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US-Fußball kippt Protestverbot bei der Hymne
Sport 11.06.2020

US-Fußball kippt Protestverbot bei der Hymne

US-Kapitänin Megan Rapinoe (r.) kniet während der Nationalhymne.

US-Fußball kippt Protestverbot bei der Hymne

US-Kapitänin Megan Rapinoe (r.) kniet während der Nationalhymne.
Foto: AFP
Sport 11.06.2020

US-Fußball kippt Protestverbot bei der Hymne

Angesichts der andauernden Rassismusdebatte streicht der US-amerikanische Fußballverband die umstrittene Kniefallregel - und entschuldigt sich.

Mitglieder der US-Fußball-Nationalmannschaften dürfen während der Hymne wieder friedlich protestieren und sich beispielsweise hinknien. Der Verband der USA kippte ein entsprechendes Verbot und entschuldigte sich insbesondere bei seinen schwarzen Spielerinnen und Spielern.

„Es ist klar geworden, dass diese Regel falsch war und von der wichtigen Botschaft, dass schwarze Leben wichtig sind, abgelenkt hat“, heißt es in einer am Mittwoch (Ortszeit) verbreiteten Stellungnahme. „Der Sport hat eine starke Plattform für das Gute und wir haben diese Plattform nicht so effektiv genutzt, wie wir das hätten tun sollen. Wir können bei diesen speziellen Themen mehr tun, und das werden wir.“


TOPSHOT - A woman looks at a mural showing the face of George Floyd, an unarmed black man who died after a white policeman knelt on his neck during an arrest in the US, painted on a section of Israel's controversial separation barrier in the city of Bethlehem in the occupied West Bank on June 10, 2020, with text reading "I can't breathe, I want justice not O2". (Photo by Musa Al SHAER / AFP)
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Eingeführt worden war die Regel 604-1 im Februar 2017, nachdem Spielführerin Megan Rapinoe sich aus Solidarität mit Footballspieler Colin Kaepernick ebenfalls bei der Hymne hingekniet hatte. Damit wollten beide gegen die Polizeigewalt gegen Schwarze demonstrieren. Seit der Afroamerikaner George Floyd am 25. Mai bei einem Polizeieinsatz ums Leben kam, ist das Thema in den USA so groß wie wohl noch nie und führte landesweit zu massiven Protesten und Demonstrationen gegen Rassismus.

Zukünftig liege es an den Spielerinnen und Spielern zu entscheiden, wie sie ihre Bühnen nutzen wollen um alle Arten von Rassismus, Diskriminierung und Ungleichbehandlung zu bekämpfen, teilte der US-Verband mit.

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