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Vertragsverhandlungen von ARD und ZDF gescheitert: Luxemburger müssen künftig für Olympia-Übertragung zahlen
Sport 2 Min. 28.11.2016

Vertragsverhandlungen von ARD und ZDF gescheitert: Luxemburger müssen künftig für Olympia-Übertragung zahlen

Wer künftig die Olympischen Spiele im TV sehen will, muss zahlen.

Vertragsverhandlungen von ARD und ZDF gescheitert: Luxemburger müssen künftig für Olympia-Übertragung zahlen

Wer künftig die Olympischen Spiele im TV sehen will, muss zahlen.
Symbolfoto:
Sport 2 Min. 28.11.2016

Vertragsverhandlungen von ARD und ZDF gescheitert: Luxemburger müssen künftig für Olympia-Übertragung zahlen

Die Vertragverhandlungen zu den Olympia-Übertragungsrechten von ARD und ZDF sind gescheitert. Das hat auch Auswirkungen auf Luxemburg: Sportfans müssen ihre Fernseh-Gewohnheiten umstellen.

(dpa) - Von Olympia in Rio sendeten ARD und ZDF noch 1.000 Stunden Bilder. Künftig sind die Wettbewerbe nur noch bei Eurosport zu sehen und Luxemburger Sportfans können nicht mehr alle Wettkämpfe im Free-TV empfangen. Wie kam es dazu und was bedeutet das genau für die Zuschauer?

Warum hat das Internationale Olympische Komitee Medienrechte 2015 überhaupt an Discovery und nicht wie zuvor an ARD und ZDF vergeben?

Der deutsche IOC-Präsident Thomas Bach hatte damals erklärt, dass bei der Rechtevergabe der erste Blick des IOC den Inhalten gegolten habe. Das Discovery-Angebot mit dem Tochterunternehmen Eurosport habe sich „exakt an der Olympischen Agenda 2020 orientiert“. Zwar lobte Bach auch die „qualitativ exzellente Berichterstattung“ von ARD und ZDF in der Vergangenheit, jetzt sei aber die Zukunft mit den vielen neuen Möglichkeiten. Für das exklusive Paket mit den TV-Rechten für den europäischen Markt zahlte Discovery 1,3 Milliarden Euro an das IOC.

Warum scheiterten die Verhandlungen mit Discovery über Sub-Lizenzen für ARD und ZDF?

Es lag am Geld. Die Forderungen von Discovery lagen „bei Weitem über dem, was von uns verantwortet werden kann“, sagte Ulrich Wilhelm, der bei der ARD für Sportrechte zuständige Intendant. Bestätigte Zahlen gibt es nicht. ARD und ZDF haben nach dpa-Informationen für die Sub-Lizenzen von 2018 bis 2024 rund 200 Millionen Euro geboten, das US-Unternehmen Discovery etwa 300 Millionen Euro verlangt.

Wie haben ARD und ZDF zuletzt über die Olympischen Spiele berichtet?

ARD und ZDF haben aus Rio de Janeiro so umfangreich wie nie zuvor berichtet. Rund 340 Stunden live zeigten die beiden TV-Sender im klassischen Fernsehen an 19 Übertragungstagen. Zusätzlich gab es sechs parallele Livestreams auf den Internet-Seiten. Dieses Angebot summierte sich auf mehr als 1.000 Stunden für den Online-Empfang.

Wie will Eurosport künftig von Olympia berichten?

Discovery nannte es am Montag als Ziel, „mehr Menschen über mehr Bildschirme denn je zu erreichen“. Eurosport 1 wird Live-Bilder von den Wettkämpfen im Free-TV zeigen, ergänzt von Übertragungen bei DMAX. Weitere Berichterstattung werde es beim Bezahlsender Eurosport 2 und bei der ebenfalls derzeit kostenpflichtigen Online-Plattform Eurosport Player geben. Das Programm werde die deutschen Sportstars in den Fokus stellen und den Schwerpunkt auf Geschichten setzen, „die die deutschen Fans am meisten interessieren“, hieß es.

Auf welche zusätzlichen Kosten muss sich der Olympia-Fan einstellen, wenn er alle Wettkämpfe sehen will?

Das IOC verlangt, das von den Winterspielen 100 Stunden im frei empfangbaren Fernsehen übertragen werden. Bei Sommerspielen sind es 200 Stunden. Eurosport sicherte zu, dass diese Vorgaben übertroffen werden, ohne konkreter zu werden. „Die größten Momente und die deutschen Medaillenentscheidungen werden bei Eurosport im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen sein“, hieß es. Dennoch wird Eurosport versuchen, seine Kosten über zusätzliche Pay-TV-Kunden bei Eurosport 2 und über zahlende Online-Nutzer, die auf das volle Olympia-Programm im Eurosport Player zugreifen wollen, zu refinanzieren. Daher ist zu erwarten, dass einige attraktive Wettbewerbe nur hinter der Bezahlschranke zu sehen sein werden. Der Eurosport Player kostet derzeit 5,99 Euro monatlich oder 59,99 Euro im Jahres-Abo.


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