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Vor 25 Jahren im Fußball: Luxemburg entzaubert die "Waldmeister"
Sport 13 1 2 Min. 31.10.2015

Vor 25 Jahren im Fußball: Luxemburg entzaubert die "Waldmeister"

Sport 13 1 2 Min. 31.10.2015

Vor 25 Jahren im Fußball: Luxemburg entzaubert die "Waldmeister"

Vor 25 Jahren jagte Luxemburgs Nationalmannschaft dem amtierenden Weltmeister Deutschland einen heftigen Schrecken ein.

(jk) - Beim EM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland am 31.10.1990 bot die Luxemburger Nationalelf womöglich die beste zweite Halbzeit ihrer Geschichte. Obwohl die FLF-Auswahl kurz nach der Pause schon mit 0:3 hinten lag, mobilisierte die Mannschaft von Nationaltrainer Paul Philipp alle Kräfte und kämpfte sich auf 2:3 gegen den damaligen Weltmeister heran und verpasste nur knapp das durchaus mögliche Unentschieden.

Kämpferische Leistung der Luxemburger Auswahl

Rund 9 000 Zuschauer verfolgten vor 25 Jahren im Stade Josy Barthel, wie die FLF-Auswahl in der zweiten Halbzeit die Abwehrreihe des Weltmeisters mit starkem Zusammenspiel und Kontern einige Male überraschte. Durch Tore von Jean-Paul Girres und Roby Langers brachte man die deutsche Elf ins Wanken. Torhüter John van Rijswijck, der damalige Torhüter der FLF-Auswahl, beschreibt die Stimmung im Stadion nach den Anschlusstreffern: "Im Stadion wurde es eigentlich ruhig, denn jeder war überrascht, die Zuschauer sowie auch wir und ebenfalls die deutschen Spieler. Als wir auf 2:3 herankamen, wurde es schwierig für die Deutschen, um wieder umzuschalten und offensiv zu spielen." In der 69.' hatte Luxemburgs Marc Birsens nach brillantem Doppelpass mit Langers den Ausgleich vor Augen, er scheiterte jedoch an Torwart Bodo lllgner. Die sichtlich beeindruckten Weltmeister konnten schlussendlich mit Glück einen 3:2-Sieg einfahren.

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Harsche Kritik

Nach dem Spiel bemängelte Trainer Berti Vogts, der zum ersten Mal in einem Pflichtspiel der Deutschen auf der Bank saß, die Einstellung seiner Spieler. Er kommentierte: "Wir haben gegen Luxemburg nicht den richtigen Weltmeister gesehen. Einige spielten eher wie Waldmeister. Es dürfte einfach nicht passieren, dass wir gegen eine Mannschaft wie Luxemburg derart in Verlegenheit kamen. Ich bedauere vor allem die Art und Weise unseres Verhaltens nach dem sicheren 3:0-Vorsprung." In den darauffolgenden Tagen hagelte es in der deutschen und internationalen Presse starke Kritik nach der Leistung des amtierenden Weltmeisters.

Gesteigertes Selbstbewusstsein nach Fast-Sensation

Aufgrund der starken Leistung gegen Deutschland schöpfte die Luxemburger Nationalmannschaft um Torwart van Rijswijck neues Selbstbewusstsein für die darauffolgenden Aufgaben: "Zu dieser Zeit hatten wir begonnen, besseren Fußball zu spielen und wir merkten auch langsam, dass wir mitspielen konnten. Wir hatten damals schon viel Selbstbewusstsein. Vor dem Spiel gegen Deutschland hatten wir auch einige Spiele nur knapp verloren und natürlich war das Resultat gegen die Deutschen auch ein Zeichen, dass wir gegen große Mannschaften mithalten konnten", so der ehemalige Luxemburger Torwart. 

Im darauffolgenden Qualifikationsspiel im Stade Josy Barthel am 14. November 1990 gegen Wales war erneut eine große Kulisse von 7 000 Fans anwesend. um die FLF-Auswahl zu unterstützen. Nach einer wiederholt guten Leistung mussten die "Roud Léiwen" jedoch eine unglückliche 0:1-Niederlage gegen die Waliser hinnehmen. Obwohl die Qualifikationskampagne für die EM 1992 in Schweden mit den starken Auftritten gegen Deutschland und Wales vielversprechend begann, belegte Luxemburg schlussendlich den letzten Tabellenplatz mit null Punkten. Das Rückspiel gegen Deutschland wurde in Leverkusen mit 0:4 verloren. Nichtsdestotrotz ging die starke Leistung der FLF-Auswahl vom 31.10.1990 in die Luxemburger Sportgeschichte ein.

Quelle: FLF (Hrsg.): 100 Joër FLF. Livre édité à l'occasion du centenaire de la FLF. Luxemburg 2008, S. 102.


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