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Tour Down Under: Streit um fehlende Hostessen
Sport 18.01.2017 Aus unserem online-Archiv

Tour Down Under: Streit um fehlende Hostessen

Laurent Didier wird in Australien nicht in den Kuss-Genuss kommen.

Tour Down Under: Streit um fehlende Hostessen

Laurent Didier wird in Australien nicht in den Kuss-Genuss kommen.
Foto: AFP
Sport 18.01.2017 Aus unserem online-Archiv

Tour Down Under: Streit um fehlende Hostessen

Die Radprofis Laurent Didier und Ben Gastauer müssen bei der Tour Down Under in Australien erstmals ohne Podiumgirls auskommen. Im Fahrerlager gibt es Kritik, aber auch Lob für die Maßnahme.

(sid) - Befremden unter den Radprofis bei der Tour Down Under in Australien: Die traditionelle Siegerzeremonie nach denEtappen findet erstmals ohne die Hostessen statt, die dem Gewinner des Tages sonst einen Blumenstrauß sowie einen Kuss auf die Wangen geben. Stattdessen übernehmen Nachwuchsfahrer oder lokale Würdenträger die Ehrung, selbstredend ohne Kuss. Auch die Luxemburger Ben Gastauer (Ag2r) und Laurent Didier (Trek) müssen damit Vorlieb nehmen, falls sie ganz oben aufs Treppchen fahren. Kritiker hatten Podiumgirls in der Vergangenheit als chauvinistisch und nicht mehr zeitgemäß bezeichnet.

Laurents Teamkollege Koen de Kort (NL) hat kein Verständnis. "Meine Frau war Podiumgirl, und ich habe sie hier bei diesem Rennen kennengelernt. Sie stehen nicht nur da oben, um gut auszusehen, sie sind auch Gastgeber. Das ist lächerlich, da steckt Politik dahinter", sagte de Kort dem Onlineportal der Fachzeitschrift "Velonews".

"Ich würde es lieben"

Ein weiterer Trek-Fahrer unterstrich diesen Standpunkt. "Es gehört zum Radsport. Ich glaube nicht, dass es sexistisch ist, solange der Veranstalter die Mädels nicht provozierend ankleidet", sagte Peter Stetina (USA). Er würde es lieben, die Blumen und die Küsse auf die Wange zu bekommen, sollte er eines Tages ein Rennen gewinnen: "Es ist eine Zeremonie. Sie sollten es beibehalten."

Es gibt aber auch andere Meinungen. Der Spanier Mikel Landa (Sky) findet, die Entscheidung bei der Tour Down Under sei ein Beispiel, dem sich andere Veranstalter anschließen sollten. "Das ist eine alte Tradition. Es ist, als behandelst du Frauen wie eine Sache und schätzt sie nicht richtig", sagte er der Zeitung "El Correo". Es sei "tief verwurzelt" und niemand traue sich, es infrage zu stellen: "Man muss doch zugeben, die Podiumgirls sind nur da, weil sie hübsch sind und eine tolle Figur haben."


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