tennisstars gegen die ihm untersagte Einreise nach Australien an. Der zuständige Richter hatte sich dabei früh im Sinne des Serben positioniert.

(dpa) - Dem Einspruch des serbischen Tennisprofis Novak Djokovic gegen seine verweigerte Einreise nach Australien ist stattgegeben worden. Das entschied ein Gericht am Montag in Melbourne. Welche Folgen das für die Teilnahme des Titelverteidigers an den in einer Woche beginnenden Australian Open hat, war zunächst unklar. Die Regierung hatte bereits vor der Verhandlung angekündigt, sie erwäge im Falle einer Aufhebung der Einreiseverweigerung weitere Schritte, um Djokovic weiter das Visum zu verweigern. Das bestätigte der Regierungsanwalt Christopher Tran zum Ende der Verhandlung.

Djokovic gelang damit im Commonwealth Law Courts Building von Melbourne ein erster wichtiger Sieg. Ob er seinen Titel beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres aber wirklich verteidigen kann, werden die nächsten Tage zeigen. Zunächst einmal darf Djokovic aber das Abschiebehotel, in dem er sich die vergangenen Tage aufgehalten hatte, verlassen und bekommt seine persönlichen Dinge und Papiere zurück, wie der Richter Anthony Kelly anordnete.

Djokovic durfte sich bereits früh in der Verhandlung über seinen Einsprich gegen das Einreiseverbot Hoffnung machen: Richter Kelly unterbrach die Anwälte des Weltranglistenersten am Montag und zählte selbst auf, welche Schritte Djokovic nach seinem Verständnis unternommen hatte, bevor er sich in das Flugzeug nach Melbourne setzte und nachdem er dort von den Beamten aufgehalten wurde. Er schloss seinen Kommentar mit der Frage: „Was hätte dieser Mann noch mehr tun können?“


(FILES) In this file photo taken on February 21, 2021, Serbia's Novak Djokovic reacts after a point against Russia's Daniil Medvedev during their men's singles final match on day fourteen of the Australian Open tennis tournament in Melbourne. - Detained tennis world number one Novak Djokovic fought against deportation from Australia on January 6, 2022, after the government revoked his visa for failing to meet pandemic vaccine entry requirements. (Photo by William WEST / AFP) / -- IMAGE RESTRICTED TO EDITORIAL USE - STRICTLY NO COMMERCIAL USE --
Fall Djokovic nimmt Fahrt auf
Die Anwälte von Novak Djokovic haben nach der verweigerten Einreise nach Australien wohl einen positiven PCR-Test vom 16. Dezember vorgelegt.

Dem 34 Jahre alten Serben war am Mittwochabend (Ortszeit) die Einreise nach Australien verweigert worden. Djokovic konnte aus Sicht der Behörden nicht die nötigen Dokumente für eine medizinische Ausnahmegenehmigung vorlegen, um auch ohne Corona-Impfung einreisen zu dürfen. Seitdem muss er sich in einem Hotel für Ausreisepflichtige aufhalten. Richter Kelly ordnete nach Angaben von australischen Medien allerdings an, dass Djokovic die Verhandlung an einem von seinen Anwälten ausgesuchten Ort verfolgen darf. Der 20-malige Major-Sieger kämpft dafür, in Australien bleiben und seinen Titel bei den Australian Open verteidigen zu dürfen. Das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres beginnt am 17. Januar.

Diese Entscheidung des Gerichts im Sinne des Serben garantiert ihm allerdings nicht die Teilnahme an dem Turnier. Die Regierung hat bereits angekündigt, dass sie Djokovics Visum auch bei einem Urteil zu seinen Gunsten erneut entziehen könnte.

Djokovic ist nicht gegen das Coronavirus geimpft. Australien hat sehr strenge Regeln im Kampf gegen die Pandemie und lässt im Prinzip nur geimpfte Personen ohne Quarantäne über die Grenze. Djokovic und seine Anwälte argumentieren allerdings mit der Ausnahmegenehmigung, die ihm von einer unabhängigen Kommission erteilt worden war.


TOPSHOT - People hold placards up at a government detention centre where Serbia's tennis champion Novak Djokovic is reported to be staying in Melbourne on January 7, 2022, after Australia said it had cancelled the entry visa of Djokovic, opening the way to his detention and deportation in a dramatic reversal for the tennis world number one. (Photo by William WEST / AFP)
Wie Novak Djokovics Familie den Protestchor orchestriert
Im Streit um die Einreise nach Australien spielen die Angehörigen von Novak Djokovic auch eine Rolle. Nicht nur der Vater mischt sich ein.

Wegen massiver technischer Probleme hatte die Verhandlung mit einer halben Stunde Verspätung begonnen. Der Livestream war wegen der großen Nachfrage zudem mehrfach für lange Zeit nicht abrufbar und einige Teile der Verhandlung nur für wenige oder mitunter auch gar keine Prozessbeobachter nachvollziehbar. Das Verfahren läuft über eine Videokonferenz, die beteiligten Anwälte und der Richter befanden sich nicht in einem Raum.  


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Novak Djokovic of Serbia in action during his Men's singles finals match against Daniil Medvedev of Russia on Day 14 of the Australian Open at Melbourne Park in Melbourne, Sunday, February 21, 2021. (AAP Image/Dave Hunt) NO ARCHIVING, EDITORIAL USE ONLY