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Tour de France 2018: Sommermärchen mit Bob Jungels
Sport 1 2 Min. 02.01.2018 Aus unserem online-Archiv
Ausblick 2018

Tour de France 2018: Sommermärchen mit Bob Jungels

Sport 1 2 Min. 02.01.2018 Aus unserem online-Archiv
Ausblick 2018

Tour de France 2018: Sommermärchen mit Bob Jungels

Fünf Luxemburger Radprofis werden in wenigen Wochen die Saison 2018 in Angriff nehmen. Bob Jungels steht ganz besonders im Fokus. Er wird bei der Tour de France am Start sein – als Kapitän und Hoffnungsträger.

Von Joe Geimer

Um einen Blick in die Zukunft zu werfen, ist manchmal ein Blick in die Vergangenheit vonnöten: Welches schier grenzenlose Potenzial in Bob Jungels schlummert, hat der Fahrer des Quick-Step-Teams bereits mehrmals bewiesen. Sechs Profisiege (ohne die nationalen Meistertitel zu berücksichtigen) stehen bereits im Palmarès des vierfachen Landesmeisters im Straßenrennen der Elite. Hinzu kommen zahlreiche Topplatzierungen und Galaauftritte als aufopferungsvoller Teamplayer.

Jungels, nahezu ein Alleskönner und auf den unterschiedlichsten Terrains zu Hause, hat eine Wahl getroffen: Er hat sich den längeren Rundfahrten verschrieben. Dort möchte er glänzen. Dort wird er glänzen.

Wer Zweifel hat, sollte sich an die vergangenen beiden Italien-Rundfahrten erinnern: Acht Tage im Leadertrikot, zwei Top-Ten-Platzierungen (6. und 8.) in der Schlusswertung, ein Etappensieg und zwei Mal Rang eins in der Nachwuchswertung lassen keine Zweifel aufkommen: Jungels gehört zu den hoffnungsvollsten Fahrern seiner Generation.

Nach einem enttäuschenden zweiten Halbjahr 2017 – bei der Vuelta fand Jungels nie den Rhythmus und beim WM-Zeitfahren machte ihm ein mechanisches Problem eine Topplatzierung zunichte – soll der Luxemburger nun 2018 bei der Tour de France voll durchstarten.

Im Alter von erst 25 Jahren wird ihm beim Team Quick-Step Floors die alleinige Kapitänsrolle übertragen. Daniel Martin? Verkauft. Genau wie auch Gianluca Brambilla oder David de la Cruz, ebenfalls sehr fähige Rundfahrtspezialisten. Nein, Jungels soll es richten.

Die Frankreich-Rundfahrt (7.-29. Juli) wird dann auch für ihn zum wichtigsten Wettkampf des Jahres. Die Voraussetzungen könnten besser nicht sein: Die ersten Tage wurden Jungels und der Quick-Step-Mannschaft quasi auf den Leib geschneidert. Ein Teamzeitfahren, knackige kurze Anstiege, vermutlich viel Seitenwind mit tückischen Bedingungen und 25 km Pavés kennzeichnen die ersten neun Etappen – das perfekte Terrain für Jungels.

Es wäre keine Überraschung, sollte der Name des Luxemburgers am ersten Ruhetag beim Blick auf die Gesamtwertung ganz vorne auftauchen. Und dann ist urplötzlich alles möglich, auch der Griff nach den Sternen. Etappensieg? Gelbes Trikot? Warum denn eigentlich nicht?

Jungels ist bereit. Sein Aufbau verläuft kontinuierlich, seine Möglichkeiten sind noch nicht ausgeschöpft. In den steilsten Passagen im Hochgebirge muss er sich noch steigern. Dort wird er – genau wie im Giro – keinen Teamkollegen mehr an der Seite haben. Er wird weiter an seiner Trittfrequenz und mit Hilfe von Ernährungsberatern an seinem Gewicht arbeiten müssen.

Ein paar Kilos sollte er verlieren – ohne allerdings an Power im Kampf gegen die Uhr einzubüßen. Alles andere besitzt er: Viel Talent, den richtigen Motor, die notwendigen Kapazitäten sich rasch zu erholen, Ehrgeiz und Zielstrebigkeit. Ja, Jungels wird im Sommer 2018 für Furore sorgen. Wetten dass..?


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