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Tennis / US Open: Laut, schrill und ein bisschen verrückt
Im Arthur Ashe Stadium fand schon so manch legendäre Partie statt.

Tennis / US Open: Laut, schrill und ein bisschen verrückt

Foto: AFP
Im Arthur Ashe Stadium fand schon so manch legendäre Partie statt.
Sport 5 Min. 31.08.2015

Tennis / US Open: Laut, schrill und ein bisschen verrückt

Um 17 Uhr Luxemburger Zeit werden bei den US Open in New York die ersten Punkte im Hauptfeld des vierten Grand Slams gespielt. Die Luxemburger Hoffnungen ruhen bei dem Turnier mit dem ganz besonderen Charme ausschließlich auf den Schultern von Gilles Muller.

(jg/sid) - Um 17 Uhr Luxemburger Zeit werden bei den US Open in New York die ersten Punkte im Hauptfeld des vierten Grand Slams gespielt. Die Luxemburger Hoffnungen ruhen bei dem Turnier mit dem ganz besonderen Charme ausschließlich auf den Schultern von Gilles Muller.

WAS IST MÖGLICH FÜR GILLES MULLER?

Eine ganze Menge. Der 32-Jährige, aktuell die Nummer 44 in der Weltrangliste, trifft zum Auftakt (voraussichtlich am Dienstag) auf den eher unbekannten Belgier Ruben Bemelmans (107). Es wird das erste Aufeinandertreffen auf der ATP-Tour sein.

Gilles Muller erreichte im Jahr 2008 bei den US Open das Viertelfinale.
Gilles Muller erreichte im Jahr 2008 bei den US Open das Viertelfinale.
Foto: AFP

Bei den Vorbereitungsturnieren auf die US Open erreichte Muller in Atlanta das Halbfinale und in Montreal das Achtelfinale. Nur das Ausscheiden in Cincinnati in der ersten Runde gegen Benoît Paire (F/41) war ein kleiner Wermutstropfen. Anschließend gönnte er sich ein paar Tage Erholung und trainierte in New York. Bei normalem Turnierverlauf wartet in der zweiten Runde der 22-jährige Jack Sock (USA/28), in Runde drei könnte es zum Duell mit Stan Wawrinka (CH/5) kommen.

WAS STEHT AN?

Die US Open in New York (31. August bis 13. September) sind das vierte und letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres. Als Titelverteidiger gehen Marin Cilic (CRO/9) und Serena Williams (USA/1) ins Rennen. Mit seinem sechsten Triumph könnte Roger Federer (CH/2) zum alleinigen Rekordsieger von Flushing Meadows avancieren - vor Pete Sampras und Jimmy Connors (beide USA). Williams greift nach ihrem siebten Titel im "Big Apple". Die Weltranglistenerste würde damit in der Bestenliste Chris Evert überholen.

WAS MACHT DIE US OPEN SO BESONDERS?

Sie gelten als das lauteste und schillerndste der vier Grand-Slam-Turniere. Das Billie Jean King National Tennis Center im New Yorker Stadtteil Queens liegt unweit des LaGuardia Airports. Was zur Folge hat, dass die landenden Jets im Minutentakt und in weniger als 100 m Höhe über die Anlage donnern. Auch Hollywood liegt während der zwei Turnierwochen an der Ostküste: Ex-007 Sean Connery, Alec Baldwin, Leonardo Di Caprio und Co. gehören bei den US Open zu den Stammgästen - ebenso wie Milliardär Donald Trump oder Vogue-Chefin Anna Wintour. Legendär sind auch die oft bis weit nach Mitternacht andauernden Night Sessions im Arthur Ashe Stadium - dem größten Tennis-Stadion der Welt (22 547 Zuschauer).

Tommy Haas, Elina Svitolina, Monica Puig und Feliciano Lopez (v.l.n.r.) beweisen in New York ihr Talent als Pizzabäcker.
Tommy Haas, Elina Svitolina, Monica Puig und Feliciano Lopez (v.l.n.r.) beweisen in New York ihr Talent als Pizzabäcker.
Foto: Fast Track Agency

WER SIND DIE FAVORITEN?

Geht es nach den Ergebnissen dieser Saison, ist Novak Djokovic Favorit. Der Weltranglisten-Erste aus Serbien würde nach dem Grand Slam greifen, hätte er nicht das French-Open-Finale gegen Wawrinka verloren. In New York holte Djokovic aber erst einmal den Titel bei fünf Finalteilnahmen. Wimbledon-Finalist Federer war dagegen schon fünf Mal erfolgreich und schlug Djokovic und Andy Murray jüngst beim Titelgewinn in Cincinnati. Murray holte sich mit dem Finalsieg über Djokovic die Trophäe in Montreal. Der Schotte gewann 2012 nach Olympia-Gold auch die US Open - gegen Djokovic.

WER SIND DIE AUßENSEITER?

Rafael Nadal gehört dazu, obwohl der Spanier zuletzt Selbstvertrauen mit dem Turniersieg in Hamburg tankte. Doch bei den Masters-Turnieren in Nordamerika war im Viertel- beziehungsweise Achtelfinale Schluss. Im Viertelfinale in Montreal unterlag Nadal dem Japaner Kei Nishikori, dem letztjährigen Überraschungsfinalisten der US Open. Der Japaner ist inzwischen die Nummer vier der Welt und traut sich den großen Coup zu, der im Vorjahr Cilic in New York gelang. Den Kroaten, der zuletzt enttäuschte, schlug er jüngst in Washington. Auch French-Open-Champion Wawrinka ist inzwischen alles zuzutrauen

WER SIND DIE FAVORITINNEN?

Serena Williams, Serena Williams - und nochmal Serena Williams. Die Ausnahmespielerin kann sich bei seinem Heim-Grand-Slam eigentlich nur selbst schlagen. Doch der Druck ist enorm. Williams könnte mit ihrem insgesamt siebten Erfolg in New York den sogenannten Kalender-Grand-Slam besiegeln. Die Titel in Melbourne, Paris, Wimbledon und New York in einer Saison hat zuletzt Steffi Graf 1988 geholt. Zudem würde Williams mit 22 Major-Titeln zu Open-Era-Rekordhalterin Graf aufschließen.

Serena Williams gilt es bei den Frauen zu schlagen.
Serena Williams gilt es bei den Frauen zu schlagen.
Foto: AFP

Die 33 Jahre alte US-Amerikanerin hat in diesem Jahr erst zwei Matches verloren und seit August 2013 eine weiße Weste auf den US-Hartplätzen (44:0 Siege). Williams hat die US Open zuletzt drei Mal in Folge gewonnen. Von der Konkurrenz überzeugte Tschechiens zweimalige Wimbledonsiegerin Petra Kvitova (CZE/4) mit ihrem Turniersieg in New Haven, wo sie die ehemalige Weltranglisten-Erste Caroline Wozniacki (DK/5) und French-Open-Finalistin Lucie Safarova (CZE/6) bezwang.

ABSAGE

Die Tennis-Weltranglisten-Dritte Maria Sharapova (RUS) hat ihre Teilnahme wegen einer Beinverletzung abgesagt. „Ich habe alles getan, was möglich war, um rechtzeitig fit zu werden. Leider war nicht genügend Zeit“, schrieb die 28-Jährige. Die Siegerin von 2006 hatte bereits vor zwei Jahren gefehlt, damals wegen einer Schulterblessur. Ihr bislang letztes Match bestritt Sharapova beim verlorenen Wimbledon-Halbfinale gegen Serena Williams im Juli.

WAS MAN SONST NOCH WISSEN MUSS?

Die Anlage wird bis 2018 für rund 500 Millionen US-Dollar modernisiert. Das Arthur-Ashe-Stadion bekommt ein mobiles Dach. Mehr als 6 000 Tonnen Stahl, 115 000 Schrauben und 1 700 Eisenbalken werden verbaut sein, wenn das Konstrukt im August 2016 in Betrieb genommen wird. Das Schiebedach ist überfällig: Insgesamt sieben Mal musste das Turnier wegen Regens schon um einen Tag verlängert werden.

ZAHLEN BITTE!

42,3 Millionen US-Dollar - kein Grand-Slam-Turnier schüttet mehr Preisgeld aus als die US Open in diesem Jahr. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 38,5 Millionen US-Dollar. Das macht eine Steigerung von 10,5 Prozent. Auf die Sieger der beiden Einzel-Konkurrenzen wartet eine Prämie von jeweils 3,3 Millionen US-Dollar (2,9 Millionen Euro) - 400 000 Dollar mehr als im vergangenen Jahr. Bis 2017 will der gastgebende Verband USTA das Preisgeld auf mehr als 50 Millionen US-Dollar erhöhen.

DAS BESTE ZUM SCHLUSS

Die Trophäe für den Sieger beziehungsweise die Siegerin wird seit über 20 Jahren beim weltberühmten Edeljuwelier Tiffany in der Fifth Avenue hergestellt.

Diese Trophäen gibt es bei den US Open zu gewinnen.
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Foto: Reuters



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