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Titelverteidiger mit der Qual der Wahl
Sport 3 Min. 03.04.2018 Aus unserem online-Archiv

Titelverteidiger mit der Qual der Wahl

Real Madrid hat in der Offensive viel zu bieten: Neben Cristiano Ronaldo (vorne) könnten Isco (l.) oder Marco Asensio (M.) spielen. Auch Mateo Kovacic (r.) ist eine Option für die Startelf.

Titelverteidiger mit der Qual der Wahl

Real Madrid hat in der Offensive viel zu bieten: Neben Cristiano Ronaldo (vorne) könnten Isco (l.) oder Marco Asensio (M.) spielen. Auch Mateo Kovacic (r.) ist eine Option für die Startelf.
Foto: AFP
Sport 3 Min. 03.04.2018 Aus unserem online-Archiv

Titelverteidiger mit der Qual der Wahl

Der Trainer von Real Madrid kann in der Fußball-Champions-League vor dem Gastspiel bei Juventus Turin in der Offensive aus dem Vollen schöpfen. Im anderen Dienstagsspiel sind die Bayern gewarnt.

(dpa/sid) - Zinédine Zidane muss dieser Tage tief grübeln. Der Real-Coach hat vor seinem Besuch bei seinem Ex-Club Juventus Turin im Viertelfinalhinspiel der Champions League ein Luxusproblem. Für vier Profis, die sich beim Tabellenvierten der Primera Division in prächtiger Spiellaune befinden, hat der Franzose im Stammteam nur einen einzigen Platz übrig. Zizou muss entscheiden, ob er heute in Turin neben den beiden gesetzten Cristiano Ronaldo und Benzema im Sturm Bale, Isco, Vazquez oder Asensio von Anfang an aufs Feld schickt.

Real Madrids Trainer Zinédine Zidane ist fokussiert.
Real Madrids Trainer Zinédine Zidane ist fokussiert.
Foto: AFP

Die Sportzeitung "Mundo Deportivo" sprach von einem "großen Dilemma". Der interne Druck ist groß, denn vor allem Isco und Bale fordern nach Medienberichten einen Stammplatz und drohen hinter vorgehaltener Hand mit einem Weggang im Sommer, falls ihre Wünsche nicht erfüllt werden. Isco brillierte zuletzt nicht nur im Trikot der Königlichen. Der 25-Jährige lieferte auch in der Nationalelf beim 1:1 in Deutschland und mit einem Dreierpack beim sensationellen 6:1-Sieg gegen Argentinien Glanzvorstellungen ab. Bale überwand unterdessen ein langes Tief. Für Wales erzielte er drei Treffer, beim 3:0-Erfolg Reals am Wochenende bei Las Palmas steuerte der 28-Jährige zwei Tore bei. Bei den Fans haben vor allem Asensio und Vazquez einen Stein im Brett.

Zidane fährt sicher mit gemischten Gefühlen in seine alte Heimat. Es ist sein erster Amtsbesuch als Cheftrainer. In Turin ist der 45-Jährige zudem immer noch ein Held. Zwischen 1996 und 2001 gewann der Weltmeister von 1998 mit Juve unter anderem zwei Mal die italienische Liga, bevor er zu Real wechselte. In Turin betreibt der Mann aus Marseille eine Kleinfeld-Fußballanlage, auf die sein früherer Fahrer Cristiano Bellini aufpasst. Dort ist auch sein Lieblingsrestaurant „Da Angelino“. Und er hat in der nordwestitalienischen Stadt auch viele enge Freunde.

Doch Zidane weiß auch: In Europa ist die Vecchia Signora, also die Alte Dame, der Angstgegner der Madrilenen – wenn die Duelle insgesamt mindestens 180 Minuten dauern. In den Königsklassen-Endspielen 1998 und 2017 setzte sich Real gegen die Italiener zwar durch. Bei den vergangenen vier Vergleichen mit Hin- und Rückspiel zog man zwischen 1996 und 2015 gegen Juve immer den Kürzeren. "Wir wissen, dass Real Madrid die beste Mannschaft der Welt ist. Mit Hin- und Rückspiel haben wir aber zweifellos bessere Chancen", sagte Buffon der spanischen Sportzeitung "AS".

Vielleicht kann der Tormann mit 40 seinen Traum vom großen europäischen Pokal doch weiterträumen? Juventus will das Trauma vom 1:4 im Champions-League-Finale in Wales vom vergangenen Jahr überwinden. Dazu muss auch Torwart Buffon Spieler wie Cristiano Ronaldo stoppen. "Schlechter als in Cardiff wird es für uns sicher nicht laufen", sagte Buffon.

Sevilla will FC Bayern überraschen

Die Italiener sind derzeit gestärkt durch den Ausbau ihres Vorsprungs an der Tabellenspitze der Serie A. Am Samstag konnte Juve dank eines 3:1-Erfolgs gegen AC Mailand seine Position an der Spitze festigen und steht nun vier Punkte vor Neapel. Trainer Massimiliano Allegri warnte jedoch vor Überschwang. "Jetzt müssen wir an eine außerordentliche Herausforderung denken", schrieb er auf Twitter. Außerdem muss er auf den in Luxemburg ausgebildeten Pjanic (gesperrt) verzichten, während der Einsatz von Mandzukic (verletzt) noch nicht sicher ist. Im zweiten Viertelfinalhinspiel am heutigen Dienstag treffen der FC Sevilla und der FC Bayern aufeinander. Trainer Vincenzo Montella vom spanischen Spitzenclub traut seiner Mannschaft Großes zu. "Wir wollen weiterkommen – unabhängig vom Gegner", sagte der Italiener. "Wir haben bereits Geschichte geschrieben, aber damit sind wir nicht zufrieden."

 Montella will die Bayern mit deren Waffen schlagen. "Den Ball zu haben, ist keine Taktik, aber du hast schlicht eine größere Chance zu gewinnen, wenn du ihn hast. Die Bayern sind es gewohnt, den Ball zu haben und viele Tore zu schießen. Wir müssen sie dazu zwingen, etwas zu tun, was sie nicht gewohnt sind", unterstrich er gestern.

Vincenzo Montella, Coach des FC Sevilla, will gegen die Bayern nicht nur mitspielen.
Vincenzo Montella, Coach des FC Sevilla, will gegen die Bayern nicht nur mitspielen.
Foto: AFP

Programm

VIERTELFINALE – HINSPIELE

Am Dienstag:
20.45: Juventus Turin – Real Madrid
20.45: FC Sevilla – Bayern

Am Mittwoch:
20.45: Liverpool – Manchester City
20.45: FC Barcelona – AS Rom

Die Rückspiele finden am 10. und 11. April statt.


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