Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Ukraine-Benefizpartie spielt viel Geld ein
Sport 2 Min. 12.05.2022
Mönchengladbach

Ukraine-Benefizpartie spielt viel Geld ein

Die Spieler aus der Ukraine bedanken sich bei den Fans.
Mönchengladbach

Ukraine-Benefizpartie spielt viel Geld ein

Die Spieler aus der Ukraine bedanken sich bei den Fans.
Foto: Federico Gambarini/dpa
Sport 2 Min. 12.05.2022
Mönchengladbach

Ukraine-Benefizpartie spielt viel Geld ein

Emotionale Stimmung, konkrete Hilfe und ein sportlicher Test: Die ukrainische Nationalmannschaft und Borussia Mönchengladbach setzen Zeichen für den Frieden. Nach der Partie berichtet der Nationalcoach von persönlichen Kriegserlebnissen.

(dpa) – Erst war es nur ein Fan mit Ukraine-Fahne, dann liefen nach Abpfiff des Benefizspiels der Nationalmannschaft bei Borussia Mönchengladbach immer mehr Menschen auf den Platz. Vor allem Jugendliche wollten ihren Fußballstars ganz nah sein. Unter Applaus von den Rängen holten sich einige von ihnen eine Umarmung mit einem ukrainischen Auswahlspieler ab, andere wurden von den Ordnern unter Pfiffen von den Rängen vorher eingefangen. Zum Abschluss eines emotionalen Abends mit zahlreichen Zeichen gegen den Krieg drehten beide Teams eine Ehrenrunde.

Foto: Federico Gambarini/dpa

„Man hat es gespürt, dass es eine besondere Atmosphäre war“, sagte Gladbachs Patrick Herrmann. Der Borussia-Park sei anders gewesen als sonst. „Das war irgendwie toll.“ Im direkten Zusammenhang mit dem Spiel wurden nach Angaben des Bundesligisten rund 600.000 Euro für die Ukraine eingenommen. Das Geld wurde unter anderem durch Ticketeinnahmen und Spenden eingespielt, die der TV-Sender Pro7 während seiner Übertragung sammelte.

Zur besonderen Atmosphäre gehörte, dass die meisten Zuschauer für beide Teams klatschten, bei den Toren der Ukrainer zum 2:1-Sieg des Nationalteams äußerten auch die Gladbacher Fans keinen Unmut. Statt Borussia-Songs wurden vor der Partie ukrainische Lieder gespielt. Besonders die Nationalhymne sorgte für intensive Momente. Die Kameras fingen immer wieder Menschen ein, die ihre Emotionen nicht verbargen.


Mariya Shkolna / Foto: Stéphane Guillaume
Mariya Shkolna: „Meine Familie bereitet Molotowcocktails vor“
Bogenschützin Mariya Shkolna bangt nach Russlands Angriff auf die Ukraine um ihre Angehörigen im Kriegsgebiet.

„Beim Singen der Nationalhymne hatte ich Tränen in den Augen“, sagte Nationaltrainer Oleksandr Petrakow am späten Mittwochabend in den Katakomben des Borussia-Parks. Mit eindrücklichen Worten schilderte er die aktuelle Situation der Ukrainer: „Ich wünsche keinem, in dieser Situation zu sein und das zu erleben. Seit dem ersten Tag, als die Raketen begannen über Kiew zu fliegen, saß ich in meiner Wohnung. Meine Frau konnte es nach einiger Zeit nicht mehr aushalten, ist dann immer wieder zur Sicherheit in einen Schutzraum gegangen. Wie gesagt: Ich wünsche es keinem und es ist eigentlich gar nicht zu beschreiben, wie schlimm das alles ist.“

Petrakow betonte seine Dankbarkeit für die Unterstützung. Es sei gut gewesen zu zeigen, „dass wir als Land noch lange nicht verloren sind“.

Die Ukraine will nun in den kommenden Wochen weitere Tests bestreiten. Den Spielern aus der einheimischen Liga fehlt seit Kriegsbeginn Wettkampfpraxis und Anfang Juni will sich das Team über die Playoffs für die Weltmeisterschaft in Katar qualifizieren. Am 1. Juni steht das Halbfinale in Schottland an. Gewinnt die Ukraine, spielt sie vier Tage später gegen Wales um die WM-Teilnahme.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Zahlen, Zahlen, Zahlen: Wir haben Fakten zur WM gesammelt, mit denen man beim gemeinsamen Fußballschauen glänzen kann. Dazu ein Rückblick auf alle Weltmeisterteams seit 1930.
Eines der wichtigeren Tore bei einer WM-Endrunde: Mario Götze trifft gegen Argentinien zum Finalgewinn 2014. Insgesamt fielen bisher 2379 WM-Tore.