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Tour de France: Fünf Bergankünfte im Menü?
Sport 4 Min. 25.10.2018 Aus unserem online-Archiv

Tour de France: Fünf Bergankünfte im Menü?

Tour de France: Fünf Bergankünfte im Menü?

Foto: Serge Waldbillig
Sport 4 Min. 25.10.2018 Aus unserem online-Archiv

Tour de France: Fünf Bergankünfte im Menü?

Joe GEIMER
Joe GEIMER
Von 11.30 Uhr an wird die Strecke der nächsten Tour de France offiziell vorgestellt. Seit Wochen zirkulieren Gerüchte und Theorien. Eines ist klar: Der Parcours macht keinen Schlenker durch Luxemburg, auch wenn die Streckenführung recht knapp am Großherzogtum vorbeiführt.

Knapp drei Monate nach dem Ende der 105. Tour de France steht die französische Hauptstadt Paris am Donnerstag erneut im Blickpunkt der Radsportwelt. Im Palais des Congrès wird Tourchef Christian Prudhomme von 11.30 Uhr an (Livestream auf wort.lu) den mit Spannung erwarteten Parcours der kommenden „Grande Boucle“ feierlich präsentieren.

Traditionell brodelt die Gerüchteküche seit Wochen heftig. In Internetforen und auf Websites wie velowire.com wird diskutiert und debattiert. Lokalmedien werden durchforstet und Hotelreservierungen überprüft, um ein möglichst präzises Bild der Strecke zu zeichnen.  Wie sieht der Parcours also mit großer Wahrscheinlichkeit aus?

Das Interessante vorneweg: Alles deutet darauf hin, als müssten 2019 fünf Bergankünfte gemeistert werden: In La Planche des Belles Filles, am Col du Tourmalet, am Prat d'Albis, in Tignes und in Val Thorens – wobei die Vogesen-Ankunft an der Planche des Belles Filles im kommenden Jahr noch etwas höher liegen soll als bislang, dies wegen einer neuen Schotterpassage mit 24 Prozent Steigung. In Pau (oder Nîmes?) könnte ein Einzelzeitfahren anstehen. Die gesamte Tour de France wird sich auf den Osten und Süden Frankreichs konzentrieren, wobei die Pyrenäen vor den Alpen zu meistern sind.

Bergankunft in den Vogesen

Bekannt ist längst, dass die Frankreich-Rundfahrt am 6. Juli in Brüssel startet. Start und Ziel der Auftaktetappe sowie des 28 km langen Teamzeitfahrens an Tag zwei befinden sich allesamt in der belgischen Hauptstadt. Wie unter anderem „La Dernière Heure“ berichtet, soll es am dritten Renntag von Binche nach Frankreich, genauer nach Epernay gehen.

Anschließend nähert sich die Streckenführung von Reims aus dem Großherzogtum. Die vierte Etappe endet wohl in Nancy, also rund 100 km von der Landesgrenze zu Luxemburg entfernt. Fragezeichen stehen noch hinter dem Startort des fünften Abschnitts. St-Dié-des-Vosges scheint die realistischste Option zu sein. Aber auch Metz und Nancy werden gehandelt. Das Tagesziel soll sich in Mulhouse oder Colmar befinden. Die Sprinter können sich an den ersten Tagen austoben.

Damit ist auf dem sechsten Teilstück Schluss. Genau wie in den Jahren 2012, 2014 und 2017 kehrt die Rundfahrt erneut in den Vogesen nach La Planche des Belles Filles zurück. Aber aufgepasst: Das Ziel wird sich nicht an der bisher bekannten Stelle befinden. Stattdessen soll es weiter bergauf gehen, über einen neuen Schotterweg zum wahren Gipfel des Berges – mit einer Rampe von 24 Prozent 100 m vor dem Ziel.

Nach der ersten Bergankunft führt die Strecke in Richtung Pyrenäen – angeblich mit den Start- beziehungsweise Zielorten Chalon-sur-Sâone, Mâcon, Saint-Etienne, Brioude, St-Flour sowie Albi. Dort könnte der erste Ruhetag an einem Dienstag stattfinden – keine Neuheit, aber dennoch eher ungewöhnlich.

Rückkehr nach Val Thorens

Von Toulouse aus geht es in die Pyrenäen. Das Hochgebirge wird zur Mitte der zweiten Tourwoche erreicht. Die zwölfte Etappe könnte eine spektakuläre Ankunft auf dem berühmten Col du Tourmalet bereit halten, dort wo Andy Schleck im Jahr 2010 triumphierte. Oder wird der Riese in den Pyrenäen erst zwei Tage später von Tarbes aus in Angriff genommen, nachdem am Tag zuvor in Pau das einzige Einzelzeitfahren auf dem Programm stand? Beide Alternativen zirkulieren in der lokalen Presse.

Die 15. Etappe scheint mit Sicherheit am 1 300 m hohen Pra d'Albis unweit von Foix zu enden.

Nach dem zweiten Ruhetag in Nîmes (22. Juli) geht es über Gap und Embrun in die Alpen. Die 18. Etappe soll vom Lac de Serre-Ponçon ins Hochgebirge führen – angeblich mit einer Ankunft im Tal in Valloire, dem Skiort zwischen dem Col du Galibier und dem Col du Télégraphe.

Der 19. Abschnitt führt wohl am drittletzten Tag vom Maurienne-Tal zu einer Bergankunft nach Tignes (2 000 m). Die wohl entscheidende vorletzte Etappe führt angeblich von Albertville in den Skiort Val Thorens (2 300 m), der damit zum ersten Mal seit 1994 besucht werden würde. Wie seit 1975 üblich, endet die Frankreich-Rundfahrt auch 2019 in Paris auf den Champs-Elysées (28. Juli).

Oder zaubern die Organisatoren heute doch noch die ein oder andere Überraschung aus dem Hut? Die Spannung ist greifbar. Gegen 12 Uhr wird Gewissheit herrschen.


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