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Videobeweis nun offiziell in den Fußballregeln
Sport 2 Min. 03.03.2018 Aus unserem online-Archiv

Videobeweis nun offiziell in den Fußballregeln

Der Videoassistent wird künftig wohl auch bei der WM zum Einsatz kommen.

Videobeweis nun offiziell in den Fußballregeln

Der Videoassistent wird künftig wohl auch bei der WM zum Einsatz kommen.
Foto: AFP
Sport 2 Min. 03.03.2018 Aus unserem online-Archiv

Videobeweis nun offiziell in den Fußballregeln

Das International Football Association Board (IFAB) hat den Videobeweis offiziell in die Fußballregeln aufgenommen. Der FIFA-Präsident machte sofort Werbung für den Einsatz der Technik bei der WM.

(sid) - Das Interesse auf dem verschneiten Zürichberg hielt sich in Grenzen, der Konferenzraum in der FIFA-Zentrale war trotz der "historischen Entscheidung" für den Weltfußball nicht einmal zur Hälfte gefüllt. Also nahm FIFA-Präsident Gianni Infantino sofort Anlauf, um den am Samstagmittag offiziell ins Regelwerk aufgenommenen Videobeweis auf die größtmögliche Bühne zu hieven.

"Bei der WM können wir es uns nicht leisten, dass ein potenzieller Schiedsrichter-Fehler gravierende Folgen hat", sagte der Schweizer mit Nachdruck: "Wir leben in einer digitalen Ära und können die Augen vor solchen Neuerungen nicht mehr verschließen. Ich bin überzeugt, dass die Technik dabei helfen wird, dass wir eine gerechtere WM sehen werden."

Die Entscheidung über den WM-Einsatz trifft das von Infantino angeführte FIFA-Council am 16. März in Kolumbiens Hauptstadt Bogota - nach dem einstimmigen, für die Ligen und Verbände aber nicht verpflichtenden Votum des International Football Association Board (IFAB) in Zürich ist das Stand heute, aber reine Formsache.

Genauigkeit von 99 Prozent

Das IFAB versuchte, mit Fakten zu überzeugen. Bei den rund 1 000 Spielen, die in der zweijährigen Testphase Teil des Video-Experimentes waren, "ist die Genauigkeit der Schiedsrichter-Entscheidungen auf 99 Prozent gestiegen", sagte Infantino. Das deckte sich mit den jüngsten Erfahrungen in der Bundesliga, wo der "VAR" (Video Assistant Referee) zuletzt immer hilfreicher wurde.

Die 36 Klubs der Deutschen Fußball Liga (DFL) werden sich im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung am 22. März mit dem weiteren Vorgehen befassen. DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hatte aber im Interview mit der britischen "Times" bereits angekündigt, im Falle eines positiven IFAB-Votums auch in der kommenden Saison auf die Technik zu setzen - vielleicht sogar in der 2. Liga.

"Jeder Verband muss für sich entscheiden", sagte Infantino. Positive Signale gab es zuletzt auch aus der spanischen Liga, die italienische Serie A nimmt wie die Bundesliga an der Testphase teil. In der Champions League wird das Hilfsmittel für die Schiedsrichter dagegen vorerst nicht zum Einsatz kommen. Die Clubs der englischen Premier League scheinen derzeit ebenso zurückhaltend zu sein.

Beratungen dauern vier Stunden

Einzelne Negativschlagzeilen wie nach dem 6:1 von Tottenham Hotspur gegen den AFC Rochdale im englischen FA-Cup mit teils absurden VAR-Szenen (lange Spielunterbrechungen, schwer nachvollziehbare Entscheidungen) spielten am Samstag aber keine Rolle. Gut vier Stunden berieten die Mitglieder des IFAB über das Pro und Contra.

"Wenn wir den Schiedsrichtern helfen können, gerechtere Entscheidungen zu treffen, dann sollten wir das tun", sagte Infantino. Es gebe aber immer noch einige "Grauzonen" und "Dinge zu verbessern". Neben dem Videobeweis wurden am Samstag vom IFAB noch die Möglichkeit einer vierten Auswechslung in der Verlängerung sowie die Verwendung von "elektronischen Kommunikationsmitteln" auf der Trainerbank abgesegnet.


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