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USA: Sportler mischen sich in den Wahlkampf ein
Sport 3 Min. 02.11.2020 Aus unserem online-Archiv

USA: Sportler mischen sich in den Wahlkampf ein

LeBron James fordert die US-Amerikaner zum Wählen auf.

USA: Sportler mischen sich in den Wahlkampf ein

LeBron James fordert die US-Amerikaner zum Wählen auf.
Foto: Getty Images
Sport 3 Min. 02.11.2020 Aus unserem online-Archiv

USA: Sportler mischen sich in den Wahlkampf ein

Immer mehr Sportler äußern sich öffentlich zur bevorstehenden US-Wahl. Die Befürworter von Donald Trump gehen allerdings nur selten in die Offensive.

(sid) - Politik? Eigentlich nichts für Dirk Nowitzki, doch außergewöhnliche Umstände erfordern eben außergewöhnliche Maßnahmen. Es seien „schwere Zeiten“ für die USA, seine zweite Heimat, sagt Nowitzki. Also mischt sich der deutsche Ex-Basketballer doch ein – und richtet vor der Präsidentschaftswahl zwischen Donald Trump und Joe Biden einen Appell an das Land.

„Ich hoffe nur, dass alles friedlich bleibt“, sagt Nowitzki. Was auch immer kommen mag, meint der Held der Dallas Mavericks, die Menschen sollen „ruhig bleiben und das Ergebnis akzeptieren und einfach weitermachen und das Beste für das Land und die Gemeinden tun“.

Donald Trump hofft auf die Wiederwahl.
Donald Trump hofft auf die Wiederwahl.
Foto: AFP

Doch dass alles friedlich bleibt nach diesem 3. November, dem Tag der Entscheidung, ist längst nicht ausgemacht. Zu gespalten ist das Land, zu erbittert bekriegen sich die Lager – und mittendrin mischen die großen Sportstars wie LeBron James und die milliardenschweren Clubbesitzer mit.

James, NBA-Star der Los Angeles Lakers und so etwas wie der Sport-Chefkritiker von Trump, bezeichnete den 74-Jährigen unter anderem als „sogenannten Präsidenten“, er sprach ihm also die Fähigkeiten für den „wichtigsten Job der Welt“ ab.

Und Steve Kerr, Trainer der Golden State Warriors, erinnerte an all die Vorwürfe wegen sexueller Belästigungen, die Anklagen wegen Rassismus und meinte: „Wenn Trump sich bei einem Unternehmen in den USA um eine Stelle bewerben würde, würde die Personalabteilung seine Einstellung ablehnen.“ Selbst Football-Star Tom Brady, lange ein Fan, distanzierte sich zuletzt von Trump.

Einige Sportler unterstützen Trump

Der US-Sport spricht sich in diesem Jahr sehr viel lauter gegen Trump aus als noch vor vier Jahren, die Bilder der Polizeigewalt gegen Schwarze wie George Floyd, Jacob Blake oder Breonna Taylor, die Massenproteste der Bewegung Black Lives Matter, haben ihre Spuren hinterlassen. Doch es gibt sie, die Stimmen für Trump.


WASHINGTON, DC - JANUARY 21: Senate Majority Leader Chuck Schumer (D-NY) speaks to reporters during a brief press availability with new Democratic Senators at the U.S. Capitol on January 21, 2021 in Washington, DC. Schumer and the Senate Democrats now have a narrow majority in the Senate as they begin the 117th U.S. Congress.   Drew Angerer/Getty Images/AFP
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Ginge es nach den Republikanern, zögerte sich das Impeachment hinaus. Die Demokraten wollen das Spiel nicht mitspielen.  Alle Infos im Liveticker.

Jack Nicklaus, der wohl beste Golfer der Geschichte, sagte etwa, der Republikaner mit dem riesigen Ego habe „seine Versprechen gehalten“ und „für den Durchschnittsbürger gearbeitet“. Trump würde „vielen Familien im ganzen Land den amerikanischen Traum“ bringen. 

Und Football-Ikone Brett Favre twitterte, seine „Stimme ist für das, was dieses Land großartig macht“, die „Rede- und Religionsfreiheit“ sowie „hart arbeitende, steuerzahlende Bürger, die Polizei und das Militär“. Außerdem spenden wohl vor allem die milliardenschweren Clubbesitzer aus der eher konservativen NFL für Trump, doch öffentlich reden mögen nur die Wenigsten.

Joe Biden führt in den Umfragen.
Joe Biden führt in den Umfragen.
Foto: AFP

Mutmaßlich auch deshalb, weil Biden in den Umfragen deutlich führt. Einige Spitzensportler und Clubchefs „stimmen dem Präsidenten möglicherweise heimlich zu“, analysierte das „New York Magazine“, doch niemand wolle auf der Seite eines Verlierers stehen. Sportler würden auch weiterhin „von Trump angezogen werden“, aber noch wichtiger sei es, „nicht zu verlieren“.

Keine der vier großen Ligen hat sich im Wahlkampf so klar für Biden positioniert wie die NBA, rund 80 Prozent der Basketball-Liga sind schwarz. Im Sommer setzte die NBA sogar zwei Tage aus, um gegen den Rassismus im Land zu protestieren. Spieler erzwangen Zugeständnisse der Club-Bosse, dass etwa 20 Liga-Arenen in Wahllokale umgewandelt werden. Eigentümer von Clubs aus anderen Ligen zogen nach.

Über 50 Millionen US-Amerikaner haben bereits ihre Stimme abgegeben, trotz Corona wird eine Rekordbeteiligung erwartet. Die letzten Unentschlossenen versuchte Ex-Präsident Barack Obama am Wochenende zu überzeugen.

Ein wenige Sekunden dauerndes Video zeigt ihn am Rande einer Wahlkampfveranstaltung mit Biden in Michigan, wie er im Vorbeigehen einen Dreier verwandelt. „So mache ich es“, ruft Obama, lässt sich einen Kaffee reichen und verlässt unter dem Gejohle der Umstehenden die Basketball-Halle. Nun sind die US-Amerikaner dran.

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