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Vor der neuen Bundesliga-Saison: Philipp: „Kluft zwischen Topteams und Rest wird immer größer“
Sport 2 2 Min. 14.08.2015

Vor der neuen Bundesliga-Saison: Philipp: „Kluft zwischen Topteams und Rest wird immer größer“

Paul Philipp: "In Deutschland wurden große Anstrengungen im Jugendbereich unternommen."

Vor der neuen Bundesliga-Saison: Philipp: „Kluft zwischen Topteams und Rest wird immer größer“

Paul Philipp: "In Deutschland wurden große Anstrengungen im Jugendbereich unternommen."
Foto: Fernand Konnen
Sport 2 2 Min. 14.08.2015

Vor der neuen Bundesliga-Saison: Philipp: „Kluft zwischen Topteams und Rest wird immer größer“

Am Freitagabend startet die Bundesliga in die neue Saison mit dem Spiel des Meisters FC Bayern München gegen den Hamburger SV. FLF-Präsident Paul Philipp analysiert die Situation im deutschen Fußball.

(LS) - Paul Philipp, der Präsident des Luxemburger Fußballverbandes FLF, gibt zu, dass er in früheren Jahren kein übermäßig großer Freund des deutschen Fußballs war: „Damals setzte man deutschen Fußball zu sehr mit körperlicher Kraft gleich.“

Doch dies hat sich in der rezenten Vergangenheit geändert. „Und daher rührt auch mein gesteigertes Interesse. In Deutschland wurden große Anstrengungen im Jugendbereich unternommen. Die Jugendauswahlmannschaften qualifizieren sich regelmäßig für die Endrunden der entsprechenden Europameisterschaften und konnten diese Finalrunden auch bereits gewinnen, wie es 2009 zum Beispiel mit der U21 der Fall war. Positiv auch, dass regelmäßig aufstrebende Nachwuchsspieler in die Nationalelf integriert werden.“

"Druck bei Bayern ist zu hoch, um auf Talente zu setzen"

Philipp weiß aber auch, dass solche Erfolge kein Selbstläufer sind: „Die Entwicklung im Fußball schreitet schnell voran. Momentan hat Deutschland Erfolg. Doch werden sie die Schiene der Jugendausbildung auch so konsequent fortsetzen, wenn einmal die Erfolge ausbleiben? Fußball ist nun einmal resultatsabhängig.“

Und der FLF-Präsident verweist auch auf die Parallele in der deutschen Clubwelt: „Bayern München braucht unbedingt den Erfolg. Ein nationaler Titel und die Qualifikation für die Champions League sind hier das absolute Minimum. Daher wurde nach dieser für den FC Bayern nur durchschnittlichen Saison auch schnell reagiert und neue Spieler eingekauft. Keine deutschen, sondern aus dem Ausland. Auf diesem Niveau ist der Druck zu hoch, um Talente mit der nötigen Ruhe an ihre Aufgabe heranführen zu können.“

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Philipp wünscht sich mehr Spannung

Der deutsche Rekordmeister ist für Philipp auch der erklärte Favorit auf seine eigene Nachfolge: „Für das Gros der Fans würde ich mir aber wünschen, dass die Entscheidung weniger schnell fällt als dies in den vergangenen Jahren der Fall war.“

Der FLF-Vorsitzende weiß aber, dass die Kluft in der Bundesliga mit den anderen Clubs zwischen den durch die anhaltenden Erfolge der Bayern auf europäischer Ebene riskiert, immer größer zu werden. „Nicht nur mit den Bayern, sondern mit den drei, vier weiteren Topmannschaften der Bundesliga auch. Die Zuschüsse, die die Luxemburger Clubs für ihre Teilnahme am Europapokal erhalten, sind bereits für unsere Verhältnisse nicht zu verachten. Doch richtig Geld gibt es, wenn man die Gruppenphase oder die anschließende Direktausscheidungen der Champions League erreicht. So werden die Reichen durch ihre Erfolge immer reicher und die Differenz zu den nicht-europäischen Vereinen auf finanzieller Basis immer größer.“ 

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50+1-Regel

Wobei die deutschen Clubs durch die Bank auf finanziell sehr soliden Füßen stehen: „Das ist vor allem ein Verdienst der deutschen 50+1-Regel die besagt, dass kein Investor sich mehrheitlich in einen Club einkaufen kann. Der Verein gehört den Mitgliedern, wenn man so sagen will. Ich hoffe für den deutschen Fußball, dass dies noch lange so bleiben wird. Wer von einer einzigen Person abhängig ist, geht ein immenses Risiko ein. Das ist ja allgemein bekannt.“


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