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Volleyball: Vertrag mit Frauen-Nationaltrainer nicht verlängert: Trennung mit Beigeschmack
Detlev Schönberg wird Ende Juni zum letzten Mal als Frauen-Nationaltrainer amtieren.

Volleyball: Vertrag mit Frauen-Nationaltrainer nicht verlängert: Trennung mit Beigeschmack

Foto: Ben Majerus
Detlev Schönberg wird Ende Juni zum letzten Mal als Frauen-Nationaltrainer amtieren.
Sport 3 Min. 10.06.2017

Volleyball: Vertrag mit Frauen-Nationaltrainer nicht verlängert: Trennung mit Beigeschmack

Sechs Jahre war Detlev Schönberg Coach des Frauen-Volleyballnationalteams. Am Freitag wurde mitgeteilt, dass der Vertrag „in gegenseitigem Einverständnis nicht verlängert wird“. Die Entscheidung war schon am 30. März gefallen. Warum wurde diese erst jetzt mitgeteilt?

(dat) - Sechs Jahre war Detlev Schönberg Coach des Frauen-Volleyballnationalteams. Am Freitag wurde mitgeteilt, dass der Vertrag „in gegenseitigem Einverständnis nicht verlängert wird“. Die Entscheidung war schon am 30. März gefallen. Warum wurde diese erst jetzt mitgeteilt?

Der bis zum 31. August laufende Vertrag des Frauen-Volleyballnationaltrainers Detlev Schönberg wird nicht verlängert, wie der nationale Verband FLVB mitteilte. Auch Co-Trainer Massimo Tarantini und Scout Andy Bühler sind ab Ende Juni nicht mehr für die FLVB tätig. Dann stehen als letzter Termin die Endspiele der „Small Countries Division“, die vom 23. bis 25. Juni in Luxemburg stattfinden, auf dem Programm.

Erstaunlich sind zwei Daten: Laut Pressemitteilung war die Entscheidung der Nicht-Verlängerung bereits am 30. März gefallen. Zudem ist das Versenden der Pressemitteilung am gestrigen Freitag überraschend. Beim ersten Punkt kann man argumentieren, dass alle Verantwortlichen Ruhe im Team wollten vor den JPEE in San Marino, die am vergangenen Samstag mit dem Gewinn der Bronzemedaille zu Ende gingen, und den Endspielen der „Small Countries Division“.

Der ganze zeitliche Ablauf war sicherlich etwas unglücklich. Ich hätte es gerne direkt verkündet, aber der Verband wollte das nicht.

Schönberg hat die Mannschaft am Donnerstagabend über die getroffene Entscheidung informiert: „Optimal wäre gewesen, die Nachricht nach den SCD-Endspielen mitzuteilen. Der ganze zeitliche Ablauf war sicherlich etwas unglücklich. Ich hätte es gerne direkt verkündet, aber der Verband wollte das nicht. Im Nachhinein scheint dies aber sinnvoller.“

Zeitpunkt der Bekanntgabe

Die Überlegung, dass die Entscheidung von Ende März bis Ende Juni geheim bleiben würde, ist naiv. So machten dann auch Gerüchte in den vergangenen Wochen die Runde. Auf Nachfrage des „Luxemburger Wort“ hieß es von der FLVB in den vergangenen Tagen, dass die Information der Nicht-Verlängerung nicht bestätigt werden könne und dass es noch zu Gesprächen nach dem SCD-Finale kommen würde.

Die Frage, die sich stellt: Warum wurde die Entscheidung nicht sofort Ende März mitgeteilt? Dann wären die JPEE noch mehrere Wochen entfernt gewesen und die Spielerinnen hätten die Nachricht verdauen können. FLVB-Präsident Guy Erpelding erklärt, dass „der Zeitpunkt der Bekanntgabe ohne Hintergedanken war. Wir haben mit Detlev in San Marino gesprochen. Es kursierten einige Gerüchte und wir wollten jetzt Klarheit schaffen.“

Mit dieser Strategie hat der Verband seinen Spielerinnen zwei Wochen vor dem wichtigen Wettbewerb auf heimischem Boden wohl einen Bärendienst erwiesen. Die Gedanken und Diskussionen werden sich wohl vor allem um die Nicht-Verlängerung des Vertrages und die Gerüchte um die Nachfolge drehen. Der FLVB-Präsident ist nicht dieser Meinung: „Ich denke nicht, dass es zu einer Blockade in 
den Köpfen unserer Spielerinnen kommt.“

Schönberg: „Zusammenarbeit 
nicht zielführend“

In der Mitteilung heißt es außerdem, dass die Entscheidung „in gegenseitigem Einverständnis“ getroffen worden sei. Schönberg bestätigt dies, fügt aber hinzu: „Wir sind zur Übereinkunft gekommen, dass unsere Zusammenarbeit nicht zielführend ist“. Für Erpelding waren die JPEE „das beste Turnier, das ich von der Mannschaft gesehen habe. Wir sind sehr zufrieden mit der Arbeit des Trainers“.

Schönberg ist aktuell auch noch Co-Trainer und Scout beim deutschen Bundesligisten VC Wiesbaden, bei dem auch Annalena Mach spielt. „Bis Ende Juni habe ich weitere Vertragsverhandlungen auf Eis gelegt. In Wiesbaden habe ich noch nicht unterschrieben. Ich habe noch zwei weitere Anfragen vorliegen.“ Zum Abschluss verrät Schönberg noch, dass „der Abschied mir nicht leicht fällt. Es ist eine enge Bindung mit den Mädchen und dem Trainerstab entstanden. Ich habe jede Minute genossen“.

Eine Entscheidung über die Nachfolge ist laut Mitteilung noch nicht gefallen. Erpelding wollte nicht spekulieren: „Wir sehen uns intern und extern um. Wir wollen in zwei Monaten eine Lösung parat haben.“


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