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Viertelfinale der Champions League: "Das ist alles andere als ein Freilos"
Real-Coach Zinedine Zidane, hier bei der Ankunft in Wolfsburg, hat von neun Spielen gegen deutsche Mannschaften neun gewonnen.

Viertelfinale der Champions League: "Das ist alles andere als ein Freilos"

Foto: AFP
Real-Coach Zinedine Zidane, hier bei der Ankunft in Wolfsburg, hat von neun Spielen gegen deutsche Mannschaften neun gewonnen.
Sport 3 Min. 06.04.2016

Viertelfinale der Champions League: "Das ist alles andere als ein Freilos"

Tom RUEDELL
Tom RUEDELL
Real Madrid stapelt vor dem Viertelfinale beim VfL Wolfsburg tief. Doch nach dem Sieg im "Clasico" träumen die „Königlichen“ wieder vom Titel. Im zweiten Spiel am Mittwoch trifft Paris SG auf Manchester City.

(sid) Nach dem Sieg im „Clasico“ ist der Glaube an den elften Europapokaltriumph bei Real Madrid zurück. Zwar warnte der spanische Rekordmeister vor dem Champions-League-Viertelfinale respektvoll vor Außenseiter VfL Wolfsburg, insgeheim steht das Ziel allerdings fest: „La Undecima“ – die elfte.

„Von Freilos kann im Viertelfinale der Champions League keine Rede mehr sein. Wenn es gegen Real Madrid geht, wird Wolfsburg hoch motiviert sein und wirklich alles aus sich herausholen“, sagte Madrids Weltmeister Kroos. Die Rollen sind vor dem Hinspiel am Mittwoch (20.45 Uhr) klar verteilt. Spaniens Rekordchampion um Superstar Cristiano Ronaldo winkt bereits der sechste Halbfinal-Einzug in Serie, der taumelnde DFB-Pokalsieger Wolfsburg steht dagegen in der Königsklasse zum ersten Mal überhaupt in der Runde der besten Acht.

„Clasico“-Sieg gibt Rückenwind

Die Euphorie nach dem 2:1 bei Erzfeind FC Barcelona am Samstag war bei den Madrilenen in den vergangenen Tagen trotzdem groß. „Der Pessimismus ist verflogen“, schrieb die Sporttageszeitung „AS“: „Der Real-Triumph lässt La Undecima nicht mehr illusorisch erscheinen.“ Ein Triumph in Wolfsburg, der bei den Ansprüchen von Real eigentlich selbstverständlich sein sollte, wäre für die Mannschaft um Trainer Zinedine Zidane der nächste Schritt. „Der Sieg im Clasico bringt uns mental in eine gute Situation, aber wir müssen weiter hart arbeiten“, sagte Stürmer Bale, der sich von den Norddeutschen nicht überraschen lassen will: „Wir wissen bestens über sie Bescheid.“

In der Primera Division liegt Real mit sieben Punkten Rückstand nur auf dem dritten Platz, der Weg zur Meisterschaft wird sieben Spieltage vor Schluss schwierig. Deutlich leichter scheint da der Sprung in die Vorschlussrunde der Champions League – zumal Wolfsburg zuletzt schwächelte und das Duell mit den „Königlichen“ zur Unzeit kommt. Im Achtelfinale gab es für die stolzen Spanier bereits zwei 2:0-Erfolge gegen den Pjanic-Club AS Rom.

„El Ogros“ deutsche Serie

Hinzu kommt eine erstaunliche Serie von Zidane. Als Spieler und Assistent bestritt der Franzose insgesamt neun Spiele gegen deutsche Teams – und gewann alle. „AS“ nannte ihn in diesem Zusammenhang „el Ogro“ – den Menschenfresser. Besonders in Erinnerung ist sein Siegtreffer im Champions-League-Finale 2002, als er für Real gegen Bayer Leverkusen zum 2:1-Endstand traf.

Ähnlich schlechte Erinnerungen weckt auch Ronaldo in Deutschland. In allen seinen sechs K.-o.-Spielen gegen Gegner aus der Bundesliga traf der 31-jährige Portugiese in der Vergangenheit, insgesamt erzielte er in der Champions League 14 Treffer gegen deutsche Mannschaften. Und auch in dieser Saison ist er treffsicher: 13 Treffer machen ihn zum Toptorjäger der Königsklasse.

Duell der „Scheich-Clubs“

Ibrahimovic gegen Agüero, der französische Serienmeister gegen den künftigen Club von Bayern-Trainer Pep Guardiola: Im zweiten heutigen Viertelfinalhinspiel treffen in Paris SG und Manchester City zwei Schwergewichte des europäischen Fußballs aufeinander. Beide Clubs eint der Traum von Europas Fußball-Krone – und das umstrittene Hilfsmittel beim Aufstieg aus dem grauen Mittelmaß: arabische Petrodollars. Investoren aus Abu Dhabi (Manchester) beziehungsweise Katar (Paris) haben beide Vereine zu Finanzmonstern hochgezüchtet. Seit Jahren locken „ManCity“ und Paris SG Topspieler mit Megagehältern und ebensolchen Ablösen, erst im Sommer zog es den belgischen Nationalspieler De Bruyne vom VfL Wolfsburg für die Bundesliga-Rekordablöse in Höhe von 75 Millionen Euro auf die Insel. Dass kürzlich der Berater von Barcelonas Superstar Neymar die irrwitzige Ausstiegsklausel in Höhe von 193 Millionen Euro zur für Paris SG „nicht unüberwindbaren Hürde“ erklärte – ist bezeichnend.

Nichts erinnert an die Situation vor etwas mehr als sieben Jahren, als beide Vereine zum bislang einzigen Mal in einem Pflichtspiel aufeinandertrafen. 25 626 Zuschauer sahen an einem kalten Dezemberabend in Manchester kurz nach der Übernahme der „Citizens“ durch Scheich Mansour ein müdes 0:0 in der Gruppenphase des Uefa-Pokals. Für Paris stürmte Luyindula, ein Engagement von Ibrahimovic war noch undenkbar. Und Manchester City? Fristete in der Saison 2008/09 bei der 18. Meisterschaft des großen Stadtrivalen United ein trostloses Dasein im Mittelfeld der Premier League – und schied im Uefa-Pokal-Viertelfinale gegen den Hamburger SV aus.

Nur die europäische Krone fehlt

Paris ist inzwischen in der Ligue 1 unantastbar, die vierte Meisterschaft in Folge steht bereits seit Mitte März fest. Manchester leistete sich in der laufenden Spielzeit zwar Schwächephasen und wird den Titel wohl dem Überraschungsteam Leicester City überlassen müssen. 2012 und 2014 feierte der Club jedoch die Meisterschaften drei und vier. Was beiden fehlt, ist die Krönung in der Königsklasse, der Gewinn der Champions League. Erst dann können sich Paris SG und City auf einer Ebene mit Größen wie dem FC Barcelona, Real Madrid oder Bayern München sehen.


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